• Zeit verbringen vor der Ausreise nach Guinea

    October 20 in Senegal ☁️ 32 °C

    Mein Resümee: die Wiederkehr in den Senegal und nach Gambia auf unserem Weg nach Süd Afrika.

    Das Ende der Regenzeit wollten wir im Norden Afrikas abwarten. Normalerweise ist das die Zeit ab Mitte Oktober. Das Wetter hier stellt uns zur Zeit vor grosse Herausforderungen. Alles ist schön grün und natürlich ist der Boden sehr nass. Das freie Stehen, wie wir es im April und Mai kennengelernt haben, ist stark eingeschränkt. Der Boden ist überall zu sehr aufgeweicht und wir sind mit unserer Henriette viel zu schwer😬. Die Sonne hat schon gewaltige Kraft, erreicht häufig Temperaturen von 36 bis 40 Grad im Schatten, die Luftfeuchtigkeit steigt oft auf über 80%. Wir fühlen uns wie in einem Hammam unter freiem Himmel, dem wir nicht entfliehen können. Auch in den Nächten haben wir Temperaturen, die selten unter 30 Grad gehen. Unsere Körper können sich kaum erholen. Ab und zu regnet es für ein paar Stunden und sorgt damit für eine kurzfristige Abkühlung bei gleichzeitiger Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Das haben wir wirklich unterschätzt.
    Man kann der Hitze und der Schwüle nicht entfliehen! Sowohl unser Hund als auch wir sind stark eingeschränkt. Körperliche Aktivitäten sind so gut wie nicht möglich, der Hund wird von Susanne in den Morgenstunden und mit Einbruch der Dunkelheit ausgeführt. Schön ist, dass wir keine Eile haben.
    Es ist unglaublich, wie sich das Leben gerade eben für uns verändert hat.
    Wir sind natürlich nicht die ersten Menschen, die das schaffen! Das gibt uns Mut zum weiterfahren🤪
    Wir haben mittlerweile viel von der afrikanischen Gelassenheit angenommen. Man lernt sich anzupassen, statt ständig gegen die Umstände anzukämpfen. Das ist vielleicht eines der grössten Geschenke unserer Reise. Wir erleben nicht nur die Reise durch afrikanische Landschaften, sondern auch ein Stück des Alltags der Menschen, die hier leben.
    Es ist ein grosser Unterschied, ob man Filme oder Bücher darüber liest oder selber die Widrigkeiten am eigenen Körper erfährt.
    In Europa sind viele Dinge selbstverständlich, Strom rund um die Uhr, Trinkwasser aus dem Hahn in unbedenklicher Qualität, medizinische Versorgung für alle zugänglich, Lebensmittel in unbegrenzter Menge, Infrastruktur etc..
    Wir lernen mit dem Fehlenden umzugehen und lernen die Menschen hier kennen, die unter diesen Bedingungen nicht nur ein paar Wochen oder Monate zurechtkommen müssen, sondern ihr ganzes Leben. Uns hilft es, sich mit den Menschen hier einzulassen, denn so erfahren wir, wie unterschiedlich Lebenswirklichkeiten sein können. Was wir auch erfahren ist, dass Lebensfreude, Gastfreundschaft und Zufriedenheit nicht zwangsläufig von materiellem Wohlstand abhängt. Wir treffen viele Menschen wieder, die wir im April und Mai kennengelernt haben und werden von allen herzlich und freundlich begrüsst.
    Romantisieren darf man es natürlich auch nicht, viele Menschen würden sich schon über bessere Bedingungen freuen.
    Wir haben die Möglichkeit, weiter zu fahren, wenn es zu heiss oder zu unbequem wird, Die meisten Menschen, die wir hier kennenlernen, haben das nicht.
    Die grosse Erkenntnis bislang auf unserer Reise ist nicht die, wie wenig man zum Leben braucht, sondern die, wie viel wir in Europa besitzen ohne das im Alltag noch wahrzunehmen.
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