• Tagesziel Durres

    May 29 in Albania ⋅ 🌬 28 °C

    Für mich war es keine gute Nacht. Der Sturm hat getobt, die Leinen haben regelrecht geschrien und die Fender gequietscht.
    Mein Mann hat neben mir gelegen und tief und fest geschlafen.
    Um halb acht ist Thomas mit Ylvi los um Brot zu kaufen. Er kommt zurück mit 10 Brötchen, drei Bananen und drei Äpfel. Das Brot war zu groß und die Brötchen gab’s halt nur im Packen. (alles zusammen 4,50€)
    Nach dem Frühstück kommt auch schon unser Agent und bringt das Dokument zur Einklarierung, nun dürfen wir mit unserem Boot auch Albanien befahren. Wir legen ab und die Fahrt nach Durres beginnt. Das Wetter ist uns gnädig, es ist zwar Windig, aber der kommt als Rückenwind daher und dadurch ist es für uns auf dem Boot windstill. Nach einsamen 3,5 Stunden kommt Durres immer näher. Man erkennt es an der Industrie und den großen Tankern, die nun auftauchen. Nun kommt die Stadt in Sicht, Hochhäuser soweit man sieht, Hotels die sich in ihrer Pracht übertreffen und dann wieder Wohnhäuser die kurz vor dem Verfall sind und natürlich Bauruinen und Mega-Baustellen. Bevor wir in den Hafen einfahren funken wir den Hafenmeister an. Das ist hier ein Fähr- und Industriehafen und dadurch natürlich stark befahren. Wir bekommen die Erlaubnis einzufahren und direkt zur Marina Cristian zu fahren. Wir haben die Marina schon gestern angeschrieben und den Liegeplatz reservieren lassen. Sie waren total freundlich und hilfsbereit. Auch heute waren sie super organisiert, haben vorab schon per WhatsApp den Standort unseres Liegeplatzes geschickt. Die Marineros standen schon bereit, hat alles sofort geklappt. Gut, die "Marina" ist schon etwas anders als gewohnt. Der Steg ist sehr provisorisch und zum sehr hoch. Das Restaurant ist ein Container mit Terrassenanbau, Das Büro ist ein Container und das Waschhaus ist auch ein Container. Wir liegen zwischen Frachtern, Fähren, Industrieanlagen, Werftanlagen und etlichen trockenliegende Schiffen. Aber wir liegen gut und alle lächeln uns an und sind freundlich. Vor den Straßenhunden sind wir gewarnt worden, die sein nicht immer sehr nett. Wir sollen mit Ylvi aufpassen.
    Nach drei Stunden Apollo absalzen, da der Wasserdruck eher einem kleinen Springbrunnen ähnelt, haben wir jetzt auch wieder die Frontscheibenabdeckung aufgezogen. Thomas fährt jetzt doch nur noch von oben auf der Fly und die Sonne brennt nun doch schon so stark das sich das Boot im inneren sofort aufheizt. Nach einem Nickerchen richten wir uns für einen Ausflug in die Stadt. Die Roller sind startklar, Ylvi macht noch ihr Geschäft, dann geht es los. Erstmal über brach liegendes Gelände und Parkplätze, durch die Ausfahrt nach rechts abgebogen. Nee, das sieht hier aber nach einer Schnellstraße aus, wenn nicht sogar ein Autobahnzubringer. Zurück, gegen die Fahrtrichtung, nach links, aber da ist alles abgesperrt. Wir fragen den Wächter, nein hier dürfen wir nicht lang, alles Zollgebiet, wir müssen ganz rum fahren. Ok, es gibt einen Fahrradstreifen und es ist nicht soviel Verkehr. Da kommt der nächste Wachposten, wir fragen wie wir wieder reinkommen. Kein Problem, wir sollen nur sagen das wir zur Marina wollen. Wir sind nicht ganz schlüssig wohin wir jetzt fahren sollen. Viel Verkehr und je zweispurig. Wir schauen das wir in eine Seitenstraße kommen, immer den Fußgänger hinterher. Und wir kommen direkt in die belebte Einkaufs- und Restaurantstraße. Also die Roller festgemacht und zu Fuß weiter. Man ist in einer kunterbunten Straße. Hier wechselt sich alles ab, Souvenirladen, Hotel, Kaffee, FlixBus Agentur, Designerladen, Fastfood und Fake-Designer-Laden. Und dann ein riesengroßer Platz vor einer Moschee mit Springbrunnen und Sitzgelegenheiten, daneben Teile der alten Stadtmauer und zwei Schritte weiter eine Ausgrabungsstätte eines Amphibientheaters. Thomas hat Lust auf Burger, wir essen was und machen uns dann auf den Heimweg. Es gibt noch einen Absacker direkt vor unserem Boot im Restaurant-Container. Und der netter Kellner hat uns auch noch super leckere Kirschen hingestellt. Ein Träumchen.
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