• Tagesziel Zhuk-Grykpishe

    May 31 in Albania ⋅ ☀️ 22 °C

    Wieder eine unruhige Nacht für mich. Die Hundemeute bellt ständig, Ylvi ist nervös und bellt auch zurück, die Männergesellschaft vom linken Boot kommt um eins heim, die Kerle vom Nachbarboot rechts kommen erst um drei Uhr und machen dann auch noch Musik an. Mein Mann schläft und fragt mal nach, warum ich nicht ins Bett komme. Na wegen dem Krach ringsrum. Um 8 Uhr geht es langsam los. Bevor wir die Marina verlassen dürfen, müssen wir den Hafenmeister anfunken ob wir sein ok bekommen. Alles klar, wir dürfen das Hafenbecken von Durres durchqueren und ausfahren. Das Wetter ist sonnig, kaum Wind, das Meer ist glatt, hat aber eine lange Dühnung. Das ist für mich immer schlecht. Man wird von einer Seite aus die andere gehauen und das bedeutet für mich viele blaue Flecken. Halt typisch Bootsfahrerin. Wir fahren weiter Richtung Süden und wollen dann buchten, was hier aber eigentlich nicht wirklich geht. Richtige Buchten gibt es erst kurz vor Korfu, sonst nur Küstengebiete mit Sandstrand. Albaniens Küstengewässer ist zum großen Teil sehr flach und hat auch viele Felsen im Wasser. Das heißt man muss immer einen Blick auf den Tiefenmesser und einen in der Seekarte haben damit man alle Untiefen und Gefahrenstellen beachtet. Wir fahren an dem Naturschutzgebiet
    Parku KombetarDivjaka Karavasta vorbei, das Gelände umfasst ca. 223 Quadratkilometer. Berühmt ist das Schutzgebiet das zwischen den Flüssen Shkumbin und Seman liegt, für seine Lagune, 400 Jahrer alter Baumbestand und die zum Teil sehr seltenen verschiedenen Wasservögel. Es dienst insbesondere als Überwinterungsgebiet von Zugvögel. Wir machen kurz hinter dem Schutzgebiet, wo der Fluss Seman ins Meer mündet, an einem einsamen Küstenstrand halt. Wir werfen den Anker im seichten Wasser bei einer Wassertiefe von ca. 3,5 Meter Und legen die Kette auf 30 Meter. Der Anker zieht, es sieht alles gut aus und an der Badeplattform haben wir jetzt eine Wassertiefe von ca, 1,6 Meter. Thomas kann zum Strand laufen, ist aber doch ziemlich weit. Das Beiboot wird klargemacht, Mann und Hund erkunden den Strand. Sandstrand soweit das Auge sehen kann. Einsam, aber es sind doch Leute am Strand. Die fahren mit den Autos und Motorräder bis ans Wasser vor und einige wandern den Strand entlang. Einer mit großen Rucksack auf dem Buckel kommt an Ylvi nicht vorbei. Ein streicheln muss sein, er nimmt sein Rucksack runter , packt einen Teil aus und gibt ihr ein großes Stück Entenbrust. Natürlich fragt er vorher Thomas und beißt in das andere Stück rein, um zu zeigen das es gut ist. Ylvi genießt es und ihr neuer Freund geht weiter. Das traurige an dem Strand ist aber seine schlimme Verschmutzung. Plastikmüll in allen Farben, Formen und Größen. Man kann nur den Kopf schütteln, ein großer Container wäre in einer Stunde randvoll.
    Aber Ylvi macht das nichts aus, am Wasser ist alles sauber und sie kann ohne Leine flitzen so weit und lange wie sie will. Wir machen uns was zum essen und warten auf den Sonnenuntergang, der sich schon ankündigt. Dann ruft Maximilian an, erzähle gerade das da schon wieder ein Auto bis ans Wasser fährt. Zwei Männer schlendern in unsere Richtung. Ha, das könnten glatt Polizisten sein, dunkle Hose, dunkles Hemd. Und es sind welche, brüllen irgendwas zu uns rüber, deuten das Thomas rüber kommen soll.Thomas packt seinen Perso und fährt mit dem Beiboot rüber. Er kommt wieder, nun wollen sie die Bootspapiere, dann noch den Reisepass und den Führerschein natürlich alles im Original. Thomas packt den ganzen Ordner ein. Nun ist es schon stockdunkel er kommt wieder vom Strand, packt Ylvi und eine Taschenlampe. Ich soll schon mal alles abfahrbereit machen, wir sollen noch eine Seemeile raus fahren.
    Ylvi macht kein Bächlein, sie merkt das was nicht stimmt. Die Polizisten stehen immer noch bereit, die ganze Sache hat jetzt schon eine gute Stunde gedauert. Inzwischen sind schon drei Polizeiautos ( schwarz SUV ) vorbei gefahren. Sie machen Patrouille, wegen der Schmuggler, hier ist die engste Stelle zu Italien.
    Wir lichten den Anker und fahren noch 1 Seemeile raus aufs offene Meer, hier sind die Wellen schon um einiges höher und das immer noch im Blick des Gesetzes. Thomas ist nass, durchgefroren und stinksauer. Wir machen uns jetzt ins Bett und hoffen das die Nacht ruhig bleibt. Der Nachbar kann schon mal keine Musik anmachen. Albanien ist halt ein Abenteuer.
    Ps: Bilder werden nachgereicht
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