• Tagesziel Sarande

    June 7 in Albania ⋅ ☀️ 28 °C

    Kurz vor unserer Abfahrt hören wir Kuhglocken. Über die Bundesstraße wird eine Herde Kühe von 2 Cowgirls mit 4 Pferden und 3 Hütehunde getrieben. Es gibt etwas Chaos da die Autofahrer es nicht abwarten können und sich auf der zweispurigen Straße natürlich gleichzeitig an den Kühen vorbei drücken müssen. Nun geht die Fahrt weiter nach Sarande. Es ist nicht weit, nur ca. 30 km. Wir kommen an riesigen Fischfarmen vorbei und an Felsabbrüchen die große Buchten entstehen ließen. Wir machen einen kleinen Ankerhalt in einer einsamen Bucht. Thomas will etwas schwimmen und Ylvi einfach nur an Land. Für Ylvi geht es das erste Mal auf das Standup, sie macht es ganz locker und kommt trocken am Strand und wieder am Boot an. Je näher wir Sarande kommen, um so mehr schießen kleine Ausflugboote an uns vorbei. Heute ist Sonntag und es scheint in zu sein, sich mit dem Boot an die Sehenswürdigkeiten bringen zu lassen.
    Thomas Funkt den Hafenmeister auf Kanal 11 an. Wir sollen ankern, wo die anderen auch ankern. Ok, Ankermanöver ausgeführt und wir liegen. Auf die Frage, ob wir denn ein Platz an einer der vielen Anlegestege haben können, erfolgt ein kurzes :"Fragen sie ihren Agenten". Nach gut zwei Stunden können wir, dank unserer herbei gerufenen Agentin, an dem äußersten Anlegesteg, mit Anker und Heckleinen im Zollbereich festmachen. Man nennt diese Anlagetechnik auch die Römisch-Katholische-Methode. Wir fahren sie das erste Mal, die Agentin macht die Leine um den Poller rum und wirft mir die Leine wieder zurück. Nun schnell festmachen und die andere Leine ihr geben, aber der Wellengang ist nun stark und wir sind zu weit weg, ich kann nicht so weit werfen. Durch das tanzende Boot ist die bereits festgemachte Leine ins Wasser gefallen. Thomas legt den Gang ein, damit wir etwas weiter zurück kommen und die Leine verfängt sich im Propeller. Er ruft es mir zu, aber ich sehe es nicht und kann auch nichts machen. Aber ich kann nun das zweite Seil werfen und das Boot ist erstmal fest. Verdammt, hoffentlich hat die Schraube nichts abbekommen, die Reparatur kostet uns bestimmt ne Woche Zeit.
    Das Seil ist zum zerreißen gespannt, Thomas macht sich zum tauchen bereit, er muss schauen was er machen kann. Mit dem Brotmesser schneidet er die Leine durch, nun taucht er zur Schraube und versucht den Rest aus der Welle zu bekommen. Es klappt. Ich mache die Backbordmaschine an, Thomas taucht wieder, Vorwärtsgang - Leerlauf - Rückwärtsgang-Leerlauf. Er taucht auf, Daumen hoch. Glück gehabt. So, nun sitzen wir mit unserem Boot wieder im Zollbereich, am Zaun Stacheldraht, Abfertigungsgänge wie am Flughafen, da hier die Fähren aus Griechenland anlegen. Wie kommen wir den hier raus 🤔 und vor allem wieder rein ? Alles kein Problem , wenn man den Geheimcode kennt: PRIVAT YACHT. Dann lassen uns die Polizisten und Zöllner einfach durch. Wir rollern mit unseren Scootern durch Sarande, das Kopfsteinpflaster ist verdammt glatt und wir müssen höllisch aufpassen. Wir spazieren ein Stück die Strandpromenade entlang. Alles ist toll mit einem Blumenmeer, Grünanlage und Palmen angelegt. Es gibt auch viele Verkaufsstände mit Schnickschnack und Leckereien. Wir fahren. Noch ein Stück weiter, da das empfohlene Restaurant ein ganzes Stück noch entfernt ist. Der Name Haxhi bedeutet Pilger und ist Programm. Die massenhafte Deko ist aus allen Religionen, Regionen und Zeitspannen zusammengewürfelt. Zum Bier aus der Flasche gibt ein Stiefelche-Glas. Das Essen ist lecker, mal anders gewürzt als üblich. Zum Schluss gibt es noch einen Kirschlikör und etwas Melone aufs Haus.
    Wieder am Boot angekommen wird uns schon vom zugucken schwummerig. Das Boot tanzt wie verrückt auf den Wellen. Mensch wir liegen doch festgemacht an der Mole und nun das. Aber es kommt noch mehr dazu, hat noch nicht gelangt heute. Ich will die Gangway ausfahren, aber sie klemmt. Das Handführungs-Seil hat sich verklemmt. Wir kommen so nicht aufs Schiff. Ich zerre das Schiff an dem Anlageseil soweit zu mir, wie es geht und Thomas versucht das Seil zu entwirren. Gott sei Dank klappt das, sonst hätten wir draußen schlafen müssen 😱
    Nun noch die Scooter ins Boot verstauen dann ist erstmal Schluss für heute. Es langt mir aber auch.
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