Olivenza - Portugal in Spanien
Yesterday in Spain ⋅ ☀️ 30 °C
Fahrt zum circa 40km entfernten Olivenza. Es war (und ist weiterhin) zwischen Spanien und Portugal umstritten: Letztere akzeptieren einen Jahrhunderte alten Vertrag nicht, der den Ort Spanien zugesprochen hatte...
Hier sind die Straßen breiter als sonst und die meisten Häuser weiss gestrichen: Ein wenig Hauch von Portugal...
Info zum Turm:
Der Torre del Homenaje ist mit 37 Metern einer der höchsten seiner Art an der spanisch-portugiesischen Grenze.
Anstatt Stufen und Treppen führen 17 sogenannte Rampen nach oben, die ursprünglich so konzipiert waren, dass Soldaten auf Pferden oder mit schwerem Gerät (Artillerie) die Terrasse erreichen konnten.
In den Schießscharten befinden sich die bedeutendsten Graffitis der
Iberischen Halbinsel. Wachen, die über lange Zeit in dem Turm ausharren mussten, vertrieben sich somit ihre Zeit. Meist ritzten sie die Zeichnungen in den Mörtel (Menschen, Tiere, Natur, religiöse Symbole).
Der Turm besteht aus Mauerwerk mit Verstärkungen an den Ecken und beherbergt heute einen Teil des äußerst informativen Heimatmuseums.
Auffallend ist, dass vor allem das Leben der “normalen” Bevölkerung dargestellt wird.
Info zum Foto mit der Keramikschale:
Der „Lañador“ wird im Deutschen am treffendsten als Kesselflicker oder Pfannenflicker bezeichnet (auch wenn diese oft Metall reparierten).
Da es sich hier spezifisch um das Klammern von Keramik handelt, ist auch der Begriff „Geschirrflicker“ gebräuchlich.
Das Werkzeug nennt sich Rennspindel und wurde vom „Lañador“ (Geschirrflicker) benutzt. Der Name rührt von den „Lañas“ her – Eisenklammern, mit denen zerbrochene Teile aus Ton oder feinem Porzellan wieder zusammengefügt wurden.
Dafür wurde auf jeder Seite des Risses ein Loch gebohrt und die Klammer eingesetzt. Sobald diese gespannt und mit Fettkalk versiegelt war, der schnell aushärtete, konnte das Gefäß wieder ganz normal benutzt werden.
Die Löcher für die Klammern wurden mit diesem Bohrer gebohrt. Er wird auch Rennspindel oder Trägheitsbohrer genannt, da seine Funktion auf der Rotationsenergie basiert: Schnüre wickeln sich auf und ab – ähnlich wie bei einem Jo-Jo –, wodurch mit minimalem Kraftaufwand eine perfekte Bohrung erzielt wird.
Man sagt, dass geklammerte Arbeiten ein Leben lang hielten. Wenn das Gefäß erneut zerbrach, dann niemals an der bereits reparierten Stelle.
Und heute werfen wir die Keramikschale weg, wenn sie gebrochen ist!!Read more


























