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  • Day113

    Letzte Schritte

    September 21 in Germany ⋅ ☀️ 18 °C

    Jonas schreibt...

    Nur noch 20km trennen von der ehemaligen Heilanstalt von Hatzgerode, in der unsere Reise enden wird. Nachdem wir nun gut 10 Tage unsere eigenen Wege gegangen sind, treffen wir uns für die letzte Etappe in der kleinen Stadt Quedlinburg.
    Céline trifft schon am Sonntag Abend bei mir ein und wir verbringen eine ruhige Nacht ganz ohne Tarp im Brühl, einem weitläufigen Stadtpark.
    Am nächsten Morgen schliesst sich auch Lotte wieder an, die vor fast einem halben Jahr ihre Wanderunireise zusammen mit Alex hier vor Ort begonnen hatte. Wir schlendern durch die schöne Altstadt in Richtung Burg und machen einen Zwischenstopp bei der örtlichen Eismanufaktur und dem Käsekuchenkönig. Anschliessend geniessen wir bei bestem Wetter und Aussicht auf der Burgterasse unser Mittagessen.

    Céline berichtet uns währenddessen fleissig von ihrer Wandercoaching Ausbildung, die letzte Woche stattgefunden hatte und wir debattieren fleissig über Gender und genormte und kondensierte Ausdrucksweise der Dankbarkeit, die sie im Kurs gelernt hat. Zumindest der Ausdruck "Spitze", der von zum Dreieck geformten Händen über den Kopf begleitet wird, wird in unsere Wanderunigeschichte eingehen und wohl nicht mehr so schnell vergessen werden.
    Wir geben uns auch einem Persönlichkeitstest hin, stellen aber bald fest, dass diese zumeist von sehr unspezifischen, nichtssagenden Fragen geprägt sind. Mit vereintem Fachwissen zur Psychologie des Menschen erstellen wir daraufhin selber einen solchen Test, der aus unserer Sicht, sehr viel aussagekräftigeren und nützlichere Informationen bietet und den interessierten Fachspezialisten zugleich noch unterhält.

    Am frühen Nachmittag gehen wir los, wobei es für unsere Vorstellungen doch sehr flach ist im Harz und finden auf unserem Weg diverse Anzeichen von Exibitionismus (oder Kunst ?) in Form von dekorativer Spitzenunterwäsche, die an Bäumen und Sträuchern hängt. Als Lotte dann einen Wäscheständer in der Böschung entdeckt ist viel Überredungskunst notwendig, sie sanft darauf hinzuweisen, dass ein solches Utensil, welches ihr Zuhause offensichtlich noch fehlt, auf Wanderschaft eher unpraktisch ist.

    Schliesslich wird es langsam Dunkel und wir finden ein friedvolles Plätzchen zur Übernachtung direkt hinter einem verlassenen Plattenbau. Als Zugabe sammelt Jonas noch einen ordentlichen Hundekot mit seinem Wanderschuh auf...

    Wir erreichen den Osterteich, einen kleinen Badeteich kurz nach Gerode. Hier warten wir auf Clemens, Céline Freund, der als kurzfristige Überraschung zu uns stösst. Wir Baden und Sonnen uns ausgiebig und übernachten schliesslich nahe des Ufers.

    Am nächsten Morgen tauchen wir in den Wald ein und erhalten alsbald die Nachricht, dass auch Isolde noch einmal ganz kurzfristig zu uns stossen wird. Wir geniessen die letzten Kilometer und nehmen es entsprechend sehr gemütlich. Zum Schluss rasten wir nur ein letztes Mal nur gut und gerne vier Kilometer vor unserem Ziel unter einer ausladenden Buche an einem wirklich lauschigen Plätzchen. Derweil erreichen Célines und Lottes abendliche Turnübungen einen neuen skurrilen Höhepunkt und wir (der Rest) sind insgeheim froh keine Beobachter/innen zu haben.

    Die letzte Etappe fordert uns noch einmal richtig. Es geht ordentlich bergan und ab und wir erfreuen uns am frühen Nachmittag der Aussicht und auch der alten Heilanstalt, dem Ziel unserer Reise. Ein letztes Mal halten wir auch unsere Schokoladenzeremonie mit dem ganz besonderen "Knackmoment" ab, über das Celemens und Isolde köstlich amüsieren. Wir folgend einem kleinen Waldpfad und stehen urplötzlich mitten vor der riesige Heilstädte von Hatzgerode.
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