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  • Day88

    Tempel-Disneyland 2.0 (Ninh Binh)

    February 11, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 17 °C

    Nach wieder mal schlafärmster Nacht spuckte uns der Sleeperbus um 4:00 Uhr auf die verlassenen Straßen Ninh Binhs. Der Nachtportier öffnete gleich sechs Neuankömmlingen bereitwillig und richtete flugs ein Schlaflager in der Lobby ein (Bild 6). Um zwei Stunden Schlaf und eine Pho (typisches Nudelsuppen-Frühstück) im Magen reicher, starteten wir am frühen Nachmittag und bei auf dem Roller sehr kühlen 15 °C zu dem größten Tempelkomplex Vietnams, dem Bai-Dinh-Tempel.

    Dort angekommen, waren wir sehr überrascht vom Andrang: schon auf dem Parkplatz stapelten sich quasi die Roller und Menschenmassen strömten zum Eingang (zu 99 % Vietnamesen; an einem normalen Werktagsnachmittag). Wir entschieden uns gegen den Elektrobus-Shuttle zur Anlage und wanderten lieber die zwei Kilometer. Der erste davon ist gesäumt von Verkaufsständen, die alle das komplett gleiche Sortiment feilbieten, welches vor allem aus unterschiedlichen Süßigkeiten besteht. Da hauptsächlich Einheimische die Anlage besuchen, waren die Händler gar nicht auf Westler eingestellt und gewährten uns Lokalpreise: für 30000 Dong (~1,20 €) ergatterten wir getrocknete Zuckerpaste und Nuss-Karamell-Oblaten (in etwa mit türkischem Honig vergleichbar) in rauen Mengen.

    Derart gestärkt erkundeten wir das riesige Arreal. Erst 2010 fertiggestellt, präsentiert sich der Bai-Dinh wie ein religiöses Disneyland in traumhafter Kulisse. Natürlich alles neumodische, aber auf alt getrimmte Retorte (ich fühlte mich leicht an den weißen Tempel in Chiang Rai erinnert, deshalb im Titel auch "2.0"), jedoch trotzdem schön anzuschauen. Durch den Gigantismus (die Bilder sprechen ja für sich) der Bauten verlief sich die Besuchermeute auch ganz gut; es ist zudem immer wieder interessant zu sehen, dass auch modern gestaltete Gottesstätten gut frequentiert sind, wobei ich vermute, dass der hauptsächliche Impetus der einheimischen Besucher nicht religiöser Natur sondern eher der Begeisterung für pompöse Bauwerke und für gute Selfie-Locations entspringt. Leider wollte die Sonne nicht so ganz wie wir - die Suppe riss nicht auf. Trotzdem lässt sich auf den Fotos der tolle Blick auf das Umland erahnen.

    Auf jeden Fall einen Besuch wert, auch da außer 15000 đ Parkgebühr keinerlei Eintritt das Backpackerbudget belastete.
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