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  • Day87

    Des Kaisers nasse Kleider (Hue)

    February 10, 2017 in Vietnam ⋅ 🌫 18 °C

    Schweren Herzens sagten wir Hoi An Ade und machten uns auf, weiter nordwärts nach Hue (sind ja nicht zum Vergnügen hier). Die eigentlich als wunderschön beschriebene Fahrt führte über die Wetter- und Klimascheide zwischen Süd- und Nordvietnam. Diese machte ihrem Namen alle Ehre: hatten wir bisher vornehmlich gutes Wetter, so empfing uns Hue (nach schon verregneter Bussfahrt) im trüben Grau, mit anhaltendem Nieselregen und bis dahin auf der Reise kaum gefühlten Temperaturen unter 20 °C.

    Da der Wetterbericht für die kommenden Tage wenig Besserung verhieß, fiel eine weitere Nacht in Hue und ein angedachter Stopp beim Nationalpark um Phong Nha rigoroser und kurzentschlossener Umplanung zum Opfer.

    Um unserem Aufenthalt hier doch noch einen Sinn zu verleihen, entschlossen wir uns dem Palastgelände der alten Kaiserstadt trotz Nieselregens einen Besuch abzustatten. Richtige Entscheidung: Das unheimlich weitläufige Gelände entpuppte sich als ausgesprochen sehenswert! Zwar ist so gut wie Alles nachgebaut, dies aber sehr schön und toll gepflegt (Bild 1: Eingang). Mit äußerst kleidsamen Regenponchos (siehe Bild 2, bezieht sich auch auf die Überschrift; und ja ich hab auf der Reise zugenommen, wobei die Wampe hier hauptsächlich durch das mitgeführte Handgepäck hervorgerufen wurde) bewaffnet zogen wir fast drei Stunden über die Anlage, vorbei an Teehäuschen (Bild 3) und sonstigen Palastbauten. Verwinkelte Gärten wechselten sich ab mit tollen Blicken auf das Arreal (Bild 4). Die Bauten sehen genau so aus, wie man sich das als Westler romantisch verklärt die Architektur des asiatischen Mittelalters vorstellt: verspielte Verzierungen, kleine holzverkleidete Zimmer im inneren und himmelwärtszeigende Giebel.

    Sonderlich war einzig eine auf dem Gelände an mehreren Orten zubuchbare Fotosession in billiger Kaiserverkleidung, welche vor allem von einheimischen Touristen genutzt wurde (5 - 8 $ je nach Verkleidung und ob mit hinzugebuchten Dienern oder nicht, Bild 5). Und natürlich springen einem immer wieder asiatische Besucher in Victory-Pose vor die Linse (wie z.B. die sehr weißnasige Asiatin auf Bild 6). Die spinnen...

    Am Abend ging es in einen unserer geliebten Nachtbusse gut 550 km und 12 h weiter in den Norden nach Ninh Binh. Hip, hip, och ney!
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