November 2016 - February 2017
  • Day103

    Fame (Yogya #2)

    February 26, 2017 in Indonesia ⋅ ⛅ 6 °C

    Den zweiten und letzten Tag in Yogya nutzen wir für die Besichtigung des Borobudur, seines Zeichens der größte buddhistische Tempel im teils auch hinduistisch geprägten Java (bzw. später dann natürlich durch den Islam geprägt). Auf dem Weg zur Bushalte kam uns ein Pfadfinderumzug entgegen; neben Marschgetrommel gab's auch ein wenig Kostümierung (Bilder 1+2) - für unsere Wahlkölnerin leider nur Salz in der Wunde (der gerade wütende Karneval wurde schwer vermisst). Die 43 km Anfahrt zum Tempel bewältigten yogyarer Öffis in nur knapp zwei Stunden! Mit Studentenausweis war diesmal auch der Eintritt einigermaßen erschwinglich (nur ca. 10 €).

    Der Borobudur ist wunderschön gelegen - bei gutem Wetter soll man sogar bis zum Merapi sehen können (zwar brannte der Stern bei unserem Besuch gewaltig, aber es war etwas diesig), die Bilder 3-5 sprechen eigentlich für sich. Jedoch verheimlichen sie, dass der Tempel mal wieder überlaufen war von einheimischen Touristen. Und was das zu bedeuten hat, habe ich ja schon im vorherigen Footprint ausführlich erläutert: wir mussten zigfach für Fotos herhalten (Titelanspielung). Selbst ein im Bus gefertigtes Schild "Photo with us 2000 Rp" hielt niemanden ab - manche nahmen den Scherz sogar ernst und griffen zum Geldbeutel! Sollte Facebook jemals Gesichtserkennung und automatisierte Profilverlinkung einführen, wäre ich nicht überrascht, vom Benachrichtigungssytem auf mehr als hundert Bilder vom verschwitzten Selbst aufmerksam gemacht zu werden!

    Nach ca. zweistündiger Besichtigung in sengender Hitze freuten wir uns auf die ebenso lange, holprige Rückfahrt (Bild 6). Der durchgerostete Stahlblechboden des Busses gewährte an manchen Stellen Blick auf die Straße; dafür waren aber auch die Sitzpolster zerschlissen und keine Klimaanlage an Bord. Beim Umsteigen in Yogya (immerhin eine halbe Million Einwohner) trafen wir auch wieder auf den nervigen Indo-Opi vom Vortag - so macht Busfahren Spaß! 🙈😅
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  • Day102

    Rising stars (Yogya #1)

    February 25, 2017 in Indonesia ⋅ ⛅ 7 °C

    Der erste Tag in Yogya begann für uns nahe der Innenstadt mit dem Wassertempel des Sultans. Dieser suggeriert auf Photos (Bild 1) höheren Besichtigungswert als er realiter bieten kann. Nebenan gab's den Sultanspalast der Stadt zu bestaunen. Sehr schön war das Gamelanorchester vor dem Eingang zu beobachten (Bild 2), auch wenn dies in einer Aufwärmphase festzustecken schien (wir standen 20 Minuten davor, ohne dass etwas passierte, obwohl alle Musiker schon auf dem Platz saßen). Der Palast selbst ließ uns aber, ebenso wie der Wassertempel, auf dem Hocker verweilen, da die dargebotenen Räumlichkeiten und Ausstellungsstücke eher durch Masse statt Klasse bestachen: Es waren wirklich alle Utensilien ausgestellt, die die Sultane oder ihre Sultaninen je berührt hatten, was spätestens nach dem zehnten Raum wirklich erschöpfte. Fehlt nur noch, dass der königliche Eiskugelformer ausgestellt wird - oh Moment, wurde sogar doch (siehe Bild 3)!

    Weiter zogen wir entlang der Malioboro-Street in die Innenstadt. Die Straße ist bekannt für mannigfaltige Einkaufsmöglichkeiten. Wir durchwanderten einen nicht enden wollenden Basar, auf dem über mehrere Etagen vor allem Kleidung, Schmuck, obligatorischer Tand und Gewürze feilgeboten werden (z.B. Zimtstangen so groß wie ein Unterarm, Bild 4).

    Nachmittags machten wir uns auf zu dem ca. 20 km entfernten Tempel 'Prambanan'. Die Busfahrt dorthin verlängerte uns ein unentwegt schwafelnder Indo-Opi. Seine Versuche uns die Besonderheiten Yogyas und Indonesiens näher zu bringen, waren zwar nett gemeint, jedoch aufgrund der Tatsache, dass er nur bestimmte Schlagworte in Englisch wusste und diese siebzehn Mal wiederholte, bis wir bei seiner kruden Aussprache verstanden, was er meinte, eher nervig denn hilfreich!

    Am Tempel angekommen fiel uns die Kinnlade zu Boden ob der geforderten Eintrittspreise. Leider wollten die Ticketverkäufer auch unsere "Studentenausweise" - Plastikfahrkarten der sydneyer Öffis - nicht anerkennen (man kann's ja mal versuchen). So ärgerten wir uns recht ausgiebig die richtigen Ausweise im Hotel liegen gelassen zu haben und zahlten zähneknirischend 18 $ Einlassgebühr - sehr happig, wenn man sich vor Augen führt, dass die Eintrittskarten für Einheimische nur ein Zehntel dessen betragen oder z.B. ein Tag im gesamten (!) Angkor-Arreal 20 $ kostet. Sobald irgendwo ein UNESCO-Siegel vergeben ist, werden Westler eben ordentlich ausgenommen! Vielleicht auch ein Grund wieso auf einen Weißen ca. 100 einheimische Besucher kamen.

    Der Tempel selbst war zwar schön (Bild 5), kann aber in keinster Weise mit Angkor oder Bagan mithalten. Doch die eigentliche Attraktion waren eh nicht die alten Gemäuer, sondern wir!

    Rückblickend wird dieses Ereignis als unsere Geburtsstunde als Stars in die Annalen eingehen (siehe Titel). Zur Erklärung muss man voranstellen, dass wir in bisher drei Tagen auf Java (völlig überraschend) noch keine fünf Touristen gesehen hatten (uns mitzählend). Schon bei der Bahnfahrt tags zuvor und am Morgen beim Sultanspalast hatten uns Einheimische um Fotos mit ihnen gebeten. Was sich am Prambanan-Tempel abspielte waren jedoch ganz andere Dimensionen. Wir merkten recht schnell, dass heimlich Bilder von uns geschossen wurden, bis dann mal jemand den Mut fand uns direkt um ein gemeinsames Posieren zu bitten. Nachdem alle Umstehenden sahen, dass wir das erlaubten, gab's kein Halten mehr: ca. dreißig Mal mussten wir für das Familienalbum und Facebook (oder wofür auch immer sie Fotos mit Westlern haben wollten) posen. Höhepunkt war dabei eine komplette Schulklasse, von der nach dem gemeinsamen (6) noch jeder ein einzelnes Bild haben wollte. Schlichtweg verrückt; wir sind uns einig: wirklich berühmt werden wollen wir nicht.
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  • Day100

    Verstärkung ist eingetroffen (Jk -> Yog)

    February 23, 2017 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

    Dicker Zuwachs: Steffi und ich haben endlich jemanden gefunden, dem wir, anstelle uns einander, auf die Nerven gehen können! Am jarkartarer Flughafen lasen wir eine meiner zwei Lieblingscousinen auf: Johanna (auf Bild 1 noch im Zwiespalt, ob sie sich uns beide wirklich für vier Wochen antun will) verstärkt jetzt also die Truppe. Vor lauter Überschwang, mich nun nicht mehr alleine ertragen zu müssen, ließ Steffi glatt die Kreditkarte im Automaten stecken!

    Erste Amtshandlung auf Java: dem in allen Reiseblogs vermaledeiten Jakarta entkommen! Also sprangen wir gleich am nächsten Morgen in den Zug nach Yogya(karta) (Bild 2). Das bedeutete zwar Westjava komplett zu überspringen, ausgiebige Vorabrecherche ergab jedoch, dass wir dabei nicht allzu viel verpassen würden.

    Acht Stunden lang tuckerten wir also gut 500 km über die Hauptinsel des mehr als 17500 Eilande zählenden Indonesiens. Zugfahren hier ist die sicherste Transportmethode und vor allem sehr billig! Der Komfort ist eingeschränkt, lässt sich jedoch durch z.B. zubuchbare Kissen aufmöbeln (auf Bild 3 der Kissenhändler - Traumjob! 😂). Für das geübte Backpacker-Sultaninchen jedoch nicht von Nöten: wäre doch gelacht, hier nicht auch so eine bequeme Schlafposition zu finden (Bild 4, man beachte den geschickten Einsatz meines Nackenkissens)! Wir kamen wohlbehalten in Yogya an, das für die nächsten zwei Tage unsere "homebase" darstellt.
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  • Day100

    Grenzübertritt nach Indonesien (Jakarta)

    February 23, 2017 in Malaysia ⋅ ⛅ 28 °C

    Als ich, von der Masterarbeit gebeutelt und nach Ablenkung lechzend, mir in den Kopf setzte, Südostasien unsicher zu machen, war eine Route (weil in Zeitnot so ziemlich alles interessanter ist, als tatsächlich die Arbeit zu verfassen) relativ schnell ausbaldowert: Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam sollten in viereinhalb Monaten bereist werden und dies möglichst ohne teure Flüge buchen zu müssen - also demnach eine Reise nur über Land. Ich dachte, dass das Programm damit schon eng gestrickt sei und zweifelte die Machbarkeit Steffis Vorschlags, doch noch Myanmar mit aufzunehmen, stark an (im Nachhinein bin ich ihr dafür aber äußerst dankbar; ständig legen wir Reisebekanntschaften Burma ans Herz), baute das goldene Land aber trotzdem in die Route mit ein! Den Endpunkt der Reise (von Bangkok aus komplett auf dem Landweg) sollte demnach Hanoi darstellen.

    Zwar haben wir uns fast exakt an meine (eben mal in einer Nacht) entworfene Route gehalten, die, wie sich rausstellte, wunderbar wie geplant funktionierte (jaja Eigenlob stinkt, aber isso!), merkten jedoch schnell, dass sich Paulchen in einem Punkt gewaltig verkalkuliert hatte: nämlich bei der dafür benötigten Zeit; wir waren schlichtweg viel schneller als eigentlich angenommen. Natürlich hätte man alle Länder bis dato auch länger bereisen können, teils wollten wir dies aber nicht (Kambodscha hatte Steffi beispielsweise ja schon ein Jahr zuvor gesehen) und teils war es uns einfach nicht möglich (z.B. reizten wir das Visum für Vietnam bis auf den letzten Tag aus).

    So stand schon ca. seit der Ausreise in Myanmar fest, dass wir noch mindestens ein weiteres Land bereisen würden und dass der Plan, möglichst wenig zu fliegen, nur bedingt aufgeht (von Vietnam hätte man auf dem Landweg nur noch nach China weiter gekonnt). Hoch im Kurs standen die Philippinen, Malaysia, Taiwan, Indien und Indonesien. Nach reiflicher Überlegung (Kriterien: Flugpreise, Visumsbeschaffung, Wettersaison, Sicherheit, verbleibende Reisezeit) entschieden wir uns ca. auf Phu Quoc die letztgenannte Nation für vier Wochen als letztes großes Ziel der Reise anzusteuern.

    Lange Vorrede, kurzer Sinn: unser Flug von Hanoi nach Jakarta war schnell gebucht und vollkommen problemlos (Bild 1 zeigt den Landeanflug auf Jakarta). Kleinen Zwischenstopp legten wir dabei in Kuala Lumpur ein (Bruchteil des riesigen Lufthafens auf Bild 2). Westliches Fast Food überbrückte dort die schlimmsten Hungerleiden - ganz vornehm im "Golden Arches Restaurant" (na wer errät, zu welcher Kette der Kassenzettel auf Bild 3 gehört?! 😆). Und kurz darauf standen wir in Indonesien, genauer auf Java!
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  • Day98

    Abschied aus Vietnam (Hanoi #2)

    February 21, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 24 °C

    Zwar hatten wir bis dato schon drei Nächte in Hanoi verbracht, von der Stadt selbst aber noch nicht wirklich etwas gesehen, da sie uns nur als zentraler Ausgangspunkt für die Touren nach Halong und Mai Chau diente. Zwei volle Tage blieben aber noch vor Visumsablauf, die wir voll und ganz Vietnams Hauptstadt widmeten.

    Startpunkt der Stadttour war das Alte Viertel Hanois, das wir schon bei den Aufenthalten zuvor in Länge und Breite vollends durchwandert hatten. In dieser "Altstadt" findet man auf dichtestem Raum alles, was eine südostasiatische Großstadt ausmacht: massenhaft Geschäfte und (Straßen-)Verkäufer, viel Dreck und Lärm, chaotischsten Verkehr, Fressbuden und Restaurants, Schlepper und Touristen in Scharen! Für Reisende, die hier ihren ersten Berührungspunkt mit SOA haben, sicherlich eindrucksvoll, aufregend und ein Kulturschock, für uns "alte Hasen" aber nichts wirklich Neues.

    Deshalb steuerten wir ohne große Umschweife direkt das alte Universitätsgelände (heutzutage "Tempel der Literatur") an. Sehenswert, aber keine besonders eindrückliche Attraktion (Bild 1/2). Als nächstes erwiesen wir Ho-Chi-Minh doch noch die Ehre; zumindest gingen wir außen am (geschlossenen) Mausoleum vorbei (Bild 3). Kleine Korrektur: Ich hatte in einem früheren Footprint dieses (aufgrund fehlerhafter Angaben in Tripadvisor und Maps Me) irrtümlich in Saigon verortet. Schön ist's nicht, immerhin wurde es 2012 zum sechsthässlichsten Gebäude der Welt gekürt (CNN). Sehr nett war aber die vom Befehlshaber außergewöhnlich minutiös und (militärisch) affektiert ausgeführte Kontrolle und das Zurechtzupfen der Uniformen der wachhabenden Soldaten zu beobachten, die regungslos vor der Ruhestätte Wache hielten.

    Weiterhin stand die Mosaikmauer entlang der Hauptstraße östlich des Alten Viertels auf dem Programm, auf der sehr schön gestaltete Keramikbilder Teile der vietnamnesischen Geschichte darstellen (Bild 4).

    Am zweiten Tag besichtigten wir den kleinen Jadeberg-Tempel auf dem Ho-Hoan-Kiem-See (Bild 5 und nachts angestrahlt auf Bild 6). Auch nichts Weltbewegendes, aber wir wollten den letzten vollen Tag in Vietnam nicht mit Nichtstun im Hotelzimmer verbringen. So wanderten wir einfach noch ein wenig durch die Stadt, aßen, wie auch schon die Tage zuvor, eine Menge vietnamnesischer Spezialitäten (z.B. Banh Xeo, Sua Chua Deo oder Eierkaffee) und gaben die letzten Dong aus.

    Hanoi ist, wie oben beschrieben, wie jede andere Großstadt in SOA und daher in meinen Augen nur partiell lohnend; aber ich hebe ja auch immer hevor, dass ich Landschaften und Tempel gegenüber jeder Stadt präferiere!

    Tageserlebnis: "Der Fluch der Flickschuster"

    Touristen abzuziehen gehört zum Tagesgeschäft vieler Südostasiaten, den Abzockversuchen auszuweichen zu dem der Backpacker. Etliche Gefechte dieses niemals endenden Kampfes manifestieren sich in Hanoi in besonders abstruser Form: man läuft nichtsahnend die Straße entlang und wird plötzlich durch aufgeregte "your shoe, your shoe"-Rufe aus dem Tran gerissen. Am Boden kauernde Vietnamnesen deuten hektisch auf die Flip Flops, die man trägt. Der verwirrte Urlauber hebt den Fuß, um nachzusehen, was an den Schuhen denn nicht in Ordnung ist. Das ist der Moment auf den die Betrüger warten; blitzschnell wird einem die Sandale vom Fuß gerissen und angefangen daran rumzuwerkeln. Ein bisschen Kleber hier, ein klein wenig Poliercreme da und die (natürlich vollkommen tadellosen) Treter sind unnötiger Weise "repariert". Viele Touristen stehen hilflos auf einem Bein und schauen irrtiert dem lächerlichen Treiben zu. Am Ende sind die Schuhe genau so gut als wie zuvor, es werden aber trotzdem Beträge von bis zu 600000 Dong (~24 €) für die vollkommen unnötige Flickschusterei aufgerufen, die so Mancher - in kompleter Überforderung - auch wohl wirklich entrichtet!

    Eine einfallsreiche und zugleich extrem lustige Masche, die teilweise zu funktionieren scheint und bei uns, respektive mir, ebenfalls versucht wurde. Doch gegen die durch Wanderungen und das Backpackschleppen eisenhart trainierte Zehenmuskulatur meiner Käsquanten kamen die Wichte nicht an! Irritiert googelte ich am Abend, was das komische Erlebnis zu bedeuten hatte und stieß auf jede Menge Warnhinweise von Touris, die im Kampf den Kürzeren gezogen hatten. Doch anscheinend belegten mich die Möchtegernschuster mit einem Fluch, denn zwei Tage später riss tatsächlich der vordere Riemen meines rechten Flip Flops. Natürlich könnte man dies auch auf die widrigen Bedingungen zurückführen (tägliche Benutzung, (Salz-)wasser und Schweiß), denen die Ledersandalen ständig ausgesetzt waren, ich erachte die esoterische Erklärung aus Gründen des Amüsements jedoch als wahrscheinlicher!

    Noch ein kurzes Vietnamfazit: Außer Hoi An waren die Städte des Landes wenig berauschend und Phu Quoc blieb hinter unseren Erwartungen zurück. Alles andere aber war großartig; als besondere Highlights muss ich gleich vier Städte/Attraktionen/Touren hervorheben: Hoi An, die Easy-Rider-Tour, die trockene und die "feuchte" Halong-Bucht. Kulinarisch hatte das Land auch eine Menge zu bieten! Einzig die Menschen sind nicht ganz so in sich ruhend, wie in anderen Ländern Südostasiens (z.B. sahen wir einmal eine Marktfrau im lauten Streitgespräch ihrer Kollegin ein Fleischermesser unter die Nase halten). Insgesamt trotzdem ein tolles Reiseland mit eindrucksvollen Landschaften!
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  • Day96

    Sapa light (Mai Chau)

    February 19, 2017 in Vietnam ⋅ ☀️ 8 °C

    Die Sapastrophe (siehe drei Footprints zuvor) wollten wir nicht auf uns sitzen lassen und buchten deshalb eine Tour ins Umland von Mai Chau, das ähnlich eindrückliche (wenn auch nicht ganz so grandiose) Reisterassenlandschaft (wie Sapa) bieten soll. Aufgrund niedrigerer Lage sind hier die Temperaturen auch sehr viel erträglicher als im hochgelegenen Pendant.

    Wieder ging's dreieinhalb Stunden aus Hanoi raus, diesmal gen Westen und auf einer viel schöneren Route (Bild 1) als nach Halong. Vor Ort trafen wir auf Christy, Tobias und Bert (drei Los-Angelikaner) und bekamen erst mal ordentlich was zwischen die Kiemen. Danach ging's eine Dreiviertelstunde lang auf die Räder zu einer vergleichsweise langweiligen Tour durch ein Tal voller Reisfelder (ohne Terassen, Bild 2), gefolgt von einer weiteren halbstündigen Fahrt im Auto. Die letzten zwei Kilometer zum Homestay liefen wir durch einen Nationalpark, welcher uns ebenfalls nicht vollends überzeugte. Soweit fanden wir die Tour eher fad...

    Die Unterkunft lag allerdings wunderschön in einem leicht terassten Reisfeldtal (Bild 3: Blick vom Schlafplatz auf die Äcker). Zum Sonnenuntergang schlenderten wir im goldenen Licht auf Feldwegen durch das Anbaugebiet (Bild 4). Dies, das gute Nachtmahl in Kombination mit jeder Menge Reiswein und lustige Gespräche mit den Amis, stimmten uns - dem ansonsten (in verwöhnten Backpackeraugen) eher mäßig überzeugenden Tagestourprogramm gegenüber - dann doch noch wohlgemut.

    Der nächste Tag graute und wir begaben uns, nach opulentem Frühstück und Beglückwünschung des Geburtstagskindes (Steffi), wieder auf Wanderschaft. Zwei Stunden lang liefen wir aus dem Tal einen distanzmäßig kurzen (ca. 7 km), durch die Steigung aber knackig anstrengenden Pfad (nicht nur die nun steinalte Dame in unseren Reihen kam ins schwitzen) zurück zu den Autos. Am Wegesrand zeigten sich nun endlich die so lang ersehnten Reisterassen in atemberaubender Ausdehnung über fast den kompletten Berg hinauf (Bilder 5/6, leider im Gegenlicht schwer abzulichten). Wirklich wunderschön und schlussendlich, in unseren Augen, der ausschlaggebende Punkt die Tour als gelungen zu bezeichnen (insgesamt war es aber hart an der Grenze, da wir ebenso lang im Auto verweilten, wie wir letztendlich wirklich etwas unternahmen - 10 h jeweils)! Zurück dauerte es sogar fast fünf Stunden, bevor wir müde, aber doch zufrieden, wieder in Hanoi Quatier bezogen.
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  • Day94

    The real shit (Halong Bucht)

    February 17, 2017 in Vietnam ⋅ 🌙 23 °C

    Früh morgens starteten wir von Hanoi aus nach Halong. Die drei Stunden Fahrt (und eine obligatorische Stunde Warten) unterhielten wir uns mit dem sehr netten Niederländer Jim, bevor wir im Hafen von Halong angekommen (Bild 1), auf den Rest der Teilnehmertruppe trafen (Duna, Yannick, Diana und Seth). Gegen Mittag begann nach Kojenbezug die eigentliche Tour.

    Natürlich hatten wir großes Besucheraufkommen am bekanntesten Naturwahrzeichen Vietnams erwartet; die massenhafte Einschiffung von Touristen auf mehr als fünfzig großen Booten ließ den Versprechungen der Touragentur ("special route, not touristy") gegenüber jedoch starke Zweifel aufkommen. So reihte unser Schiff sich ein in den Reigen der Armada und nahm bei bestem Wetter Kurs in die offene Bucht (Bild 2).

    Nach dem Mittagessen begann sich das Bootsrudel langsam aufzulösen, bis nach zwei Stunden Entspannen auf dem Sonnendeck schließlich (fast) leere See vor uns lag: eindrücklichere Ausblicke hatten wir selten; schlichtweg überwältigend wie das Karstgestein in aberwitzigen Formationen aus dem Meer ragt (Bild 3)! Die "trockene Halong Bucht" um Ninh Binh ist zwar wahrlich nicht minder beeindruckend, aber das hier ist eben das (namentliche) Original (darauf spielt auch der Titel an).

    Am Nachmittag wechselten wir auf Kajaks und paddelten um die schroffen Klippen mancher der über tausend Eilande. An einem kleinen Strandabschnitt trauten wir uns auch ins kühle Nass - sehr erfrischend! Zurück am ankernden Schiff wurde ein opulentes Abendessen kredenzt; überhaupt gab's gute Verpflegung an Bord! Wir suchten realtiv früh die komfortable Koje auf (besser als so manches Ho(s)tel auf der Reise), denn der nächste Tag sollte früh beginnen.

    Gleich nach dem Frühstück bemannten wir wieder die Kajaks und steuerten eine der größten Höhlen der Bucht an, "Virgin Cave" genannt. Diese war zwar ganz nett, jedoch kein Vergleich zu Konglor oder der Höhle in Vang Vieng und außerdem leider gar nicht mehr so jungfräulich, da hunderte Besucher ihre Initialen oder sonstige 'wichtige' Botschaften an die Wände geschmiert hatten. Naja, in SOA muss man eben schon froh sein, wenn nicht alles von Müll bedeckt ist!

    Gegen 10:00 Uhr verließen wir den Ankerplatz (Blick von diesem kurz nach Sonnenaufgang auf Bild 4) und tuckerten gemütlich zurück nach Halong, natürlich abermals durch traumhafte Ausblicke (Bild 5/6). Am Hafen angelangt ging's auch gleich wieder in den Bus und zurück nach Hanoi, wo wir die Nacht verbrachten, um am nächsten Tag direkt zur nächsten Tour aufzubrechen.

    Die Halong Bucht wurde ihrem grandiosen Ruf gerecht und hat uns trotz Touristenmassen vollends überzeugt!
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  • Day93

    Planerei (Hanoi #1)

    February 16, 2017 in Vietnam ⋅ ⛅ 25 °C

    Im glücklicherweise - gegenüber Sapa - geradezu heißen Hanoi (~23°C) nutzen wir unseren ersten Aufenthalt zur gründlichen Planung der letzten Woche in Vietnam. Die Hauptstadt stellte dabei jeweils Start- und Endpunkt für zwei verbleibende Reiseziele dar: die Halong Bucht und Mai Chau. Da wir auch von Hanois Flughafen zu neuen Gefilden aus starten werden, verschoben wir das "sightseeing" in der Stadt auf die letzten zwei Tage im Land.

    Es galt sich also mit einer Reiseagentur rumzuschlagen, um erschwingliche Touren zu buchen. Mittlerweile haben wir ein wenig Übung: einen zweitägigen Ausflug mit Transport, Kost und Logis zur Halong Bucht sowie Einen ebenso langen nach Mai Chau drückten wir von im Netz angeführten ~200 $ auf 160 $ pro Kopf (-> 40 $ pro Tag). Immer noch "über Budget" für uns, aber noch einigermaßen im Rahmen. Was so eine wehleidige Beteuerung, ein quasi am Hungertuch nagender Student zu sein, langes Diskutieren (und Zappelnlassen der Travel Agents) auf Deutsch und das Wunderargument (so zu tun als würde man den Laden verlassen wollen) so alles bringt...

    Außerdem stiefelten wir durch mehrere Unterkünfte, um Übernachtungen zwischen und nach den Touren zu organisieren. Nicht wirklich spannend, aber auch notwendig. Zur Belohnung können wir die letzte Woche ohne Organisationsgedöns genießen!

    Die Bilder zeigen den Ho-Hoan-Kiem-See im Herzen Hanois, an dessen Ufer wir am Nachmittag pausierten.
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  • Day92

    Wie Sie sehen, sehen Sie nichts! (Sapa)

    February 15, 2017 in Vietnam ⋅ ☁️ 8 °C

    Vorerst an Hanoi vorbei führte unsere Reiseroute von Ninh Binh aus ins hoch gelegene Sapa - einem bekannten und vielgerühmten Reiseziel Vietnams (nach Halong Bucht und Mekongdelta sicherlich auf Platz drei der Empfehlungscharts). Uns war klar, dass es kalt werden würde und dass das Wetter (im hiesigen grad vorherrschenden Winter) dort oft nicht besonders ist. 'Google Weather' verhieß jedoch nur mäßige Bewölkung und einigermaßen erträgliche 8 - 15 °C, was uns bestärkte den Schwenk gen Norden zu wagen.

    Was Datenschützer freuen wird, uns allerdings hart auf den Boden der Tatsachen aufschlagen ließ: "Big Brother" Google weiß nicht alles, sondern irrt auch mal gewaltig! Schon bei der Anfahrt sahen wir wenig, bei Aussteigen nach der Ankunft jedoch keine 50 m weit. Die dichte Nebelsuppe kam in Begleitung von feinstem Nieselregen und flotten Böhen, die die Feuchte in die Kleidung trieben und einen binnen kürzester Zeit schlotternd das Warme suchen ließen.

    Doch wir suchten vergeblich; im ironischer Weise "Stunning View" getauften Hotel sahen wir selbst im Zimmer unseren Atem und vom "umwerfenden Ausblick" gar nichts. Da in Vietnam keinerlei Heizungssysteme üblich zu sein scheinen, bleib nur das Bett (mit Heizmatratze), um sich aufzuwärmen.

    Die hiesigen Händler machen sich die kleidertechnisch meist schlechte Vorbereitung der Touris zu Nutze und bringen gefälschte North-Face Jacken (und andere Markenprodukte) im großen Stile an den Mann. Der amerikanische Hersteller lässt in Vietnam produzieren und die Fälschungen sind auch qualitativ sehr gut, so dass - falls man nicht weiß worauf man achten muss - der Schwindel selten auffliegt bzw. getrost ignoriert wird. Wir wussten darum, arbeiteten uns aber (wegen akuter Frösteligkeit) trotzdem durch 15 Läden, um für Steffi eine Jacke in passender Größe und Farbe zu erstehen.

    Tags darauf packten wir nach eisiger Nacht schon wieder unsere sieben Sachen. Eigentlich wollten wir eine dreitägige Rollertour durch das umgebende Hochland von Sapa aus starten; die immer noch miesen Bedingungen machten uns aber einen Strich durch die Rechnung, weshalb wir noch vormittags einen Bus nach Hanoi bestiegen. Schade - Sapas Umgegend soll bei Sonne mit die schönsten Reisterassenlandschaften Asiens bieten. Vietnam stellt uns wettertechnisch wirklich vor Herausforderungen!

    Photos:

    Bild 1: Sapa am Abreisetag; tags zuvor sahen wir von gleicher Stelle aus nicht einmal den See!

    Bild 2: Matschfilm, der sich über alle Straßenbeläge zog, weshalb wir eine Rollerfahrt nicht riskieren wollten.

    Bild 3: Kohlefeuer in der Hotellobby: Wärme- und Qualmgewinn standen in keinem rational rechtfertigbarem Verhältnis! Im Hintergrund übrigens das "no smoking"- Schild...🙈

    Bild 4: "Stunning View" des Stunning View Hotels
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  • Day90

    Nochmal das Ganze, mit Sonne bitte! (NB)

    February 13, 2017 in Vietnam ⋅ ☀️ 21 °C

    Tag drei in Ninh Binh begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein; beste Voraussetzung also für eine weitere Rundfahrt mit dem Roller. So brausten wir nach Trang An, einem kleinen Dorf in der Nähe. Schon die Anfahrt führte durch die malerische Karstgesteinlandschaft, die sich bei blauem Himmel einfach noch wundervoller gab, als tags zuvor.

    Vor Ort werden, wie schon in Tam Coc, Bootstouren angeboten. Das kostet auch hier "horrende" 8 € pro Kopf, jedoch zahlten wir aus mehreren Gründen sehr viel lieber als am Vortag (und gaben sogar Trinkgeld): Zum einen gab es keine uns bedrängenden Händler und die Tour war ca. doppelt so lang wie in Tam Coc. Zum anderen teilten wir uns das Boot mit Einheimischen. Zwar konnten wir uns kein bisschen verständigen, aber es war lustig dem fröhlichen Geplapper der zwei Damen und der Bootsfrau zuzuhören. Zudem wiesen die Locals unserer Rudererin wohl an, eine andere Route als üblich zu nehmen - ein riesiger Vorteil, da wir so nicht von einer Armada gleichzeitig gestarteter Boote umringt waren und auf der ganzen Fahrt nur ca. 5 andere Kähne zu Gesicht bekamen (von schätzungsweise mind. 50 startenden)!

    So schipperten wir durch die atemberaubende Szenerie, versuchten die Kinnlade oben zu behalten und fotografierten wie die Weltmeister. Hinter jeder Flussbiegung waren andere Hügelformationen zu bestaunen (Bilder 1/2) und durch den Flusslauf ausgefressene Höhlen, die wir mit eingezogenem Kopf durchfuhren, sowie kleinere, neuerbaute Tempelanlagen rundeten das eindrückliche Erlebnis ab. Desweiteren wurde herzlich über meine kläglichen Ruderversuche gelacht (zu meiner Verteidigung: die Rudervorrichtung war auf eine Körpergröße von 1,50 m ausgelegt). Als Sahnehäubchen hatten wir auch noch eine zuckersüße, ca. einjährige Minivietnamnesin, an Bord die uns mit großen Augen und aufgeplusterten Wangen musterte (Bild 3). Es kamen Überlegungen auf, die erlaubte, aber bisher nicht in Anspruch genommene, zweite Tasche beim Rückflug als Lebendgepäck aufzugeben...

    Zum Abschluss düsten wir noch 25 km nach Van Long, wo angeblich ebenfalls Bootstouren angeboten werden. Wir fanden niemanden bei der Ablegestelle, was jedoch nicht schlimm war. Die wieder mal famosen Aussichten ließen sich auch wunderbar auf einer ca. 4 km langen Dammstraße vom Roller aus bewundern. Zur Linken die Felsen im Wasser, zur Rechten Reisfelder konnten wir keine 500 m ohne Fotopause fahren (Bilder 4 - 6; auf Bild 5 kann man bei genauem Hinsehen Bäuerinnen beim Reispflanzen erkennen).

    Quintessenz: Ninh Binh und Umgebung hat wirklich viel zu bieten und eignet sich hervorragend als Teaser für die Halong Bucht!
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