Home, Sweet Home
August 16 in Germany ⋅ ☁️ 29 °C
Die letzte Etappe bis nach Hause gestaltet sich als erstaunlich entspannt. Ein kurzer Regenschauer in Mulhouse zwingt uns zwar in die warmen Regenklamotten, aber kaum dass wir sie angezogen haben, fällt auch schon der letzte Tropfen vom Himmel. Also wieder raus aus der Klamotte und bei Sonnenschein durch Freiburg und über den Schwarzwald hinweg.. Und obwohl wir auf unseren Isomatten wirklich gut geschlafen haben, freuen wir uns auf unser Bett.
Was für ein toller Trip, viele nette Leute kennen gelernt, uns riesig gefreut unsere Bekannten auf der Lesereise wieder getroffen zu haben, auf dem ACT fantastische Landschaften durchfahren zu haben (uns über vorhandene Skills beim Biken gefreut, und über fehlende Skills mit unter geärgert), uns über endlose, kurvige Strecken geschraubt, in der Hitze geschwitzt, selten gefroren (wie toll war das?) zu haben.
Motorrad fahren ist intensiv. Man riecht die Landschaft, man fühlt beim fahren jede kühle Ecke im Schatten der Bäume und jeder heiße Böe, die einem hinter einer Kurve entgegen schlägt, riecht modrige Wälder und frisch gemähte Wiesen - sogar die Backstube im kleinen französischen Bergkaff kündigt sich durch einen aromatische Duftwolke an. Allerdings auch der verendete Kadaver am Straßenrand. Jede einzelne Kurve muss hoch konzentriert angefahren, angebremst und mit der optimalen Schräglage durchfahren werden.
Eine Motorradreise hat einen besonderen Rhythmus - insbesondere, wenn man campt. Während wir sonst mit dem Camper gerne wild stehen, fällt es mit dem Motorrad ungleich schwerer, einen passenden, versteckten Ort zu finden. Zumindest einen, wo man sich sicher fühlt. Die Suche verschlingt viel Zeit. Daher war dieser Trip sicherlich der erste seit etlichen Jahren, wo wir jede Nacht ein Campingplatz angesteuert haben. Allein aus dem Grund, keine wertvolle Urlaubszeit zu verschwenden und den Schweiß unter der angenehmen Dusche abspülen zu können. Da wir auf dem ACT und auch sonst auf unseren Routen fantastische, einsame Landschaften durchfahren haben, war der Verlust an Einsamkeit auch zu verschmerzen.
Insbesondere auch deshalb, da die kleinen Campingplätze in Frankreich unwahrscheinlich schön sind. Und günstig zudem.
Und der Rhythmus einer Motorradreise? Jeden Morgen waren wir erstaunt, wie viele Handgriffe nötig sind, um reisebereit zu sein: Zelt abbauen, Schlafsack in die Hülle stopfen, Isomatte Luft ablassen und in die Hülle stopfen, Tankrucksack aufs Moped, Benzinkocher anheizen, Kaffee kochen, Müsli machen, abwaschen, alles auf dem Motorrad verstauen und festzurren, Motorradklamotten anziehen - und nach ziemlich genau 2 Stunden losfahren. Zeit, die benötigten, Handgriffe, die uns Spaß machten und nicht stressen. Wir sind uns sicher, dass viele andere Reisende den Workflow beim Campen als Stress empfinden.
Für uns war es wieder eine schöne Erfahrung, die wir gerne wieder wiederholen würden.
Hier nochmals ein bildtechnischer Rundgang durch unseren Trip.Read more
































TravelerEinfach nur toll. Ich war in vielen Passagen bei euch. 🥰