• Hôi An, Zentralvietnam

    Dec 27, 2024–Jan 1, 2025 in Vietnam ⋅ 🌧 23 °C

    Wir sind nun schon länger im Norden Vietnams als die grobe Planung war und das schnarchig-schöne Cuc Phuong über Weihnachten haben wir aufgrund von Sturm und Starkregen an der Küste Zentralvietnams etwas ausgedehnt. Trotzdem- als wir mit dem Übernachtbus 700km südlich in Hoi An einfahren, regnet es noch immer in Strömen, immerhin bei 24°. Ungewöhnlich, denn Regenzeit hat noch Zeit, Klimawandel überall spürbar.

    Hotel Mavina klettet mit Angeboten, die wir unbedingt buchen sollen, es wird genug zu tun geben: Hoi An, einst Handelszentrum bis der Hafen versandete, ist weiterhin Zentrum für Kunsthandwerk, das man nicht nur kaufen, sondern auch selbst machen kann. Seidenlampions bauen, Holzschnitzereien, Kochkurs, Schmuckwerkstatt. Auf dem Bild siehst du den Arbeitsplatz von Annettes Ohrringen (s. Pfeil)
    Besonders hat uns die Ausstellung des franz. Fotografen Réhahn gefallen, der meist ältere Menschen zahlreicher ethnischer Minderheiten porträtiert und neben die Fotos die jeweils originale Tracht stellt.
    So mäandern wir in der Stadt zwischen Kunst und Kommerz bis wir die Tempelstadt Mŷ Soʻn besuchen: rund 1500 Jahren standen die Backsteintempel, gebaut mit einer Kompetenz, die bis heute unerreicht ist. Dann zerbomten 50 der 70 Tempel '69 die Amis. Die buddhistische Chamkultur fiel im Kampf gegen den Kommunismus - finde den Fehler.
    Auf dem Bild mit dem "Poller" kannst du die Herstellung von heiligem Wasser nachvollziehen: einfaches Wasser über den Pimmel (roter Pfeil) gießen und unter der Scheide (selbstklärend) wieder auffangen - zack heilig, wenn man, wie wir, die Spiritualität (noch) nicht versteht. Und das in völliger Dunkelheit, denn dieser eigentlich geschlossene Tempel (nur für Mönche) ist fensterlos. Die Anlage ist faszinierend, die Krater durch B52 Bomben bleiben mahnend erhalten und die Qualität der fugenlosen, also mörtelfreien Mauern gegenüber den vermosten Nachbauten verblüffend. Wir wissen nun die 3 Tricks aber bauen ja lieber mit Holz. In einer Liveperformance mit lebenden Chamtänzerinnen entdecken wir die Gottheiten wieder.
    Statt Regen nun Wind und wir
    radeln mit ollen Tretmühlen zum Strand, leider besonders vermüllt durch den Taifun vor ein paar Tagen, tolles Wellenbad trotzdem!

    Sylvester gönnen wir uns ein Spektakel mit 100 Darstellenden über die Geschichte Hoi An.

    Es ist schön, den Jahreswechsel als Anlass zu nehmen, über diese Reise (wir nennen sie seit der Planung "unserer Zeit") glücklich zu reflektieren, Stolz und Dankbarkeit zu empfinden und gespannt auf die 2. Hälfte in 2025 zu blicken.
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