• Monika Reinauer
June 2024

Via Gebennensis, Frankreich

A 10-day adventure by Monika Read more
  • Trip start
    June 16, 2024

    1. Tag, Odyssee mit glücklichem Ende

    Jun 16–17, 2024 in France ⋅ ☁️ 22 °C

    Der Tag fing gut an... Jeannine meldete sich nach einer sehr kurzen Nacht und meinte, sie sei überhaupt nicht fit. Der Chorauftritt vom Vorabend war sehr anstrengend. Trotzdem setzten wir uns in den Zug und das eine oder andere Nickerchen verkürzten den langen Anfahrtsweg. In Genf umsteigen in den Regionalzug nach Chambery, dann in den Bus. Welcher Bus... Wo fährt er? Niemand konnte uns Auskunft geben. Wir hetzten vom Busbahnhof zum Zug, wieder zurück und stellten dann fest, dass wenn ein Bus gefahren wäre, hätten wir ihn verpasst. Am Bahnhof kriegten wir widersprüchliche Infos. Der Zug auf Gleis 4 fährt nach Les Abrets, ja er hält dort, nein dort hält er nicht. Zum Glück war der Zug spät dran und wir fanden heraus, daß wir zwei Stationen fahren können und dann ein Taxi rufen oder laufen nach Les Abrets. Das hiesse nochmals 8 km zu den geplanten 12. Zu viel!
    Angekommen, rief ich drei Taxisgesellschaften an keiner wollte oder konnte. Eine Frau fuhr auf den Vorplatz und holte ihren Sohn ab. Wie sprachen sie an und fragten, ob sie uns gegen Entgelt nach Les Abrets fahren könne. Sie verstand uns nicht. Dabei sprach ich doch französisch! Mutter und Sohn waren taub-stumm. Eine ganz neue Herausforderung. Mit Händen und Füßen gab sie zu verstehen, dass sie uns sehr wohl fahren würde, erst aber ihren Sohn nach Hause bringen möchte. Also rein ins Auto und los. Soooo nett. Ein richtiger Engel. Der anschliessende Marsch war dann lang und die Höhenmeter zäh.
    Die Unterkunft haben wir bei Privaten gebucht. Wir wurden herzlich begrüßt. Das Zimmer ist sehr gross und schön. Das Essen (4 Gänge) mit Gemüse aus dem Garten war fantastisch. Wir unterhielten uns köstlich und ließen uns die feinen Speisen schmecken. Jeannine hatte sich unterwegs Kartoffeln gewünscht - es gab Kartoffelstampf! Der Weg gibt Dir, was Du brauchst/wünschst!
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  • 2. Tag, Auf und Ab

    June 17, 2024 in France ⋅ ☁️ 24 °C

    Wir haben gut geschlafen und das Frühstück war ok. Kaffee aus einer Schüssel trinken, macht man auch nicht jeden Tag 😉
    Der Weg führte uns heute durch kühle Wälder, an Weizenfelder mit Mohnblumen und kleinen Weilern vorbei. Die Anstiege waren heute heftig, aber auch die Abstiege. Wir machten viele Pausen und so mancher unserer Wünsche gingen in Erfüllung. Ein Brunnen mit klarem, kalten Wasser, ein Bänkchen und sogar einen Kaffee. Am Zielort in Les Grand-Lemps noch zum Lidl gelatscht und für den Znacht und den nächsten Tag eingekauft. Die letzten Meter waren heftig, immer nur rauf. Dann die Enttäuschung: der versprochene Pool war gerade so am Auffüllen. Schon wieder... vor einem Jahr konnte ich ihn auch nicht nutzen. Dieses Argument überzeugte die Besitzer. Wir durften in den Pool!!! Das Wasser war herrlich kühl und noch ohne Chlor. Nach einem Znacht aus dem Rucksack bzw. Lidl. Genossen wir den Weitblick ins Tal und kamen ins Reden.Read more

  • 3. Tag, Brutkasten

    June 18, 2024 in France ⋅ ⛅ 27 °C

    Nachdem wir gestern bis fast Mitternacht geschnattert haben, kamen wir heute kaum aus den Federn. Der Kaffee schmeckte, das Frühstück aus dem Rucksack war ok. Der Hausbesitzer schenkte uns noch frische Croissants und wir zogen los. Dass es bereits 11 Uhr war, kriegten wir zu spüren. Die Höhenmeter hielten sich zwar in Grenzen, doch die Hitze war heftig. Wir nutzten jeden Brunnen, jeden Schatten, jede Kirche um uns zu kühlen. Der Weg war endlos... 23km waren es am Ende. Wir haben auf dem Camping ein grosses, möbliertes Zelt gemietet mit Betten. Der Pool war leider schon zu und um zur Pizzeria zu laufen waren wir zu müde. Also duschen und essen aus dem Rucksack.Read more

  • 4. Tag, Morgenstund hat Gold im Mund

    June 19, 2024 in France ⋅ ☁️ 28 °C

    Heute klingelte der Wecker um 7. Anziehen, Füsse pflegen, kurz was essen aus dem Fressbeutel und los ging's. In der ersten Ortschaft gab's frisches Brot und einen Kaffee. Lecker. Nach ca. 1 Stunde über Felder und Wiesen gings steil bergauf. Wie froh waren wir, dass wir so früh los sind und uns dieser Anstieg nicht in der Mittagshitze traf. Wieder war es schwülwarm, drückend und der Schweiss floss in Strömen. Die 21 km zogen sich unendlich und so langsam kommen die kleinen Wehwechen. Unsere Unterkunft liegt etwas ab vom Weg. Das Haus hat einen Brockenstuben Touch. Die Besitzerin war wohl auf vielen Reisen und hat von überall was mitgenommen. Im Regal stehen viele Bücher über Archäologie, Paläontologie und es gibt einige wirklich alte Bücher. Ich bin sicher, hier gäbe es einige Schätze zu entdecken. Bin gespannt, was die Dame uns beim Abendessen erzählen wird.Read more

  • 5. Tag, Matsche-Patsche

    June 20, 2024 in France ⋅ ☁️ 22 °C

    Das Gespräch mit der Hausdame war sehr interessant. Eine weit gereiste und sehr gebildete 76 Jährige.
    Das Haus hatte nicht nur Charme, sondern auch viele Mäuse. Auf den Betten und auf dem Boden sahen wir deutliche Spuren.
    Das Frühstück war bescheiden, wie auch das Wetter. Es regnete uns windete stark. Wir zogen uns an und zogen los. Nach kurzer Zeit waren wir klitschnass. Egal.... Der Boden war sehr matschig, das Gras kniehoch und die Wege undeutlich bezeichnet. Nach 3 Stunden machten wir halt vor einer Kapelle. Drinnen fand gerade ein Gottesdienst statt und wir wollten nicht stören. Erstmal was essen, Füsse pflegen und dann in der Kapelle die Ruhe geniessen. In nächsten Dorf machten wir einen Umweg um was zu essen und einen Kaffee zu trinken. Wir kamen gerade noch rechtzeitig vor dem grossen Regen an. Wir warteten eine Stunde, verschlangen ein riesiges Sandwich und genossen den Kaffee. Dann gings weiter, durch hohes Gras, tiefe Pfützen. War echt anstrengend und wir liefen auf dem letzten Zacken. Um 19 Uhr kamen wir dann endlich an. Wir hatten ein kleines, schmuckes Apartment gemietet. Der Vermieter war meeega nett. Hat unsere Wäsche gewaschen und getrocknet und uns Pasta und Speckwürfel geschenkt. Auf den 23km gab es kein einziges Lebensmittel Geschäft! Tja, der Weg gibt Dir was Du brauchst!
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  • 6. Tag, Höhen und Tiefen

    June 21, 2024 in France ⋅ ⛅ 21 °C

    Ein Stück Brownies und ein Kaffee zum Frühstück und los ging es durch den Regen. Das erste Stück war echt doof! Neben der Hauptstrasse im Gras und mal links der Leitplanke, dem Verkehr ausgesetzt. Nach 1 Stunde kam die Sonne zum Vorschein und das Dörfchen Chavanay zeigt sich von seiner schönen Seite. Nun gings bergauf, vorbei an Weinreben, Kirschbäumen, Aprikosen... und an (fast) jedem Baum musste Jeannine naschen. Ich zog unterdessen langsam weiter. Heute war eh nicht so unser Tag, irgendwas lag in der Luft. Das "Gewitter" entlud sich dann nach einem strengen Anstieg. Danach war alles wieder ok. Muss auch mal sein. Wie immer waren die letzten Kilometer die schlimmsten. Füsse schmerzen, Knie zwicken, Rücken zieht. Kein Wunder. Auch heute haben wir mehr als 20 km gemacht und 500 Höhenmeter rauf.
    Unsere Unterkunft ist ein in die Jahre gekommener Wohnwagen. Ein Bett 160cm und ein improvisiertes Bett 120cm. Wir hüpfen in den Pool und gönnen unseren Muskeln ein bisschen Erholung. Zum Znacht gibt s einen leckeren Burger, mit Fritten und Salat. Zum Dessert Meringue mit Erdbeeren für die einen und die 2. Halbzeit Frankreich vs Holland im Public Viewing unterhalb des Camping Restaurants.
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  • En Grossmueti Täller

    7. Tag, Easy- Peacy

    June 22, 2024 in France ⋅ ☁️ 18 °C

    Die Nacht war alles andere als gut. Jeannines Bett war viel zu weich und hing nach rechts und meines ein Stückwerk aus Sitzpolstern, zudem gab es keine Verdunkelungsmöglichkeit. Um 8 Uhr quälten wir uns aus dem Bett. Der Kaffee und das Frühstück im Camping Restaurant war gut. Um 10 Uhr liefen wir los. Heute nur 15 km dafür 500 Höhenmeter. Die Landschaft war bezaubernd. Bewaldete Hügel, Wiesen, schöne Häuser, nette Leute. Die Unterkunft liegt mitten im Ort und das Zimmer hat ein schmucke Tapete :-)
    Das Essen war ok, die Gespräche sehr interessant. Die Gastgeberin erkältet. Hoffentlich haben wir uns nicht angesteckt...
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  • 8. Tag, Auffi gehts....

    June 23, 2024 in France ⋅ ☁️ 15 °C

    Die Nacht war ok, das Frühstück gut. Wir kamen wiederum ins Reden und konnten uns kaum los reissen. Immer wieder faszinierend den Geschichten der Herbergsdamen zu lauschen. Wir könnens unbeschwert aufnehmen und sie sind froh, mal ihre Geschichten und Sorgen jemanden mitzuteilen.
    Der heutige Tag versprach viele Höhenmeter, aber erstmal gingen wir in die Kirche im Ort, den Stempel holen und dem Gottesdienst etwas zuhören. Heute lagen 18 km und 750 Höhenmeter vor uns. Also in etwa von Uster rauf zum Bachtel. Wir machten einige Pausen, direkt auf dem Weg sitzend, liegend oder dann am Wegrand im Gras. Der Gipfel lag auf 1250m und die Temperatur war entsprechend kühl, der Wind blies zeitweise stark und wir waren froh als wir unser Ziel erreichten.
    Die Herberge hat mehrere Zimmer, eine Gemeinschaftsküche und alles war sauber, wenn auch etwas lieblos eingerichtet. Der Betreiber tauchte auf, zeigte uns alles und gab uns Instruktionen wie wir das Essen wärmen können. Schön einfach... dafür, dass wir selber kochen mussten und abwaschen, ist der Preis viel zu hoch. Unsere Mitbewohner sind nett. Eine 35 Jährige Schweizerin und ein ca. 60 Jähriger Franzose.
    Morgen ist unser letzter Wandertag. Einerseits schade, denn die Beine und die Ausdauer sind jetzt gerade in Schwung gekommen, andererseits freue ich mich auf mein Bett und auf ein paar Momente für mich alleine.
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  • 9. Tag, geniessen...

    June 24, 2024 in France ⋅ ⛅ 20 °C

    Die Nacht war kurz, wir mussten doch Fußball kucken. Das war ja spannend, bis es an die Türe klopfte und unsere Nachbarin meinte wir seien zu laut. Spielverderberin 😉
    Am Morgen Kaffee und getoastetes Brot, dazu Mirabellenkonfi mit Rosmarin. Der Tag begrüsste uns mit Nebel und frischen 14 Grad. Wir liefen locker los und so langsam wurde uns bewusst, dass das wohl die letzten Kilometer waren für diese Reise. Uns geht zum Glück nie der Gesprächsstoff aus und so wanderten wir beschwingt und schnatternd durch die schöne hügelige Landschaft. Mal rauf, mal runter, durch Wälder, auf Strassen, über Bäche, rund um riesige Pfützen, direkt dem Ziel in Montfaucon entgegen. In den beiden Kirchen gab es keinen Stempel, dafür aber im Office Du Tourisme. Dort wurde uns auch die Abfahrtszeit und die Haltestelle in der Nähe unseres Hotels bestätigt.
    Das Hotel macht einen heruntergekommenen Eindruck. Der Herr am Empfang erinnerte uns an Norman Bates aus Hitchcock Film. Beim Abendessen stellte sich dann aber heraus, dass er sehr freundlich ist und mindestens 4 Sprachen kann. Respekt. Das leckere Essen im Garten des Hotels rundet den Tag ab.
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  • 10. Tag, Abreise

    June 25, 2024 in Switzerland ⋅ 🌩️ 24 °C

    Schon vor dem Wecker war ich wach. Klappen die herausgesuchten Verbindungen? Kommt der Bus? Stranden wir ? All diese Fragen waren mein Wecker. Die Hinreise und auch unterwegs hat es sich immer wieder gezeigt, dass wir in der Schweiz mega verwöhnt sind mit dem ÖV. Und siehe da, der Bus kam überpünktlich. Wir stiegen ein und atmete erstmal durch. Die Fahrt nach Saint Etienne war wild und durch einen Unfall schrumpfte unser Zeitpuffer immer weiter. Der Chauffeur blieb cool und nahm eine Umfahrung, sodass wir rechtzeitig am Bahnhof ankamen und dann in den Regionalbus nach Lyon einsteigen konnten. Auch in Lyon und Dijon klappte alles. Gott sei Dank!
    Bin froh wieder zu Hause zu sein und in meinem Bett zu schlafen. Das waren 10 intensive, tolle Tage mit vielen Gesprächen, Lachen, Singen und Schweigen.

    Heute gibt's einen leckeren Znacht gekocht von meinen Männern. Habe ich mir gewünscht 😉
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    Trip end
    June 25, 2024