Jardin de Cactus
March 29 in Spain ⋅ 🌬 18 °C
Heute ist unser vorletzter Tag.
Wir beginnen mit einem Spaziergang über den Markt von Teguise, angeblich ein ‚besonderes’ Highlight für Besucher… Das Besondere bestand darin, dass wir nirgendwo sonst soviel dicke Deutsche und englische Pauschaltouristen gesehen haben, die sich durch die Marktstände drängten. Ein gutes Geschäft für den Ort. Viele Läden hatten auf (es ist Sonntag) und zeigten ihre Waren. Für uns waren eher die alten Häuser sowie die schön gestalteten Innenhöfe von Interesse. Die Marktstände waren mehrheitlich uninteressant. Wer örtliche, traditionelle Handwerkskunst sucht, wird enttäuscht. Hiervon gab es nur in einem kleinen Teilabschnitt einige wenige Vertreter. Ansonsten dominierten Billigprodukte aus China oder Afrika😁. Auch beim Essen mussten wir länger suchen, um neben den Burger- und Pommes-Buden einen Stand mit Empanadas zu finden.
Bei der Weiterfahrt mussten wir einen weiten Bogen fahren, um die gesperrte Altstadt zu umfahren. Hierbei sind wir am Friedhof gelandet. Wir konnten nicht widerstehen, einen kleinen Rundgang zu machen. Hierbei waren wir weit und breit alleine.
Ich finde es immer reizvoll in fremden Ländern die Friedhofskultur zu beobachten, da der Umgang mit dem Tod viel über Menschen und Familien aussagt.
Hier haben wir folgendes festgestellt: der Friedhof ist entlegen- weit weg vom Leben der Altstadt. Aber es gibt viele Blumen an den Grabwänden. Die Menschen liegen eng aufgestapelt nebeneinander- viel dichter als im Leben. Alt und Jung, Einheimische und Fremde sind ‚wild‘ gemischt. Eine umlaufende, relativ hohe Mauer vermittelt einen abgeschirmten Eindruck.
Ortswechsel! Unser nächstes/ eigentliches Ziel des Nachmittags ist der Kakteen-Garten, das letze Werk von Manrique vor seinem tödlichen Autounfall. Entstanden in den 1980er Jahren hat sich dieser Garten inzwischen zu einem einzigartigen Ort entwickelt. Es gibt wenig Anlagen, wo man eine derartige Vielfalt an Kakteen, in vergleichbarer Größe und Vitalität findet. Es finden sich Spezies aus der ganzen Welt, von Südamerika bis Indien, Asien und Australien. In einer ehemaligen Müllhalde, in einem alten Steinbruch ist Manrique ein weiterer Geniestreich gelungen.
In einem Kessel mit steil aufsteigenden, umlaufenden Felswänden hat er drei Blickpunkte am Rand geschaffen: den Eingang, einen Hochpunkt, mit einer alten Windmühle sowie einen Pavillon mit einem Laden. Dazu natürlich auch noch ein ganz spezielles Café. Alles unter dem Motto Kaktus, vom Türgriff, zur Bar bis hin zur Beleuchtung und den Toiletten.
Unterschiedlich geschwungene Wege führen durch den Kakteenwald und zeigen immer wieder neue, reizvolle Blickbezüge. Vulkanische Stelen und Eruptionsbrocken bilden ein ausgewogenes Wechselspiel, das mit großem Fingerspitzengefühl komponiert ist.
Als Zugeständnis für die Touristen wurde auch das Element Wasserlauf ergänzt, was den Fachmann etwas die Stirn Runzel lässt ( Trockenpflanzen!). Aber dieser kleine Lapsus sei ihm im Anbetracht des überzeugenden Gesamtkonzeptes gerne verziehen.
Nach so einem trockenen Erlebnis zieht es uns danach an unseren Lieblingsstrand, wo ich den schönen Tag mit einem ausgiebigen Wellenbad beende.Read more

























