Gruppe
November 7, 2025 in Algeria ⋅ ☀️ 14 °C
Tagesplan - 5. Tag:
Heute erwartet Sie ein anstrengender Tag: Sie wandern nach Sefar und beginnen mit der
Besichtigung des schwarzen Sefars. Der wahre Höhepunkt folgt anschließend im weißen Sefar und lässt Sie staunend vor einer großen Felsmalerei aus dem mystischen Bereich stehen: den großen Gott von Sefar. Die Sammlung von Felsbildern lässt teilweise keine klare Deutung zu, ob es sich um Menschen, Tiere oder Mischwesen handelt. Man spricht vom weißen und schwarzen Sefar je nach dem Malstil und der Farbgebung. Nach einer ausgiebigen Mittagspause geht es zurück in Richtung Abstieg mit einer letzten Übernachtung in Ouan Guffa.
Gehzeit: Vormittag ca. 5 h; Nachmittag: ca. 2,5
Freitag. Früher aufgewacht wegen dünner Unterlage, hartem Grund und ein wenig Schmerzen in den Knien. Träume in der Nacht mäandern von Erinnerungen zum Furtanger, zum Geschäft, Festival, Kino, bis sich im Osten, wohin ich schaue der Himmel langsam erhellt. Im Westen steht der Vollmond noch hoch am Himmel. Die ganze Nacht hat er die weite Fläche vor meinem Zelt erhellt. Sie dürfte zehn Minuten weit sein. Längenangaben nach der Zeit. Ein Tuareg schreitet sie durch, als ich das Zelt öffnete. Gestern sagte unser Führer Baba, dass das ganze Hochplateau 12 Tage messe, im Kamelschritt gemessen.
Heute früher aufgestanden, so dass ich mal eine Viertelstunde Ruhe habe vor Gruppenplanung und Gruppenzugehörigkeit. Die Wanderungen sind nicht still. Meistens ist die Krankenschwester aus Seefeld zu hören, die in breitem Bayrisch lautstark ihre Meinungen vertritt, über Tinitus, Ohrenärzte, das Bayrische, die Tradition, was sie gut findet und was nicht so gut. Zwei Paare aus Dresden sind dabei. Einer war Kieferchirurg, ist meist in schwarz leger gekleidet, hat am Anfang ausgiebig gefilmt und fotographiert, dass zudringlich, später nicht mehr, besticht durch sein weiches Timbre, was eine andere Frau, nicht seine, als sexiest voice Alice empfand. Er heißt Uwe, seine langen Dreadlocks sind unter einer Mütze zusammengebunden, aus der sie dann herausfallen. Seine Frau Heike ist eine Frohnatur, blond, groß, ausgleichend. Das andere sächsische Paar, Ralf und Maren, lebt wohl in einem Dresdner Vorort, sind sehr genau, er will gerne witzig sein, ist nicht mehr mit seiner Arbeit zufrieden, fühlt sich nicht wertgeschätzt, wartet und repariert medizinische Geräte in den Krankenhäusern, während sie wie so ein fester Berg neben ihm sitzt, ihre Gedankenwelt hat, sehr bedächtig ist, gestern zum Beispiel genau und einfach erklärt hat, warum der Mond täglich immer circa 50 Minuten später aufgeht, wirkt manchmal mit ihrem Mann etwas unzufrieden, korrigiert ihn, wenn er etwas falsch gesagt hat, ist aber dann doch wieder ganz innig mit ihm. In Djanet hat sie am ersten Tag einen wunderbar türkisenen Schesch gekauft, den ich meist vor mir sehe, wenn wir wandern. Neben Rosi, der Bayerin, gibt es noch zwei aus dem Umfeld von Landstetten oder Andechs: Conny und Franziska. Conny ist die Älteste, selbstbestimmt trotz Heirat, lässt sich deswegen nichts sagen, aber in einer sehr weisen Art. Ihre Zurückhaltung gibt sie erst auf, wenn es um Bayern und Landstetten geht. Franziska ist da unsicherer, kommt wohl aus Siebenbürgen ursprünglich, ist aber die Freundlichste der drei, oft heiter, mit einem Sinn für Zusammengehörigkeit oder Rücksicht. Die letzte der Gruppe ist die Schweizerin Deborah, auch die Jüngsten, die sich anfangs vorstellte, dass sie immer als die schwierigste bezeichnet worden während. Sie hat viele Sonderwünsche, ist etwas umständlich, stellt manchmal seltsame Fragen, ist von Schutzfaktor 50 immer ganz weiß in Gesicht und an den dünnen Armen.Read more

















TravelerSchöne Beschreibungen. Fällt mir leicht, mir ein Bild von den Menschen zu machen.