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  • Day10

    Närfjällsstugan> Björnholmstugan

    August 22, 2019 in Sweden ⋅ 🌧 10 °C

    Erst durch das Weckerklingeln werde ich wach, so fest habe ich geschlafen. Die Sonne blinzelt bereits durch das Fenster hinein und taucht die Notunterkunft in ein goldenes Licht, lässt sie freundlicher wirken, als sie in Wirklichkeit ist. Draußen vor dem Fenster liegt eine wahre Mondlandschaft. Ich komme mir vor wie in einer Landekapsel, während mein Blick aus dem kleinen Fenster über die Einöde des Fjälls schweift. Doch statt Sauerstoffgerät schultere ich Kumpel und gemeinsam machen wir uns wieder auf unseren Weg. Es geht weiter nordwärts - durch das karge Fjäll. Eine Weile führt der Weg noch über das Hochplateau, dann steige ich gemächlich ab. Bald ist die Baumgrenze wieder erreicht, ein Stück tiefer wabern Wolken durch's Tal, während ich noch in der Sonne gehe.
    Frühstück gibt es in der Granfjällstuga. Dort treffe ich auf Inga, die in der kleinen Stuga übernachtet hat. Endlich begegne ich mal einem Fernwanderer! Sie kommt von Storlien herunter, ist also den ganzen Kungsleden gelaufen. Sie wirkt tiefenentspannt.
    Nach einer längeren Plauderer geht's für mich weiter Richtung Tal, dort über eine Brücke zur Pausenhütte am Göralvjen. Dort treffe ich gleich die nächsten Wanderer, ein Pärchen aus Deutschland, die ebenfalls in Storlien gestartet sind. Er erzählt mir Horrorgeschichten über sumpfige Abschnitte weiter nördlich. Will ich gar nicht wissen! Lange tauschen wir Wandergeschichten aus, dann trennen sich unsere Wege. Für mich geht es jetzt zur Lilldalsstugan hoch. Die 7km bergan vergehen recht flott. Oben angekommen, gibt's Regen, den ich in der Stuga bei einem Schläfchen abwettere. Doch der Regen hört nicht auf. Also Regenkleidung für mich und Kumpel angelegt und weiter. Im Regen geht es wieder abwärts, der Weg geht sich einfach, nur die Steine und Wurzeln sind nun glatt wie Schmierseife. Glücklicherweise gibt es davon auf diesem Stück nicht so viele wie sonst.
    Bei Regen verfliegt das Glücksgefühl rasch, nun möchte ich nur noch ankommen. Punkt 18 Uhr erreiche ich endlich die Björnholmsstugan, in der man offiziell übernachten darf. Sie verfügt über richtige Kojen mit Matratzen. Immer zwei übereinander. Anna und Nele aus Berlin, sind vor mir angekommen. Sie habe zwei Hunde dabei, die aber nicht in die Hütte dürfen. Deshalb wollen sie zelten, während ich mir die beste Koje in der Hütte aussuche. Im Zelt bei dem Regen - also - nee!
    Wir habe den gleichen Weg, so habe ich ab jetzt abends vielleicht Gesellschaft. Ein bisschen reden am Abends tut gut!
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