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E1-Schweden-4

Die vierte E1-Tour in Schweden
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  • Day14

    Tangjöststugan > Gördalen

    Today in Sweden ⋅ ⛅ 6 °C

    Ganz früh bin ich wach, schleiche nach draußen, um die anderen nicht zu stören, entzünde den Brenner für den Morgenkaffee und schaue verträumt zu, wie die aufsteigende Sonne Seen und Fjäll golden färbt. Schön hier, einfach nur traumhaft schön.
    Bevor die anderen richtig munter werden, bin ich schon unterwegs. Übers Fjäll. Bis zur Rördjöststugan sind es acht Kilometer. Es ist eine große Stuga, die bewirtschaftet wird und einen Kiosk hat. Ich hoffe auf einen frischen Kaffee und vielleicht etwas zu Essen. Ich komme zwar mit den 1 400 kcal/Tag zurecht, spüre aber doch Energiemangel. Aus einer Stuga, über deren Tür "Storestuga" steht, tritt eine Frau. Im Glauben, es sei die Betreiberin, die gerade aus ihrem Kiosk tritt, spreche ich sie unverblümt an, ob sie Kaffee und etwas zu essen hätte. Sie mustert mich erstaunt, macht mit den Worten "ah, you're hungry" kehrt, kommt kurz darauf mit einem Pott Kaffee und ein paar trockenerTortillas in Plastik (+Créme) wieder zum Vorschein. Sie sei selbst Gast, aber ich solle zugreifen. Ups! Das ist mir nun aber peinlich. Ihr nicht, setzt sich zu mir, wir plaudern. Sie mache hier mit der Familie Urlaub und alle wollen gleich um den See gehen. Ich bedanke mich mit abgezählten zehn Haselnüssen aus Italien, meiner tägliche Portion Geschmacksluxus, die ich heute gerne für die Extraportion Kalorien tausche. Beschwingt gehe ich weiter. Eine Weile geht es auf Holzbohlen schnell voran, doch bald ist der Weg wieder steinig.
    Am Nachmittag wird es anstrengend. Immer weiter über's Fjäll, das heute bei Sonnenschein bezaubernd aussieht. Aber auch eintönig. Eine archaische Steinwüste, die unendlich weit zu sein scheint. Unzählige rote Barken, die Winterzeichen der Schneescooter sind meine Wegweiser. Jede Barke steht ein wenig höher, es geht also kontinuierlich bergauf. Das ist auf Dauer furchtbar anstrengend und ermüdend. Drei Kilometer erscheinen wie eine Unendlichkeit. Ich brauche eine Stunde dafür. Und dann drei weitere Kilometer. Doch die karge Schönheit belohnt für die Mühsal.
    Schließlich geht es wieder bergab. Das Zeichen, das Gördalen nicht mehr weit ist. Ups! Ist das steil. Rasch bin ich unterhalb der Baumgrenze und bald in Gördalen.
    Hier gibt es das B&B Skärddans, dort buche ich mich ein. Ich bin der einzige Gast bei der älteren Dame, mich wundert das, liegt ihr B&B doch direkt am Kungsleden. Das Hauptgeschäft seien die Scooterpiloten im Winter, Wanderer kämen nur wenige bei ihr vorbei, meint sie später im Café Gosen, das gleich um die Ecke liegt. Dort verbringen wir den Abend gemeinsam. Während ich einen riesigen Burger vertilge, erfahre ich von den Plänen, die die über 70-jährige nach dem Tod ihres Mannes nun hat.
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  • Day13

    Björnholmstugan > Tangjöstugan

    Yesterday in Sweden ⋅ 🌧 7 °C

    Die Nacht ist früh zu Ende. Ich mache mir im Morgengrauen erst einmal meinen Nescafé, schlüpfe damit noch einmal in den Schlafsack zurück. Um 7 Uhr aber geht es los. Auf den steinigen Pfaden kommt man nur langsam voran, der Weg ist weit und ich will nicht so spät ankommen. Sonst bleibt mir zu wenig Regenerationszeit.

    Der erste Anstieg ist gleich beschwerlich. Weit über mir liegt das nackte Fjäll im Morgennebel. Die Wolken wabern die Geröllfelder hinab, hüllen auch mich ein, als ich allmählich an Höhe gewinne. Mit den Wolken kommt die Kälte, ich muss Mütze und Handschuhe aus dem Rucksack ziehen.
    Lost in space.
    Mich einsam fühlend steige ich immer weiter hinauf bis auf 900 Höhenmeter. Das weite Summetfjället wirkt im Dunst bedrohlich. Hier wächst nur wenig. Ich hätte jetzt eine grandiose Aussichten, nur sehe ich wegen Nebel nichts. Dafür spüre ich den kalter Wind um so mehr.
    Während einer langen Pause in der Tangådalsstugan bricht plötzlich die Sonne durch die Wolken. Sie wärmt mich auf. Alles sieht schlagartig freundlicher aus. Ich bin gerade im Aufbruch, da strauchelt ein junger Wanderer heran. Er sieht mächtig fertig aus, seine (leichten) Stiefel sind patschnaß. Wir wechseln ein paar Worte - auch er ist aus Deutschland. Er erzählt, da wäre einen Bach weiter oben, den man furten müsse. Daher seine nassen Schuhe. Nun denn! So gehe ich durch das bewaltete Tal des Tangsjö und denke fortwährend ans Furten. Der Weg ist streckenweise moorig, schlimmer aber ist, er zieht sich furchtbar in die Länge. Haltepunke anzupeilen, hilft da. Ein Baum, geschichtete Steinhaufen, eine pittoreske Gesteinsformation. Darauf zuzulaufen, gibt Halt in der immer gleichen Landschaft, die gleichzeitig auch abwechslungsreich ist. Eben im Kleinen. Hier besondere Moose, da ein eigenwilliger Bachlauf, dort ein besonders seltsam gewachsener Baum. Unendlich lang kommt mir die Strecke vor, die stetig bergan führt. Dann kommt die Furtstelle. Sie ist gar nicht schlimm! Besonnen die Stiefel von Stein zu Stein gesetzt, schon bin ich drüben. Die Stiefel bleiben dabei trocken, Goretex sei Dank! Noch sind die Membranen heil.
    Der Bachlauf, den ich jetzt verlasse, wird von mehreren aufeinander folgenden Seen gespeist, an denen es nun entlang geht. Das glasklare Wasser lädt zum Baden ein, doch es ist eiskalt.
    Und endlich kommt die Tangsjöstugan in Sicht. Sie liegt einer Verheißung gleich auf einer Anhöhe am letzten See. Ein kleiner Wasserfall plätschert, eine kleine Brücke führt zur Hütte.
    Innen ist die Stugan hell und freundlich. Auch diese ist zum Übernachten gedacht. Ein junges schwedisches Pärchen ist schon da, scheinen über mein Erscheinen etwas verstimmt. Vielleicht haben sie auf eine verträumte Nacht zu zweit gehofft. Daraus wird nun nichts. Bald treffen auch Nele und Anne ein, die Hunde sind platt, kringeln sich im Vorraum sogleich unter der Bank zusammen und schlafen sofort ein.
    Noch zwei weitere Wanderer trudeln ein, sie essen aber nur und ziehen schnell weiter.
    Nele klagt über Schmerzen, ihre Hüften sind blau und wund. Sie schiebt sich eine Isoprofen rein und beschließt, morgen aufzuhören. Wie schade!
    Wir sind alle müde, um acht Uhr ist Ruhe in der Stugan, während es draußen noch lange sonnig ist, es wird hier erst um 23 Uhr dunkel. Und dabei ist schon Ende August!
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  • Day12

    Närfjällsstugan> Björnholmstugan

    August 22 in Sweden ⋅ 🌧 10 °C

    Erst durch das Weckerklingeln werde ich wach, so fest habe ich geschlafen. Die Sonne blinzelt bereits durch das Fenster hinein und taucht die Notunterkunft in ein goldenes Licht, lässt sie freundlicher wirken, als sie in Wirklichkeit ist. Draußen vor dem Fenster liegt eine wahre Mondlandschaft. Ich komme mir vor wie in einer Landekapsel während mein Blick aus dem kleinen Fenster über die Einöde des Fjälls schweift. Doch statt Sauerstoffgerät schultere ich Kumpel und gemeinsam machen wir uns wieder auf unseren Weg. Es geht weiter nordwärts - durch das karge Fjäll. Eine Weile führt der Weg noch über das Hochplateau, dann steige ich gemächlich ab. Bald ist die Baumgrenze wieder erreicht, ein Stück tiefer wabern Wolken durch's Tal, während ich in der Sonne gehe.
    Frühstück gibt es in der Granfjällstuga. Dort treffe ich auf Inga, die in der kleinen Stuga übernachtet hat. Endlich begegne ich mal einem Fernwanderer! Sie kommt ganz von Storlien herunter, ist also den ganzen Kungsleden gelaufen. Sie wirkt tiefenentspannt.
    Nach einer längeren Plauderer geht's für mich weiter Richtung Tal, dort über eine Brücke zur Pausenhütte am Göralvjen. Dort treffe ich gleich die nächsten Wanderer, ein Pärchen aus Deutschland, die ebenfalls in Storlien gestartet sind. Er erzählt mir Horrorgeschichten über sumpige Abschnitte weiter nördlich. Will ich gar nicht wissen! Lange tauschen wir Wandergeschichten aus, dann trennen sich unsere Wege. Für mich geht es jetzt zur Lilldalsstugan hoch. Die 7km bergan vergehen recht flott. Oben angekommen, gibt's Regen, den ich in der Stuga bei einem Schläfchen abwettere. Doch der Regen hört nicht auf. Also Regenkleidung für mich und Kumpel angelegt und weiter. Im Regen geht es wieder abwärts, der Weg geht sich einfach, nur die Steine und Wurzeln sind nun glatt wie Schmierseife. Glücklicherweise gibt es davon auf diesem Stück nicht so viele wie sonst.
    Bei Regen verfliegt das Glücksgefühl rasch, nun möchte ich nur noch ankommen. Punkt 18 Uhr erreiche ich endlich die Björnholmsstugan, in der man offiziell übernachten darf, sie verfügt über richtige Kojen. Immer zwei übereinander. Zwei Frauen, Anna und Nele aus Berlin, sind vor mir angekommen. Sie habe zwei Hunde dabei, die aber nicht in die Hütte dürfen. Deshalb wollen sie zelten, während ich mir die beste Koje in der Hütte aussuche. Im Zelt bei dem Regen - nee!
    Wir habe den gleichen Weg, so habe ich ab jetzt abends vielleicht Gesellschaft. Bißchen reden abends tut gut!
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  • Day11

    Olarsgärden>Närfjällsstugan

    August 21 in Sweden ⋅ 🌙 9 °C

    Kann man glücklich sein? Nach Harari's "Homo Deus", das mich als Hörbuch begleitet, sind es nur chemische Prozesse, die Glück auslösen. Es sei auch nicht von langer Dauer und muss ständig erneuert werden.
    Wie auch immer, die Entscheidung, den Kungsleden zu gehen, löste in mir Spannung und Erwartung aus. Als ich mich nun auf den Weg machte, gab es die erwünschten Glücksmomente. Mannigfaltig!
    Wegen des Sonnenschein, wegen der Aussichten, der Einsamkeit und Stille, wegen der schmalen, steinigen oder moorastigen Pfade, wegen des quatschenden Geräuschs, wenn man den Stiefel aus dem Moor zieht, wegen der einen Regenwolke, die sich just über mir ergoß, wegen der Pausen in festen Hütten, wegen des Ankommens in dieser tollen Schutzhütte Närfjällsstugan, die ganz oben mitten in einer Mondlandschaft liegt mit 360 Grad Panoramablick, wegen der warmen Tütenmahlzeit und des heißen Tees danach und weil es im Schlafsack jetzt so kuschelig ist. Lauter Glücksmomente.
    Und das Beste: morgen geht es weiter und das Wetter soll sonnig bleiben. Noch mehr Glück!
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  • Day11

    In Lindvallen sagt man auch "Tschüss"

    August 21 in Sweden ⋅ ☁️ 10 °C

    Los geht's!
    Von unterwegs gibt es vermutlich nur wenige Lebenszeichen von mir. Einerseits wird wohl - zumindest zeitweise - kein Mobilfunknetz verfügbar sein (obwohl die Schweden da überraschen) und zum anderen muss ich Strom sparen, sofern nicht die Sonne über das Solarpanel für Strom sorgen kann.
    Ich melde mich also ab und lass von mir von hören, wann immer es geht.
    Spätestens aus Grövelsjön.😄
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  • Day11

    Proviantliste von Sälen bis Grövelsjön

    August 21 in Sweden ⋅ ☁️ 9 °C

    Den Kungsleden von Sälen hoch nach Grövelsjön sind es 175km, geschätzte 8 oder 9 Etappen bei durchschnittlich etwas mehr als 20km am Tag. Wenn alles klappt wie gedacht, erreiche ich Grövelsjön an einem für mich bedeutenden Tag.

    So schön die Route auch sein mag, so wenig Versorgungsmöglichkeiten liegen am Weg. Es mag ein Café in Gordälen (4. Tag) und ein Supermarkt in Flötningen (7. Tag) existieren, aber ob sie geöffnet haben, wenn ich vorbei komme, ist unbestimmt. Verlassen kann ich mich nicht darauf, bisherige Erfahrungen mit Schwedenland lehrten mich dies. Es ist halt schon "after season", der Sommer ist für die Schweden bereits vorbei und nichts ist mehr los.

    Also plane ich für acht oder neun Tage Proviant mitzunehmen.
    Die Proviantliste sieht so aus:
    9x Trockenmahlzeit, 1.170g, 600kcal/Portion
    5x Marabu Schokolade, 500g, 225kcal/Portion
    4x Hafervoll Riegel, 260g, 390kcal/Portion
    5x Corny Big, 50g, 250g, 235kcal/Portion
    1x Porridge, 400g, 370kcal/Portion
    1x Müsli, 500g, 420kcal/Portion
    100g Milchpulver (ein Rest)
    Plus Kleinkram für Zwischendurch (Nüsse, Mango trocken, Nescafé, Teebeutel)

    Das ist alles.

    Ich komme damit auf ein ungefähres Proviantgewicht von 4kg, der Rucksack wiegt am Anfang etwa 15kg und wird täglich um 500g leichter. Mit dem Gewicht für Trinkwasser kann ich jonglieren, es gibt ja genug Wasser aus Quellen unterwegs. Ein Kilo weniger auf dem Buckel macht viel aus!
    Auf die Tage verteilt ergibt der mitgeführte Proviant ungefähr 1.400kcal/Tag. Das ist eine starke Unterversorgung, wenn man von mindestens 3.500 kcal Verbrauch ausgeht. Auf dem Vasaloppsleden habe ich es bereits ausprobiert mit ähnlicher Nahrungszusammensetzung auszukommen. Es ging, ohne großen Hunger oder Leistungseinbrüche zu spüren. Allerdings gab es an einem Tag fünf Sandwiches ungeplant zusätzlich, damit kann ich nun nicht rechnen. Auch waren es nur drei Wandertage, nun sind es acht oder neun.

    Ich bin zuversichtlich, mit der Proviantmenge auszukommen, denn ich setze auf Fettverbrennung. Meine früheren Fastenkuren und das Marathontraining helfen mir zu erkennen, wann mein Körper umschaltet: mir wird beim Wechsel von Glycogen- auf Fettverbrennung für etwa fünfzehn Minuten merkbar schwummerig, dann ist es vorbei. Schiebe ich später wieder Kohlehydrate in Form von Schokolade oder Müsliriegel nach, wechselt die Verbrennung nach kurzem Verdauungsprozess wieder auf Glycogenverbrennung - der Prozess beginnt von Neuem. Das klappt ganz gut für mich. Abends ist es mir - ganz entgegen sonstiger Eßgewohnheiten - wichtig, eine warme Mahlzeit zu haben. Das stellt den Magen über Nacht ruhig, ist eine Beschäftigung und warmes Essen befriedet, was wichtig ist, wenn die Umgebung karg ist.

    Es kann nicht schaden, etwas schlanker zurück zu kommen. Das wird wohl auch nicht ausbleiben.
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  • Day10

    Scouttour auf's Fjäll

    August 20 in Sweden ⋅ ⛅ 14 °C

    Ich gebe es ja zu: ich habe Respekt vor dem Fjäll. Und so verwende ich meinen heutigen Ruhetag, das Fjäll zu erkunden. Die anfänglich dunklen Wolken weichen bald, es wird ein sonniger Tag. So macht es Spass im Fjäll, was "Gebiet oberhalb der Baumgrenze" bedeutet. Bei Sonne besehen wirkt es schön und gar nicht bedrohlich. Ein munterer Wind pfeift jedoch hier droben auf knapp 900 Höhenmetern und bietet mir Gelegenheit, den Wärmegrad der mitgeführten Kleidungsstücke zu testen. Ja, es geht. Die Windjacke kommt heute das erste Mal richtig zum Einsatz. Funktioniert gut, dieses 50g leichte Teil aus Polen!

    Ich bin ausschließlich im touristischen Teil des Fjälls unterwegs, dort, wo die Wege aus Asphalt und Bretterbohlen bestehen und eine Menge Leute unterwegs sind. Ein unmarkierter Pfad, den ich absichtlich wähle, ist allerdings auch dabei und er verschafft mir eine Ahnung, was mich weiter drinnen im Fjäll vielleicht erwartet: matschige Wege, auf denen die Stiefel versinken könnten. Heute können sie sich schon mal beweisen: und ja, sie halten (bisher) dicht.
    Gewandert bin ich bis zur Ostfjällsstugan, die nur als Rasthütte ausgewiesen ist. Man darf dort nur im Notfall übernachten, dafür sind dann zwei Kojen mit Matratzen vorhanden. Gut zu wissen!

    So, damit ist wohl jedem klar, das ich weiter marschieren werde. Das Wetter passt gerade gut, den Proviant habe ich heute noch aufgestockt (das meiste davon habe ich schon die ganze Zeit im Rucksack mitgeschleppt), ich bin mental und körperlich gut drauf. Ich bin also vorbereitet. Warum also soll ich es nicht versuchen, die eigene Grenze ein wenig zu verschieben?

    Auf geht's also!
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  • Day9

    Småganstugan > Olarsgården (Sälen)

    August 19 in Sweden ⋅ ⛅ 11 °C

    Die Nacht in Småganstugan ist früh zu Ende - einfach, weil ich ausgeschlafen bin. Die Stille, die mich nachts, aber auch tagsüber umgibt, ist bemerkenswert.
    Nach der Morgen-Katzenwäsche, für die ich 200m zum Wasserhahn laufen muss, ist schnell erledigt.
    Um sieben Uhr geht's weiter. Für einen Morgenmuffel wir mich nicht schlecht, nicht wahr?
    So früh am Morgen ist es noch ganz schön kalt in Schweden auf 600 Höhenmetern gegen Mitte August. Die ersten 10km geht es auf schmalen Pfaden weiter durch Wald und Moor. Der Weg ist feucht, die Wurzeln schlüpfrig, die Holzbohlen über den Moorpassagen hin und wieder mit Wasser überspült. Der Weg ist spannend zu gehen, aber es dauert!
    Dann öffnet sich der Wald, gibt einen beeindruckenden Blick auf das gegenüber liegende Fjälll frei. Endlich, das Fjäll! Schon einmal hatte ich ein ähnliches Glûcksgefühl, wie es mich gerade durchströmt. Da hatte ich gerade den Taunus durchquert und blickte hinab auf das Rheintal bei Walluf. Nun schaue ich auf Åsen und bin wieder einem Ziel nahe.
    Doch erst einmal geht es, vom Berg runter und im Tal angekommen, nach links. Fünfhundert Meter weiter endet bzw. beginnt - je nach Betrachtungsweise - der Vasaloppsleden. Ein profanes Start-Schild zeigt es an. Irgendwie hatte ich für mich persönlich mehr erwartet. Aber das kommt ja noch!
    Dafür muss ich aber noch einmal 10km ganz schön strietzeln, nun aber auf befestigten Wegen nahe der Straße. Eine ausgedehnte Kaffeepause in Sälen gibt die Power für den Endspurt. Zum Schluss geht's mächtig bergauf. Kein Wunder, ich bin im Fjäll angekommen. Der Lohn aller Mühe am Ende eines anstrengenden Wandertages: ein weiches Bett im Olarsgården - Hotell, eine heiße Dusche, ein schmackhaftes Essen.
    Angekommen!?
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  • Day9

    Sälen und das Hotell Olarsgården

    August 19 in Sweden ⋅ ⛅ 12 °C

    Sälen ist ein Wintersportort, der im Verbund mit anderen Orten zu den fünf größten Gebieten Schwedens gehört. Es gibt über fünfzig Pisten hier. Ein naher Flughafen sorgt in der Wintersaison, die von Mitte Dezember bis Ende April dauert, für internationales Publikum. Davon merkt man jetzt in der ausklingenden Sommersaison nichts. Fast alles hat zu: Hotels, Pensionen, Vandrahems, Geschäfte. In Sälen, das ein paar Kilometer entfernt ist, gibt es ein bescheidenes Zentrum, wo ich gestern einen Kaffee genießen konnte. Hier in Lindvallen hat ein (gutes) Sportgeschäft geöffnet, eine Pizzeria und das Hotel Olarsgården, in dem ich logiere. Einen Ort weiter, in Högtfjället, wo der Einstieg ins Fjäll ist, hat das altehrwürdige Gammelgården geöffnet sowie der ICI-Supermarkt. Ende!
    Für den Wanderer ist es nicht einfach hier, da die Orte langgestreckt und eigentlich nur über Straße verbunden sind. Als Fußgänger muss man sich bescheiden am Straßenrand lang quetschen. Die Verbindungsstraße ist recht befahren, die Autofahrer glücklicherweise rücksichtsvoll. Nur oben im Fjäll geht man zu Fuß oder radelt.

    Mir scheint, meine Hotelwahl war glücklich, um frische Kraft für das Weiterkommen zu tanken. Das Haus ist alt und urig, mein Zimmer klein und gemütlich, das Essen vorzüglich und die Auswahl der lokalen Biere enorm. An den zwei Abenden trinke ich mich durch die sechs Spezialitäten der Sälens Fjällbryggeri. Ein teures, aber segensreiches Unterfangen. Gerade bin ich bei Flasche No.4: Fjällfolk. Legger! Die zwei anderen schaffe ich vermutlich auch noch. Ich werde sie genießen, genau wie soeben den Saibling, der vorzüglich mundete.
    Ab Morgen weht ein anderer Wind - über's Fjäll, durch das ich ziehen werde.
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  • Day8

    Rosttjärnsstugan > Småganstugan

    August 18 in Sweden ⋅ ⛅ 15 °C

    Noch ein Wandertag, wie er mir gefällt!
    Die Nacht hat es ununterbrochen geschüttet, aber am Morgen ist es zwar bewölkt, aber trocken. Später kommt sogar die Sonne raus.
    Tagesablauf: Kaffee im Schlafsack, zum Waschen noch einmal in den See getaucht (bbbrrr), Porridge in der Tennängsstugan, Kaffeepause (gab's geschenkt) in Mångsbodarna, Füße hoch in der Skärloksstugan, Schluss für heute in der Småganstugan. Die ist leider nicht so urig wie die bisherigen Hütten.
    Dazwischen wandern durch Moore, Kiefernwälder, Brachflächen oder Höhenzügen. Mal auf dem Wanderweg, mal auf dem Radweg, was grad besser passte.
    Ein schöner, stiller Wandertag!
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