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  • Day8

    Passeggia per Pavia

    March 10, 2020 in Italy ⋅ ☁️ 15 °C

    Meinen Pausentag will ich genießen, so weit es noch geht. Pause vom Wandern. In Bewegung bin ich trotzdem. Wie geplant schaue ich mir die Altstadt von Pavia an. Einfach ist es nicht, den Gedanken an Corona beiseite zu schieben. Dauernd begegne ich vermummten Gestalten, denen ich reflexhaft ausweiche. Wie viel ist notwendig, wie viel dient der eigenen Angst? Die Krone schießt eine "Dame" ab, die sich weitmöglichst von mir entfernt auf die andere Seite des Restaurants gesetzt hat, in dem ich gerade einen Salat bestellt habe. Im Schlepptau ein Mann, vermutlich "ihr" Mann. Während sie sich einen Schal vor Mund und Nase hält, redet sie ununterbrochen auf ihn ein, während ervöllig entspannt in eine Zeitung vertieft ist. Selbstredend, dass sie der Schal beim Reden stört und ständig verrutscht. Sie fingert unentwegt an Mund und Nase herum und macht damit alles falsch. Während ich diese Szene beobachte, kann ich nicht mehr entspannt essen. Diese Frau wird für mich zum Sinnbild der Corona. Bald darauf schlendere ich wieder durch die schmalen Gassen, bewundere die alten Gebäude und Kirchen (nur von außen, sie sind alle verschlossen) und vergesse Corona. Dann stehe ich wieder auf dem Domplatz, der menschenleer ist und mir wird die Gefahr, die hier herrschen soll, erneut bewusst. Mein Gemüt trübt ein und das ist schade, scheint die Sonne doch prächtig und es ist frühlingshaft warm. Eigentlich beste Voraussetzungen für piazzas voll praller Lebenslust. Doch nix ist mit 'dolce vita ai tempi di Corona'. Um 15 Uhr reicht es mir mit dem Stadtbummel. Ich kehre heim in mein kleines Appartement - zurück in eine scheinbare Sicherheit.Read more