Tag 10
5月10日, イタリア ⋅ ☀️ 20 °C
Sorrent und die Amalfi Küste
Der Tag begann mit dem, was man wohl ein typischers italienisches Frühstück nennt: Weißbrot, das nach wenig schmeckte, dazu Käse und Salami ohne Eigendynamik und die typisch süßen Teilchen. Mein Versuch, einen Cappuccino mit Hafermilch zu bekommen, endete in einer riesigen Tasse Hafermilch, die ein kleines Kännchen Kaffee als Begleitung hatte – sehr milchig, aber nach der gestrigen sauren Milch immerhin ein Fortschritt!
Bernhard, mein unangefochtener Meister der Kofferraum-Tetris-Logistik, verstaute wieder unser ganzes Leben: zwei riesige Koffer, der Kühlschrank, die Vorräte... alles drin, Deckel zu, und los ging das Abenteuer Amalfiküste. Ich hatte dieses Bild von bunten Häuschen im Kopf, die sich malerisch an den Fels klammern.
Sorrent empfing uns laut und gnadenlos touristisch. Menschenmassen, Busse ohne Ende und Gassen, die so vollgestopft waren mit Schuhen, Taschen und Nippes, dass man das eigentliche Flair der Stadt kaum atmen konnte.
Es war fast schon ironisch zu sehen, wie gestylt und schick die Menschen hier sind, während in den Haltebuchten auf den Straßen der Müll meterhoch liegt. Und die Stufen! Ich glaube, was wir in den letzten Wochen an Stufen gelaufen sind, geht auf keine Kuhhaut mehr.
Die Fahrt die Küste entlang war dann die Krönung: Stress pur! Wer Kroatien gewohnt ist, wo man einfach mal halten kann, wird hier eines Besseren belehrt. Die Straßen hier sind übrigens eine Katastrophe. Mit ihren Schlaglöchern und Wellen machten sie die Fahrt nicht leichter.
Es ist ein einziges enges Gekurve auf einer Fahrspur, die eigentlich zu schmal für zwei ist. Mittendrin freche Motorradfahrer, Radler und diese gigantischen Reisebusse, die sich im Millimeterabstand an einem vorbeipressen. Bernhard hat das 5-Meter-Schiff so souverän durch die Serpentinen manövriert, aber ich? Ich hatte Dauerpuls, Schweißperlen auf der Stirn und habe mehr als einmal geflucht, wenn uns die Italiener so richtig fordernd auf die Pelle gerückt sind. Man sieht an den verschrammten Hauswänden und Autos genau: Hier wird gequetscht, bis es passt.
An den Hängen leuchteten uns Zitronen und Orangen entgegen. An einem Stand wollte ich die lokalen Spezialitäten kaufen. Der erste Mann presste uns freudestrahlend einen Saft daraus – okay, nehmen wir. Beim nächsten Stand gab es Tomaten, Öl und diese fremde Frucht (die *Nespola*), die wie eine Aprikose aussah, aber einen Kern wie eine Litschi hatte. Nicht ganz mein Fall.
Als der alte Mann dann „110 Euro“ für ein paar Früchte, Tomaten und eine Flasche Limoncello aufrief, fiel uns alles aus dem Gesicht. Wucher! Die packen dir einfach alles ein, wenn du nicht „Stopp“ sagst. Wir haben die Hälfte dagelassen und hart verhandelt – Touristen-Abzocke, auch wenn er davon leben muss.
Und dann mein Handy: Es überhitzt ständig! Ich hab schon ohne Hülle in Benutzung das Display ist aber dunkel und der vorlesende Übersetzer streikt – in den entscheidenden Momenten lässt es mich im Stich. 😡
Nach einer Stärkung in Salerno und 180 km Fahrt erreichten wir um 17 Uhr San Nicola Arcella – und standen vor einer Feuerwehrabsperrung! „Gas!“, rief uns der Feuerwehrmann in einem italienischen Redeschwall entgegen. Ein Gast war gegen die Gasleitung gefahren. Stundenlang gab es kein warmes Wasser, aber Hauptsache, das Haus steht noch!
Jetzt sitzen wir auf unserem großen Balkon mit Blick über die Bucht, haben die kaputte Schuhschnalle vergessen und genießen unsere Brotzeit mit Tomaten die schon bessere Zeiten gesehen haben und dem Brot aus Matera gestern . Der Sonnenuntergang heute Abend und das Meeresrauschen entschädigt gerade für jedes Schlagloch und jeden Schweißtropfen.もっと詳しく



























