• Tag 11

    May 10 in Italy ⋅ ☁️ 17 °C

    San Nicola Arcella und Tropea
    Nach einem entspannten Frühstück auf unserer Terrasse am Meer hieß es wieder: Koffer ins Auto und ab Richtung Süden nach Tropea. Der Plan, von hier aus den Stromboli zu besuchen, steht zwar gerade auf wackeligen Beinen – die Mole wird repariert, und die Schiffe legen wohl erst ab Samstag wieder an , außerdem kommt der Wind von Westen und das Schiff lässt sich wohl nicht so gut navigieren bzw. Es gibt 1,50 Meter Hoch Wellen und die Touristen kotzen zu häufig –, aber wir lassen uns die Laune nicht verderben. Wenn der Vulkan uns nicht will, nehmen wir uns eben zwei Tage „Strand-Pause“. Das Wetter scheint es gut mit uns zu meinen: Die Wolken verziehen sich, und es wird endlich wärmer.

    Kontraste in Kalabrien
    Der Weg entlang der Küste war zwischendurch ernüchternd. Orte wie Paola wirkten auf mich lieblos und bedrückend – verfallene Häuser, Müll und Schutt trübten den Weg zum eigentlich schönen Meer. Dass noch Nebensaison ist, merkt man deutlich: Cafés sind geschlossen, die Straßen wirken wie ausgestorben. Erst im Juni „brennt hier die Luft“, wie man uns sagte.
    Gott sei Dank rettete uns ein Hotel am Wegesrand nicht nur vor der verzweifelten Suche nach einer Toilette, sondern auch mit einem erstklassigen Essen. Frische Nudeln mit Tomatensoße, Steak und für Bernhard Wolfsbarsch mit Muscheln – die italienische Gastfreundschaft in der Nebensaison ist wirklich besonders herzlich, wenn man erst einmal ein offenes Restaurant gefunden hat.

    Das Leuchten von Tropea!
    Die Ankunft in Tropea hat mich dann völlig entschädigt. Diese Altstadt, die unmittelbar auf den steilen Felsen über dem tiefblauen Meer thront, ist einfach atemberaubend! Ich konnte gar nicht aufhören zu staunen. Natürlich hieß das für uns: Treppen, Treppen und noch mehr Treppen nach oben. Aber der Blick von dort oben über das funkelnde Meer ist jede Stufe wert.
    Unsere Unterkunft ist zwar klein und spärlich – Luxus darf man im Zimmer nicht erwarten –, aber die Lage ist außergewöhnlich. Während ich das hier schreibe, höre ich das Meer rauschen und sehe unser Auto sicher auf dem bewachten Parkplatz stehen. Sogar ein Wäscheständer ist da! Mein Kissenbezug, der unter der Fahrerei etwas gelitten hatte, ist schon frisch gewaschen.

    Den gestrigen Abend haben wir bei einer riesigen Holzofen-Pizza und einem Fisch-Vorspeisenteller ausklingen lassen. Das Personal war so unglaublich freundlich. Wir saßen da und sahen zu, wie der riesige Sonnenball langsam im Meer versank und alles in ein zartes rosa Licht tauchte. Das ist für mich die wahre „Leichtigkeit des Lebens“ – einfach da zu sein, zu genießen und diese Momente im Herzen zu bewahren.
    Als Krönung hat Bernhard mich noch mit einem Ausflug in die nächtliche Altstadt überrascht. In einer kleinen Bar gab es unseren obligatorischen „Mai Tai“ – und er war fantastisch! Umgeben von Musik, lachenden Menschen und der lebendigen Energie Tropeas war das der perfekte Abschluss für diesen unvergesslichen Tag.
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