Tag 17
May 17 in Italy ⋅ 🌙 11 °C
Der heutige Tag begann ruhig: Wir - also insbesondere ich – haben erst einmal ausgiebig ausgeschlafen und gut gefrühstückt. Bestens gestärkt und mit ein paar selbst geschmierten Stullen im Gepäck machten wir uns anschließend auf den Weg zum Ätna. Knapp drei Stunden Fahrt lagen vor uns, und schon die Anreise zeigte uns, dass dieser Teil Siziliens wieder ein ganz anderes Gesicht hat. Die Landschaft wirkte deutlich trockener, geprägt von riesigen Kakteenfeldern, Zitronen- und Orangenplantagen und den ersten dunklen Lavasteinen. Rund um den Vulkan erstrecken sich flache, sehr fruchtbare Ebenen, die von Bergen gesäumt sind; man sieht bewirtschaftete Felder und immer wieder Vieh (Kühe mit Kuhglocke).
Leider fielen uns aber auch hier am Straßenrand viel Müll und zahlreiche verlassene Häuser auf.
Den Ätna zu besuchen, ist ein logistisches Unterfangen, das ewig dauert. Die Straße führt immer weiter und weiter hinauf, man fährt sozusagen 1,9 Kilometer Luftlinie senkrecht nach oben, bis man auf 1.900 Metern endlich die Talstation erreicht. Die Auffahrt war auch für unser Auto beschwerlich, zumal die Straßen keineswegs immer gut waren, sondern streckenweise im Gegenteil sehr zu wünschen übrig ließen.
Oben angekommen stellt man fest: „Den einen Ätna“ gibt es gar nicht zu sehen. Das war etwas ent-täuschend 🤷🏽♀️
Der Hauptvulkan hält sich im Hintergrund bedeckt und verbarg sich heute hinter den Wolken. Stattdessen ist die Landschaft von zahlreichen Nebenkratern geprägt. Die Seilbahn hatte wegen der Wetterlage leider schon um 14 Uhr geschlossen. Da es aber ohnehin sehr windig, kalt und nebelig war, hätten wir oben für jeweils 50 € wohl nichts gesehen. Also beschlossen wir, die Krater vor Ort zu Fuß zu begehen.
Wir haben uns an den Aufstieg des Monti Silvestri Superiore gewagt, der auf einer Höhe von 2.064 Metern am Ätna liegt und beim großen Ausbruch im Jahr 1892 entstand. Der Weg nach oben war ganz schön steil. Auf dem weichen, sandigen und steinigen Untergrund verlor man leicht den Halt und rutschte, besonders beim Abstieg, immer wieder weg. Oben auf dem Kraterrand zu stehen, war sehr beeindruckend. Meine Höhenangst habe ich weggeatmet; es funktionierte erstaunlich gut, solange mein Blick auf einem festen Punkt ruhte. Zudem nahm Bernhard entschlossen meine Hand und hat mich bergauf wie bergab sicher „mitgezogen“ - danke Schatzi 😍
Ein schönes Gefühl der Zweisamkeit und Sicherheit, nicht allein zu sein.
Nach diesem „anstrengenden“ Auf- und Abstieg tat der wärmende Cappuccino in der Station unglaublich gut. Wir nutzten die Pause, um weitere Ansichtskarten zu kaufen: Jeder Gast bzw. jedes Paar, das auf unserer Hochzeit war, soll eine Postkarte als Erinnerung von uns bekommen.
Für den Heimweg wählten wir die Route über das Land, was sich als eine viereinstündige Megagurkerei herausstellte. Landschaftlich war die Strecke zwar wunderschön und alles wirkte sehr ordentlich, als hätte man sich hier besonders viel Mühe mit allem gegeben. Allerdings hielt die Rückfahrt noch ein unschönes Abenteuer bereit: Beim Tanken versagte die Abschaltautomatik der Zapfsäule, die zudem keine Anzeige hatte, und das Benzin spritzte heraus. Bernhard hat verständlicherweise geflucht und roch danach etwas streng nach Kraftstoff. 😱🤭
Erst kurz vor 22 Uhr erreichten wir im Dunkeln erschöpft unsere Unterkunft. Der Hunger war groß, und wir waren heilfroh, dass noch leckere Nudeln von gestern übrig waren, die wir nur noch warmmachen mussten.
Unsere geplante Bootsfahrt zum Stromboli wurde für heute ja leider abgesagt. Wenn das Wetter mitspielt, findet sie nun am Dienstag statt. Das ist unsere allerletzte Chance. Es wird zwar stressig, da wir nachts gegen 22 Uhr im Hafen von Milazzo ankommen und dann noch fast zwei Stunden Heimweg vor uns haben und am nächsten Tag bereits die Abreise ansteht , aber wir hoffen sehr, dass uns dieser schöne Abschluss noch vergönnt sein wird.Read more

























