• Kein Wasser, nur Wege

    Sep 16–17, 2025 in Portugal ⋅ 🌙 16 °C

    Hört, hört – die Gerüchte stimmen: Ich bin zurück!

    Heute also Abflug nach Porto, mit meiner liebsten Begleitung Tobi im Schlepptau. Irgendwann auf dem Weg zum Flughafen kam die entscheidende Frage: „Bist du eigentlich wegen mir mitgekommen oder wegen dem McDonald’s im Foodcorner?“ Nach zwei, drei Sekunden Pause kam die Antwort: „Natürlich wegen dir.“ Hat er da kurz geflunkert? Man weiss es nicht. Vielleicht beginnt der Jakobsweg ja wirklich nicht in Porto, sondern bei McDonald’s am Gate. Ein Stempel für den Pilgerpass, gab es dort aber leider nicht. Und Jakob hab ich auch nicht getroffen.

    Am Ziel angekommen, musste ich gleich improvisieren – oder wie man auf Pilgerdeutsch sagt: *umdisponieren*. Mein reserviertes Zimmer, das angeblich das allerletzte freie war, hatte nämlich ein entscheidendes Feature nicht: Wasser. Gar keins. Und Ersatz? Fehlanzeige. Also stand ich da, verschwitzt vom eher kriminellen Weg zum Hotel – kriminell, weil Porto-Autos anscheinend eigene Verkehrsregeln haben. Dabei sollte ich den Weg doch eigentlich kennen: so lange ist es ja nicht her, dass ich mit Tanja in Porto war. Damals gab’s statt Wassermangel immerhin Schimmel im Airbnb. Man könnte fast meinen: Wer mit mir nach Porto reist, bekommt gratis ein Abenteuer dazu. Deshalb kam vielleicht niemand mit...

    Die Dame an der Rezeption jedenfalls war freundlich, aber bestimmt: „Wir sind sonst ausgebucht.“ Dann ein Griff zum Telefon, ein paar portugiesische Sätze und ein weiterer Fussmarsch später liege ich nun frisch geduscht im Bett. Mission erfüllt.

    Viele Wege führen nach Rom – und offenbar führen auch viele kleine Umwege nach Santiago.
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