• Weiter geht's zum Panometer

    June 26, 2024 in Germany ⋅ ☀️ 20 °C

    Nach einem leckeren Hotelfrühstück heißt es Auschecken und ab zum Panometer. Das ist nicht weit weg in Leipzig, und es ist was ganz besonderes; Die Bauwerks-Hülle eines alten Gasometers, oder richtiger gesagt, zweier Gasometer. Eigentlich waren das bis 1977 Gasbehälter, im Grunde hässliche Stahlkonstruktionen, in denen das Gas für die Stadt Leipzig seit Beginn der Industrialisierung gespeichert wurde. Aus optischen Gründen hatte man drei von den ursprünglich vieren mit einer ansehnlichen Backstein-Hülle umgeben und mit einem leichten Dach abgedeckt. Nach dem Ende der Gasversorgung alten Stils 1977 wurden die Gasbehälter demontiert, die Mauerwerkshüllen von zweien blieben aber stehen - als Industriedenkmäler. Da sie nur Hüllen waren und nichts zu tragen hatten, konnte man sie auch nicht zum Wohnungs- oder Industriebau weiter verwenden. Als Ort für ein riesiges Panoptikum, also eine rundum-Installation, waren sie aber prädestiniert.

    Seit einigen Jahren finden im Leipziger Panometer, dem Kunstwort aus Panoptikum und Gasometer, ca. alle zwei Jahre wechselnde Installationen statt. Die derzeitige Ausstellung befasst sich mit Yadegar Asisi, einem iranisch-stämmigen Berliner Künstler, der - fasziniert vom Impressionismuns - mit wechselnden Maltechniken, mit digitaler Malerei und Künstlicher Intelligenz experimentiert. Für das akutelle Projekt hat er ein 6 x 2 m großes detailliertes Werk geschaffen, das in über 100 digitale Aufnahmen zerlegt und für das Panometer wieder zusammengefügt wurde, sodass es als rundum-Projektion erlebbar wird. Die erläuternde Ausstellung und Führung sind hochinteressant. Man kann nur sagen: Hinfahren und anschauen!
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