Gipfelstürmer und Kufen-Chaoten
4 febbraio, Germania ⋅ ☁️ 3 °C
Es war einer dieser Tage am Arber, an denen der bayerische Wind so kräftig pfiff, dass man sich fragte, ob man gleich die Piste runterwedelt oder direkt als menschlicher Drachen in Richtung Tschechien abhebt🌬️ 🏔️. Aber Anouschka, Lolek, Bolek und ich ließen uns nicht beirren. Wir hatten eine Mission: Schnee-Dominanz.
Die Fraktion "Eleganz auf zwei Brettern"
Anouschka und Lolek schnallten sich die Ski an und sahen sofort aus wie die Profis aus dem Weltcup-Kader. Während Anouschka noch kurz prüfte, ob die Schwerkraft heute auch wirklich eingeschaltet ist, schoss Lolek schon los. Mit einer Eleganz, die selbst die Pistenraupen vor Neid erblassen ließ, zirkelten die beiden ihre Kurven in den Hang. Von unten sah das aus wie ein perfekt choreografiertes Ballett – während wir im Tal nur hofften, dass sie uns nachher noch erkennen.
Die Fraktion „Todesmut auf Holzschienen“
Währenddessen bereiteten Bolek und ich uns auf die wahre Extremsportart vor: Das Schlittenfahren🛷. Wir hatten uns für die aerodynamische Sitzposition entschieden – was im Grunde bedeutete, dass wir uns so festklammerten, als hinge unser Leben davon ab (was es vermutlich auch tat).
- Die Taktik: Bolek vorne als Steuermann, ich hinten als Ballast und moralische Unterstützung.
- Das Ziel: Die Talstation.
- Die Realität: Ein sehr enger Kontakt mit der bayerischen Erdkruste.
Der „Große Knall“
Wir nahmen Fahrt auf, während ich die Abfahrt filmte, was im Nachhinein betrachtet ein taktischer Fehler war. Der Schlitten entwickelte plötzlich ein Eigenleben und entschied, dass der offizielle Weg viel zu langweilig sei.
„Papa, bremsen!“, brüllte Bolek. „Womit denn, ich filme?!“, kam es zurück. In einer Kurve, die physikalisch gesehen eigentlich gar nicht existieren dürfte und viel zu viel Schnee aufgetürmt hatte, passierte es: Der Schlitten wollte nach links, die Fliehkraft wollte nach rechts, und Bolek und ich wollten eigentlich nur überleben.
Das Ergebnis: Eine filmreife Flugphase. Wir trennten uns vom Schlitten und vollführten eine perfekte synchrone Landung im Tiefschnee. Es sah weniger nach Wintersport und mehr nach einem missglückten Versuch aus, einen Maulwurfshügel zu infiltrieren. Als der Schnee sich legte, schauten nur noch unsere Beine aus dem weißen Pulver heraus. Kurzer Check, keine Verletzungen, lachen und weiter ging es 🫡.
Am Ende trafen wir uns alle an der Talstation wieder. Anouschka und Lolek sahen noch immer aus wie aus dem Hochglanzmagazin. Bolek und ich hingegen sahen aus, als hätten wir eine Nahkampferfahrung mit einer Schneekanone hinter uns. Überall klebte Eis, und unsere Gesichter hatten diesen speziellen „Wir-sind-gerade-geflogen“-Ausdruck.
Aber eines war klar: Skifahren ist Kunst, aber Schlittenfahren mit Sturz ist echte Charakterbildung!Leggi altro








