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  • Day12

    Moremi Park

    June 17, 2019 in Botswana ⋅ ⛅ 24 °C

    Moremi Park, 17.6.19
    Wir verlassen unser Lager
    um 11.00 nach dem Frühstück .
    Kurz vor dem Eingang zum Moremi Park sehen wir unsere erste Giraffe. Unglaublich, in welcher Höhe sie die Blätter von den Bäumen zupfen können........und ihre Zunge reicht immer noch einmal 30 cm höher.
    Um 12.30 Uhr fahren wir in den Park. Wir besitzen ein Permit für zwei Tage.
    In den nächsten Stunden haben wir das Glück, jede Menge Elefanten, mehrere Zebras, eine Horde Affen mit ihren Babys und einige Giraffen zu sehen. Wir haben diese phantastische Tierwelt Afrikas jetzt schon ein paar Mal erlebt, doch immer wieder sind wir tief beeindruckt, den wilden Tieren in ihrem Lebensraum zu begegnen.
    Um 15.00 Uhr legen wir eine Lunchpause ein, dann geht's weiter Richtung Third Bridge Camp.
    Den ganzen Tag begegnet man keiner Menschenseele, maximal 2 bis 3 Autos kommen uns entgegen. Die Sandpiste ist extrem ausgefahren, und die tiefen Spurrillen sind nur mit Allradantrieb zu meistern. Unser Tempo liegt bisweilen nur bei 10 km pro Stunde, und wir werden alle mächtig durchgeschüttelt. ( für Jonas Rücken ist das nicht gerade die beste Therapie)
    Inzwischen beginnt die Sonne schon wieder, unter zu gehen, doch es liegen noch 9 km vor uns. Hoffentlich schaffen wir das noch vor Einbruch der Dunkelheit! Auf diesen Wegen nachts zu fahren ist der wahre Horror.
    Aber es gelingt uns . .....und dann klappt unsere abendliche Routine schon wie geschmiert und jeden Tag ein wenig schneller: Zelte aufklappen, Schlafzimmer herrichten , moskitosichere Kleidung anziehen, Feuerholz sammeln, Feuer anzünden und Abendessen zubereiten. Karola hat köstliche Bolognese Sauce vorgekocht, die wir uns mit Spaghetti schmecken lassen.
    Später machen sich Carsten und Birgit auf zu den Waschhäusern, doch sie kehren auch nach mehr als einer Stunde nicht zum Platz zurück. Dann endlich kommen sie; Birgit ist total aufgeregt. Kurz nach Verlassen der Duschen haben sie ein Knacken im Gebüsch gehört, und Sekunden später stehen sie vor einem Riesenhippo.
    Es hat sich mitten auf dem Pfad breit gemacht, so dass die Beiden nicht daran vorbeischleichen können. Birgit ist noch nach Stunden von der langen Wartezeit total durchgefroren.
    Später grast das dicke Nilpferd am Eingang unseres Platzes. Wir beobachten es aus einem sicheren Abstand, doch als ich etwas zu laut spreche, setzt es sich plötzlich in unsere Richtung in Bewegung.....und wir nehmen alle Reißaus. Das Gleiche passiert später noch einmal, als eine Hyäne an uns vorbeischleicht. Hier springe ich sogar auf die Leiter zu unserem Dachzelt, um mich in Sicherheit zu bringen. Ja, wir sind mitten im afrikanischen Busch und nicht im Kölner Zoo.
    Nun haben wir genug Aufregung gehabt und wollen in Ruhe schlafen. Aber da werden wir leider nicht nach unserer Meinung gefragt. Eine knappe halbe Stunde, nachdem wir uns hingelegt haben, sitzt Viktor plötzlich kerzengerade im Zelt. " Hier ist direkt ein Elefant neben unserem Auto!" Oh nein. Nicht schon wieder. Heute habe ich da nicht noch einmal Bock drauf. In Sekundenschnelle entwickelt sich ein Szenario neben uns, das unser Blut in den Adern gefrieren lässt. Zwei Elefanten geraten in Streit und fangen an, wirklich ohrenbetäubend zu trompeten. Ihr könnt euch nicht vorstellen, in welcher Lautstärke! Viktor vergleicht das später mit einer Kompressor LKW Hupe. Panisch mache ich einen Satz in die hinterste Ecke unseres Dachzeltes, so dass Jonas und Nelly schon denken, ich lande gleich in ihrem Schlafzimmer. Jeden Augenblick erwarte ich den finalen Schlag mit dem Rüssel auf unser Zelt und fühle mich wie die Maus, kurz bevor sie von der Katze gefressen wird. Uns allen hat es vor Angst die Sprache verschlagen. Von uns ist kein Laut mehr zu vernehmen.
    Der Elefant indes trrrröööööötet noch ein paar Mal ganz animalisch. Dann, nach gefühlten Stunden, entfernen die Tiere sich immer weiter von uns.
    Später erzählt uns Carsten, dass da wohl eine Elefantenmutter mit ihrem Kind vorbeigestreift ist. Der Kleine wollte dann übermütig irgendwo anders spazieren als die Mutter. Die reagiert darauf total sauer und faltet den Kleinen richtig zusammen. Mein Gott, so was Lautes und Erschreckendes habe ich noch niemals gehört.
    Als wäre das nicht schon aufregend genug gewesen, muss Jonas jetzt auch noch zum Klo. Verständlicherweise will er nicht alleine gehen. Wer weiß, was da auf dem Weg noch für weitere Überraschungen auf ihn warten. Also begleitet Viktor ihn, und bis die Beiden unversehrt wiederkommen, zittern Nelly und ich vor Angst um die Wette.
    Der Rest der Nacht verläuft Gott sei Dank ruhig. Mehr Aufregung hätten wir allerdings auch nicht verkraftet.
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