• TukTuk Tag 1

    8 september 2025, Indonesien ⋅ ☁️ 26 °C

    Nach einer unruhigen Nacht, eine Mücke hatte es doch tatsächlich geschafft unters Netz zu kriechen und dort zur Tat zu schreiten, wachen wir erstaunlicherweise ziemlich fit auf.

    Schnell sind wir auf den Beinen und genießen ein leckeres Frühstück mit Seeblick.

    Währenddessen schmieden wir einen Tagesplan.
    Zuerst geht es zur Reinigung. Wir brauchen dringend mal wieder saubere Kleidung.
    Dieser Part ist schnell erledigt und wir zahlen für 3 Kilo umgerechnet gerade einmal
    1,80 €.
    Danach suchen wir uns einen Motorrollerverleih und werden schnell fündig.
    Wir bekommen zwei nagelneue Honda Vario. Timo mit 160 ccm und Nadine mit 125 ccm.
    Nach der Helmanprobe geht es auch schon los.
    Ohne festes Ziel fahren wir ins Blaue, verlassen schon bald die flache Seestraße und cruisen über etliche Serpentinen Richtung Inselinnerem.
    Immer wieder bekommen wir einen fantastischen Blick auf den Kratersee.

    Die Topographie spricht für sich:

    Man nehme einen Supervulkan und eine gigantische Explosion. Herauskommt der größte Kratersee der Erde, der Lake Toba auf der indonesischen Insel Sumatra. Der See ist unglaubliche 87 Kilometer lang und 27 Kilometer breit und entstand beim größten Vulkanausbruch der vergangenen zwei Millionen Jahre. 

    Die Asche wurde damals bis in 80 Kilometer Höhe geschleudert und verteilte sich in der Atmosphäre. Infolgedessen kühlte sich das Weltklima ab. Die Temperaturen sanken weltweit um mehrere Grad, Tiere und Pflanzen verendeten massenhaft. Eine Katastrophe ohne gleichen!

    Der Toba See beeindruckt als ein atemberaubendes Naturwunder und ist derart groß, dass die darauf befindliche Insel Samosir größer ist als ganz Singapur.

    Nichts erinnert heute mehr an die Katastrophe vor rund 75.000 Jahren.

    Da sich der See 900 Meter über dem Meeresspiegel befindet, ist das kühlere Klima – um die 25 Grad – eine erfrischende Abwechslung zur Hitze und Feuchtigkeit vieler anderer Regionen in Indonesien.

    Wir umrunden den südwestlichen Teil Samosirs und fühlen uns unabhängig und frei!
    Die Straßenverhältnisse sind weitestgehend hervorragend und der Verkehr hält sich in Grenzen.

    Nach kurzer Rast beschließen wir den Rückweg einmal quer über die Insel zu wagen. Eine Verbindung wird uns zumindest auf unserer Karte angezeigt...

    Der Abzweig ist schnell gefunden, wir biegen in eine kleine Seitenstraße ab. Es geht stetig bergauf.
    Anfangs fahren wir noch auf Teer, doch bald verwandelt sich der Weg in eine ausgewaschene, fast unpassierbare Piste.
    Wir kämpfen uns tapfer voran, höher und höher geht es, an ein umkehren ist nicht mehr zu denken. Dafür sind wir schon zu weit gekommen!

    Wir stottern uns in tiefe Täler und meistern die nächste Anhöhe. Die Vegetation, ein Mix aus großen Kiefern und dichten Urwaldpflanzen wird lichter, wir erreichen die Inselmitte.

    Auf einer Art Plateau grasen friedlich halbwilde Pferde und mächtige Wasserbüffel mit ihren Kälbern.

    Die Landschaft erinnert uns an Bilder der Mongolei wie wir sie aus dem Fernsehen kennen.
    Bald taucht ein Batakdorf mit seinen typischen Satteldachhäusern auf.

    Das indigene Volk der Batak ist rund um den Tobasee in Nord Sumatra angesiedelt und teilt sich in sechs Kulturen, von denen jede ihre eigene Sprache, Zeremonien und Traditionen hat. Zwar leben die Batak geografisch gesehen isoliert, haben jedoch schon immer Tauschgeschäfte mit anderen Völkern praktiziert. Die traditionellen Batak glauben, dass das Universum in drei Welten unterteilt ist: eine Obere, in der die Götter wohnen, eine Mittlere, die die Menschen besiedeln und eine Untere, in der Geister und Dämonen zu Hause sind.
    Ihre traditionellen Stelzenhäuser mit auffallend schweren Satteldächern erbauen sie nach diesem Glaubensbild.
    In der unteren Ebene lebt ihr Vieh, die Mittlere ist den Menschen vorbehalten, während die oberste Ebene für ihre Ahnen und Götter bestimmt ist.

    Unsere Abfahrt auf der anderen Inselseite gleicht den bisherigen Verhältnissen und wir müssen uns gut konzentrieren um Schlimmeres zu vermeiden.
    Vollkommen durchgerüttelt aber stolz auf unsere Leistung erreichen wir nach etlichen Kilometern endlich wieder eine "normale" Straße.

    Der Rest des Weges ist uns vom Hinweg bekannt. Wir tanken noch schnell und kommen müde aber zufrieden mit dem Erlebten in unserer Unterkunft an.
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