Guangzhou Tag 2 - 4
November 8, 2025 in China ⋅ ⛅ 31 °C
Am nächsten Tag machen wir uns zeitig auf den Weg, frühstücken in einem kleinen Strassencafe und steuern das moderne Viertel der Stadt an.
Guangzhou, international besser bekannt als Kanton, ist seit Jahrhunderten Chinas geschäftigstes Handelszentrum. Trotz rasanter Stadterneuerung bis hin zu den Asienspielen 2010 und danach, herrscht in weiten Teilen der Metropole noch immer ein angenehm gemächliches Tempo. Schmale, von Bäumen gesäumte Straßen verbergen Tempel und Moscheen, Zeugnisse kolonialer Vergangenheit, traditionelle Dim-Sum-Restaurants, charakteristische Qilou-Geschäftshäuser und die Architektur der Longnán-Dynastie. Gleichzeitig kann man die Moderne in den architektonischen Wahrzeichen des 21. Jahrhunderts der Vorzeigestadt Zhujiang erleben, wie etwa dem Opernhaus der verstorbenen Zaha Hadid und dem schlanken Canton Tower, der sich über dem Perlfluss erhebt, welcher sich gemächlich durch die Stadt schlängelt.
Unser Weg führt uns zwischen schwindelerregenden Hochhäusern, über mehrspurige Stadtautobahnen, vorbei an kleinen Teehäusern mit typischen kantonesischen Speisen in einen Park.
Dieser verläuft quer durch Guangzhous Banken- und Geschäftsviertel, umringt von spektakulären Wolkenkratzern.
Am Ende steht der mächtige "Canton - Tower" in seiner unverwechselbaren Form!
Einer Sanduhr gleich ragt er mit über 600 Metern gen Himmel!
Absolut beeindruckend!
Wir gönnen uns ein Eis an der Oper und kehren zum Mittagessen in einem Foodcourt mit etlichen chinesischen Restaurants ein.
Dazu gibt es leckeren Eistee mit gefrorenen kleinen Eistee - Bärchen.
Zurück im Appartement legen wir ein kleines Päuschen ein und beschließen am Abend nochmal zum Tower zu gehen um die atemberaubende Skyline in der Dunkelheit zu bestaunen...
Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zur Metro - Station.
Unser Ziel ist ein Stadtviertel, welches von Häusern aus der Kolonialzeit bebaut ist, gelegen auf einer Insel die über mehrere kleine Brücken erreichbar ist und ein ganz besonders Flair versprühen soll.
Chinas „Kolonialzeit“ war eine Ära der Demütigung (ca. 1840-1949), in der westliche Mächte und Japan durch militärische Gewalt, Verträge und die Einrichtung von Einflusszonen sowie Pachtgebieten (z.B. Hongkong, Kiautschou/Qingdao) die Souveränität Chinas untergruben, was zur Entstehung einer „Halbkolonie“ führte, aber auch Widerstand hervorrief und Chinas Nationalbewusstsein prägte.
Während Großbritannien mit Hongkong, Deutschland mit Kiautschou (heute Qingdao) und Japan mit Mandschukuo wichtige Gebiete kontrollierten, endete diese Periode erst nach dem Zweiten Weltkrieg und dem Sieg der Kommunisten.
Wir erwerben ein Ticket und stehen schon bald in der U - Bahn von Guangzhou. Viel Plastik und kalter Edelstahl umgeben uns.
Nach einigen Stationen steigen wir aus und landen vorerst in einer Gegend, die im vollkommenen Gegensatz zu der Hochmodernen des Vortrages steht.
In unzähligen, kleinen Gassen wird so ziemlich alles verkauft, was der Gaumen schätzt...oder auch nicht!!
Wir sehen Fisch und Meeresfrüchte, gehäutete ganze Ziegen und Lämmer, Schwalbennester, Pilze, Rinden und Gewürze. Getrocknete Seepferdchen, Nadelfische und Schnecken, sowie Maden und Insekten aller Art.
Und natürlich dürfen auch die Haifischflossen nicht fehlen!
Der Verkauf findet auf offener Straße bei Wind und Wetter statt. Geruch und Hygiene...
Ein anderes Thema!
Dann erkunden wir unser eigentliches Ziel und sind begeistert von der Pracht der alten Kolonialhäuser.
Die Bebauung ist durchdacht, es ist ruhig, mit viel Grün und hervorragend gepflegt.
Es wirkt tatsächlich wie eine kleine Insel im Dschungel der Großstadt.
Wir lassen uns treiben und genießen den Augenblick!
Danach geht es via Metro weiter zur "Chigang - Pagode".
Eines der alten Wahrzeichen der Stadt.
Die Chigang-Pagode wurde 1619 während der Herrschaft des Wanli - Kaisers in der Ming - Dynastie erbaut , in einer Zeit, als Feng - Shui - Einflüsse in der chinesischen Architektur weit verbreitet waren.
Sie wurde an der Mündung des Perlflusses errichtet, um Guangzhou und der umliegenden Region Glück zu bringen.
Das Gebäude besteht aus rotem Sandstein.
Aufgrund von Vernachlässigung und Witterungseinflüssen über die Jahrhunderte hinweg verfiel die Chigang-Pagode. Die Außenmauer riss, das Fundament begann abzusinken, und die Böden wurden durch die Vernachlässigung uneben. Zeitweise neigte sich die Pagode um etwa 1,05 m aus der Senkrechten.
1996 begannen die Behörden von Guangzhou mit den Restaurierungsarbeiten, die jedoch aus Geldmangel nie abgeschlossen wurden. 1998 sammelte die städtische Kulturbehörde von Guangzhou 1,6 Millionen Yuan für die Restaurierung der Pagode.
Die Arbeiten und die abschließende Inspektion wurden Mitte 1999 beendet und die Pagode strahlte wieder in ihrem alten Glanz.
Langsam wird es Abend in der Stadt am Perlfluss und es beginnt zu Dämmen.
Auf uns wartet noch ein ganz besonderes Highlight.
Wir haben eine Schiffstour gebucht, um die Lichter der Stadt vom Fluss aus zu bestaunen.
In einem kleinen Laden unweit der Anlegestelle essen wir fantastische Ramen - Nudeln...
- dann geht es auch schon los.
Das Spiel der Farben, Illustrationen, Lasershows und gekonnten Inszenierung sprechen für sich und bedürfen keiner weiteren Beschreibung!
Nachdem der gestrige Abend doch recht lang wurde, lassen wir den Tag ruhig angehen, schlafen aus und Timo holt in einer nahegelegenen Bäckerei Frühstück.
Wir verbringen den Tag hauptsächlich in der Unterkunft und ziehen erst gegen Abend nochmal durch unser Viertel.
Es gilt die Eindrücke der letzten 3 Tage ein wenig zu verarbeiten und so finden wir in einem englischen Pub Namens "Morgan's" einen Platz auf der Terrasse, trinken unser erstes gezapftes Bier seit Reisebeginn und essen lecker Lasagne und Pasta mit Garnelen.
Morgen geht es mit dem Hochgeschwindigkeitszug nach Guilin.
Wir sind gespannt was uns erwartet!Read more

























