• Mirissa

    February 10 in Sri Lanka ⋅ ☁️ 28 °C

    Die Straße nach Mirissa schlängelt sich eng am Meer entlang. Zwischen dem Strand und der schmalen Fahrbahn gibt es kaum Platz, und doch säumen Häuser, Hotels und Läden die Strecke. Dass wir verschiedene Ortschaften passieren, bemerken wir kaum. Überall sind Menschen tüchtig bei ihrem Tagesgeschäft, Tuk-Tuks verpesten fröhlich mit Unmengen an CO2 die Luft, und Touristen kurbeln die Wirtschaft an. Trotz der Wirtschaftskrise seit 2022 ist es ein beliebtes Reiseziel. Tourismus ist neben der Textilindustrie und dem Teeanbau ein wichtiger Wirtschaftszweig. Das Land durchlebt derzeit eine hohe Inflation. Andererseits ist es eine Top-Destination, besonders für Russen. Gefühlt stellen sie 90 % der Touristen dar. Meiner Meinung nach sind die hohen Preise nicht nur der Wirtschaftskrise, sondern auch dem Touristenboom geschuldet.

    In Mirissa angekommen, war uns klar, dass wir hier nicht lange bleiben würden. Das ehemalige Fischerdorf ist zu einer Hochburg der Surfer geworden, und die Strände sind ziemlich voll.

    Eine Ruheoase fanden wir bei unserer Gastfamilie. Wir wohnen abseits der belebten Straße – ein kleines Paradies. Zur Begrüßung gab es anstelle der Frage nach Geld ein Erfrischungsgetränk. Heute Morgen wurden wir einfach so mit Obst verwöhnt.

    So oder ähnlich erleben wir die Menschen fast überall hier. Sie sind friedlich, zuvorkommend, respektvoll und lieb.
    Ehemals als Ceylon bekannt, erlangte der Inselstaat 1948 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Nation hat ca. 21 Millionen Einwohner, mit einer singhalesischen Mehrheit und Tamilen als größte Minderheit. Nach einem langen Bürgerkrieg, der 2009 endete, hat sich das Land stabilisiert, kämpft jedoch weiterhin mit den Nachwirkungen ethnischer Konflikte – so Wikipedia. Als Touristen bekommen wir nicht viel davon mit. Ganz im Gegenteil, es fällt uns auf, wie friedlich die Menschen verschiedener Konfessionen miteinander leben. Ganz besonders am letzten Sonntag, wo in Fort Galle buddhistische Mönche neben voll vermummten muslimischen Frauen liefen und ein Hindu-Pärchen neben uns auf einer Bank sitzend den Sonnenuntergang bewunderte.
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