• Hong Kong

    March 9 in Hong Kong ⋅ ⛅ 21 °C

    Diesen Stopp hatten wir nicht geplant. Auf dem Rückweg wollten wir uns eigentlich Katar ansehen. Dort waren sogar schon die Tour und das Hotel gebucht. Tja, man kann nicht wissen, was der Morgen uns bringt.

    Hongkong ist nur vier bis fünf Flugstunden von Colombo entfernt, dazu kommt die Zeitverschiebung. Bei der Landung war es hier bereits 8:30 Uhr in Hongkong. Die Nacht war für uns sehr kurz. Am liebsten würde ich mich jetzt irgendwo verkriechen und schlafen. Aber in Hongkong gelandet zu sein und die Stadt nicht zu sehen, wäre glatt eine Sünde.

    Der Flughafen in Hongkong ist tatsächlich sehr groß. Den Futurismus habe ich bis jetzt nicht entdecken können. Dafür ist der Flughafen übersichtlich und mit Englisch kommt man gut zurecht. Für Transfergäste werden kostenlose Stadttouren angeboten. Dreimal am Tag werden die Touristen mit einem Bus abgeholt. Für die erste Tour sind wir zu spät, denn um die Stadt besuchen zu können, muss man den Transitbereich verlassen. Dann noch die Agentur finden – das kostet alles Zeit. Wir entscheiden uns für die 12:00-16:00 Uhr Tour. Theoretisch hätten wir sogar noch die Abendtour mitmachen können, aber wir möchten uns nicht stressen und nicht riskieren, den Anschlussflug zu verpassen.

    Nach einem für uns Europäer etwas ungewöhnlichen Frühstück geht es los. Mit einem rosa-geblümten Bus macht die bunt gemischte Gruppe Hongkong unsicher ;)

    Vier Stunden sind wir unterwegs. Als Erstes besuchen wir den Wong-Tai-Sin-Tempel. Dieser bekannteste und meistbesuchte taoistische Schrein Hongkongs ist berühmt für die Erfüllung von Wünschen („Was du erbittest, das bekommst du“) und seine präzise Wahrsagerei. Ich bin zu müde, um über meine Wünsche nachzudenken, und versuche, Bilder zu machen. Die Zeit ist knapp. Als Nächstes steht ein Einkaufszentrum auf dem Programm. Niemand ist am Shoppen interessiert. Woran ich allerdings interessiert bin, sind meine Mitreisenden. Nun quatschen alle zusammen. Die meisten sind Frauen. Eine circa 50-jährige Kanadierin kommt aus Sri Lanka, wo sie das Haus ihres Vaters verkaufen musste. Sie berichtet über die Situation an der Grenze zwischen den USA und Kanada, seit Trump an der Macht ist. Zwei sind aus Frankreich, zwei aus San Francisco, jemand aus Indien, wir aus Deutschland. Quer durch – die ganze Welt ist vertreten. Nach dem Mittagessen fahren wir zum Herzen von Hongkong, allerdings nicht zum touristischen. Nein, wir fahren dorthin, wo die Einheimischen unterwegs sind. Am Anfang bin ich enttäuscht. Ich hatte mir erhofft, in der kurzen Zeit doch die Highlights der Stadt zu sehen. Im Nachhinein denke ich, dass man sich die Sehenswürdigkeiten im Internet anschauen kann. Wir haben die Straßen Hongkongs live erleben können: Gassen und offene Geschäfte, wo alles verkauft wird, was man sich vorstellen kann und noch viel mehr. Viele der Fassaden werden renoviert. Interessant sind die Gerüste aus Bambusstöcken – sie sind eben günstig.

    Im Gedächtnis bleibt mir Hongkong als eine Sammlung von miteinander verbundenen Inseln. Die Wolkenkratzer überbieten sich in ihrer Höhe. Unwillkürlich muss ich an die Menschen denken, die in den ersten zehn Etagen wohnen. In deren Wohnungen scheint wohl nie die Sonne. Unser Guide erzählt, 40 Prozent der Bevölkerung wohnt in den Hochhäusern. Die Wohnungen müssen winzig sein. Hongkong ist teurer, sagt unser Guide. Spontan würde ich das bestätigen. Leider bin ich hier zu kurz, um mir eine fundierte Meinung zu erlauben.

    In einem Einkaufszentrum treffen wir auf polnische Touristen, die hier seit vier Tagen gestrandet sind. Die Stadt auf eigene Faust zu erkunden, wäre einfach, bestätigen sie mir. Die Stadt sei wunderschön. Wer weiß, vielleicht komme ich wieder ;)

    Vorerst geht es zurück zum Flughafen. Der ganze Trip ist recht strapaziös, da wir so kaputt sind. Andere der Gäste berichten das Gleiche. Als Transittouristen kommen wir sofort durch die Pass- und Sicherheitskontrollen. So können wir noch ein Nickerchen abhalten und duschen, bevor es heute Nacht weiter nach Hause geht.
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