über die Pässe nach Ouarzazate
March 9, 2019 in Morocco ⋅ ☁️ 14 °C
nun starten wir das Abendteuer über die beiden Pässe nach Ouarzazate. Aus verschiedenen Quellen haben wir erfahren, dass wir diese Reise unbedingt wagen sollen, oder eben das pure Gegenteil, es sei viel zu gefährlich. Vom Berber, der den Platz führt, habe ich erfahren, dass die Strasse nach dem Regen nur für 4x4 Fahrzeuge offen sei, dass sie aber seit gestern wieder ganz offen sei. Der hiesige Chef, der für alles auf der Welt zuständig ist, wird uns bestimmt beschützen - "in'sch Allah". Mit diesen aufmunternden Worten im Herzen verabschiedeten wir uns von ihm und starteten in Richtung Demnante. Auf der guten Strasse, durch das Pfirsich- und Olivenland, kamen wir bald dort an, kauften Brot ein und wollten noch tanken. Hmm, in dieser, eigentlich grossen Stadt, gibt es genau eine Tankstelle und dann bis Ouarzazate keine mehr! Wir fuhren also quer durch den Markt - und wieder zurück, weil es nur am Anfang des Ortes Treibstoff gab.
Zuerst fuhren wir zu der natürlichen Brücke Imi n'Ifri, dann von hier nach rechts, weiter auf der R307. Schon bald merkten wir, dass die Strasse wohl doch nicht so gut ist, wir mussten Autos und Mofas im roten Schlamm ausweichen - bloss nicht anhalten. Doch wir haben ja gelernt, in Marokko geht's immer irgendwie - und es ging!
Die Fahrt über den ersten Pass Tizi-n-Outfi, auf 2440m war gar nicht übel. Natürlich lauerten überall Löcher im Asphalt, oder gar Strecken auf Sand, auch viele bettelnde Kinder belagerten die Strasse, aber da muss man einfach durch. Einem Schafhirten haben wir eine warme Jacke und zwei Frauen Kinderkleider gegeben. Auch wenn wir uns nicht verständigen konnten, war ihre Freude spürbar. Schon bald hatten wir als Gratiszugabe immer wieder die Schneeberge des Grossen Atlas vor Augen. Talabwärts wurde die Strecke viel kurviger und ab der Brücke über den Fluss Tassaout, beim kleinen Dorf, war der Asphalt zu Ende und wir fuhren auf einer Piste - das Regenwetter hatte hier grosse Schäden angerichtet. An dieser Stelle ein grosses Dankeschön an unser WoMo, welches die vielen Manöver und Schlaglöcher bestens parierte.
Erstaunlich, dass auf einer Höhe von 1800m immer noch Oliven und Pfirsichbäume angepflanzt werden. Darüber wachsen, wo es Wasser gibt sogar noch Fichten und Kiefern.
Nun stehen wir auf der Passhöhe des Tizi-n-Fedghat, auf 2200m in der Einsamkeit und geniessen ein Raclette!
Draussen ist es mittlerweile absolut dunkel, kein Fremdlicht und der Mond steht nur als kleine Sichel am Himmel. Wir können zig-Millionen Sterne sehen !!!
Für alle die, die auch einmal diese Strecke fahren möchten:
Wir haben erst 2/3 des Weges hinter uns, aber die Strapazen lohnen sich auf jeden Fall! Unbedingt spätestens in Demnante den Tank füllen und etwa fünf Stunden Reisezeit einberechnen, dazu gute Nerven gegenüber den bettelnden Kindern - Steine wurden allerdings keine geworfen.
Morgen werden wir den zweiten Teil nach Ouarzazate unter die Räder nehmenRead more





















