• Chefchaouen, Kurzbesuch der Stadt

    May 3, 2019 in Morocco ⋅ 🌧 19 °C

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    Bereits nach ein paar hundert Metern wurden wir von einem Burschen angesprochen, der mehr spanisch sprach, ob wir nicht auf seiner Cannabis (Kif) Farm arbeiten möchten, als Lohn gäbe es reinen Stoff. Ich habe ein Weilchen mit ihm geplaudert und dankend abgelehnt, wenn man mit Hasch an der Grenze erwischt wird, werden einem die Ferien automatisch um Monate oder Jahre verlängert. Die Stadt selbst ist sehr sauber, das bedingt, dass der Müll gesammelt und irgendwo deponiert wird. Und genau an dieser Deponie kamen wir vorbei. Zuerst vielen uns die vielen Krähen, Milane und Störche auf, die im Wind kreisten und wir dachten an normale Thermik. Oh nein, sie kreisten über Mülldeponie, um etwas zu erhaschen. Auch Menschen suchten nach etwas brauchbarem. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass auch die Nase etwas zum riechen bekam. Der nächste Hasch-Dealer kam auch bereits auf uns zu und nach einem kurzen Gespräch zweigten wir nach rechts ab und stiegen auf dem schmalen Wege hinauf. Kleine Büsche und Brachland säumten den Weg - doch was war denn das ? Das Brachland war wohl nur eine Tarnung, zwischen den vielen Steinen wuchsen kleine Pflanzer heran - Cannabis. Nach etwa einer Stunde Marsch kam wieder ein Mann auf uns zu, er sass wohl stundenlang auf einem Stein und hatte nichts anderes zu tun, als Touristen zum "einkaufen" zu bewegen - er hatte ebenfalls keinen Erfolg. Bald gingen wir in den Wald, vorwiegend Fichten und Pinien. Wir waren froh über den Schatten, denn es wurde bereits wieder heiss. Allerhand, und unbekannte Pflanzen wuchsen im Wald. Etwas eigenartig war der Eindruck, Fächerpalmen zwischen den Nadelbäumen zu sehen. Beim Abstieg fuhren zwei Traktoren mit Anhängern sehr vorsichtig die sehr steile und kurvige Strasse herunter. Wir trafen sie weiter unten, als ein Bagger Betonröhren auf eher unkonventionelle Weise auf deren Anhänger lud.
    Nach einer gemütlichen Pause spazierten wir hinunter in die Altstadt. Zum Glück waren nur noch wenige Touristen hier und wir konnten die vielen, blauen und dekorierten Gebäude anschauen. Ich kann es den Bewohnern nicht verdenken, dass sie nicht gut auf Touristen zu sprechen sind, schliesslich ziehen dies kreuz und quer durch ihre Wohngebiete. Das positive daran war, dass wir nirgends von Verkäufern bedrängt wurden und in allen Werkstätten und Läden alles anschauen konnten - nur Fotos durften wir keine machen. Besonders der Metzger, bei dem wir Pouletfleisch kauften, verbot es ausdrücklich. Unterhalb des Platzes ist eine grosse Sportanlage, mit Tennisplatz und Schwimmbecken, nicht in Betrieb aber von Hunden bewacht, die darin "wohnen". Mal schauen, wie sehr sie in der Nacht bellen werden.
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