Geistertal
9 de abril, Itália ⋅ ⛅ 16 °C
Nach der morgendlichen Routine geht's heute mit richtig gutem Elan los. An sich finde ich den Westen am wenigsten spektakulär, aber es gibt unter mir einen See mit bizzar hohen Stegen. Die ganzen Traktoren auf Raupen interessieren mich natürlich auch. Die hiesige Methode mit der schwierigen Topographie umzugehen. Diese werden auf Anhängern von meistens deutlich größeren Bulldog durch die Gegend kutschiert. Am früher Nachmittag komme ich in das ungewöhnlichste Tal bis jetzt. Mein Papa hat gleich recherchiert und herausgefunden, dass hier alles bei einem Erdbeben 1968 zerstört wurde. Gerade finden in 2 der Geisterorte Restaurationsversuche statt, aber es sind wohl nicht die ersten Bemühungen. Bisher hat sich am Bild der Zerstörung nicht wirklich was verändert. Salaparuta Vecchia besteht nur noch aus ein paar Grundmauern, die teilweise zwischen der Vegetation verschwinden. Nur eine ehemalige Bank ist, als solche noch klar zu erkennen. Zuerst stoße ich auf Poggioreale Vecchia, für mich etwas spannender, weil auch noch die Straßen und Gebäude klar erkennbar sind. Zwar gibt es keine Fenster und kaum noch Dachflächen, aber man bekommt einen guten Eindruck von der Größe des Ortes. Nach dem Unglück scheinen die Bewohner umgezogen zu sein, in neue Ortschaften, die gleichnamig getauft wurden. (Vermutung, vielleicht ist das auch erst später passiert) Am skurillsten fand ich aber die dazugehörigen Friedhöfe. Entpuppen sich nämlich, als gepflegte Anlagen, die lange nach der Katastrophe noch genutzt werden. Dabei sind die Entfernungen zu den neuen Ortschaften mindestens 5 Kilometer. So finde ich sogar ein intaktes, halbwegs sauberes Klo vor und freue mich über diese Überraschung. Ansonsten sind auch die Zugstrecken aufgegeben und nur vereinzelte Höfe instandgehalten. Wie zu Beginn erwähnt, habe ich heute die Beine. ( Tour de France Sprache) Sodass ich heute schon ein bisschen stolz, das erste Mal die 50 Kilometer Marke knacke. Nach dem reichhaltigen Abendessen, bin ich dann ziemlich platt. Als Belohnung gönne ich mir richtig was.Leia mais























