• Das 2te Ende der Wurst

    April 11 in Italy ⋅ ☀️ 21 °C

    Zum Abschluss meiner Ost-West Kreuzung geht's ur romantisch, parallel zur Autobahn. Im Norden an der Küste kann man schöner wandeln, aber aus persönlichen Gründen entscheide ich mich dagegen. Dafür bestraft mich die Strecke, mit der typischen Südeuropäischen Peripherie. Einerseits gibt es keinerlei Möglichkeiten sich sicher zu Fuß zu bewegen, andererseits nimmt der Müll nochmal erheblich zu. Eine Beobachtung beschäftigt mich dann ne ganze Weile. Auf einem großen, flachen und perfekt in Reihe gepflanzten Zwiebelacker fährt nicht der übliche Traktor. Die Unkrautbekämpfung wird von 2 schwarzen Landarbeitern mit Hacken bewältigt. Aus verschiedenen Gründen entscheide ich mich dagegen, die beiden bei der Arbeit zu stören und zu interviewen. Da mich diese Frage aber nicht loslässt, suche ich Abends das Gespräch mit ein paar Afrikanern. Wir trinken auch ein paar Bier gemeinsam und ich werde sofort in die Gruppendynamik integriert. Scheinbar werden diese Hilfskräfte auf Tagesbasis angeworben. Natürlich ohne irgendwelche Ansprüche auf Leistungen eines Sozialstaates. Außerdem werden für lange Arbeitstage, scheinbar ohne Siesta, den da traff ich meine Unglücksraben, nur 50€ gezahlt. Da der Pool an möglichen Arbeitern groß ist, können die Chefs hohe Leistungen einfordern. Die Kündigung schwebt wie ein Damoklesschwert ständig über ihnen. Trotz der teilweise harten Schicksale verbringen wir einen ausgelassenen Abend, es wird getanzt, gelacht und über gemeinsame Erfahrungen philosopert. Hier ist die Fremdsprachendichte viel höher und ich kann zwischen Deutsch, Französisch und Englisch wechseln. Ehrlich gesagt lasse ich meine Vorsicht nicht ganz fallen, wie mit sizilianischen Bekannten und gehe noch zurechnungsfähig um 1 ins Bett.Read more