• Erst Chaos, jetzt Kunst

    Jan 11–12 in Italy ⋅ ☀️ 8 °C

    Poggioreale ist eine der größten Geisterstädte Italiens. 1968 erschütterte ein verheerendes Erdbeben Sizilien. Es starben über 500 Menschen und das Beben hinterließ Hunderte Verletzte. Am schlimmsten traf es damals Poggioreale im Westen der italienischen Insel. Hier blieb quasi kein Stein auf dem anderen. Die Wohnhäuser, das Theater, die Kirchen, die Bücherei, das Krankenhaus, die Schule: alles zerstört. Die Stadt wurde zu einem Lost Place.
    Inzwischen versperren Gitter den Zugang zum Dorf. Einsturzgefahr! Vom Betreten der Häuser wird dringend abgeraten. Wir waren trotzdem dort und wir waren nicht allein.
    Nach einer malerischen, kurvenreichen Straße erwartet uns das Land-Art-Werk: Grande Cretto (Der große Riss). 1973 beschloss der italienische Künstler Alberto Burri, ein einzigartiges Kunstwerk zu schaffen, das die Ruinen des antiken Gibellina bedecken sollte, das ebenfalls 1968 durch das Erdbeben dem Erdboden gleichgemacht wurde. Das Cretto, ein weißer Guss aus Beton und Kalk, wirkt heute wie ein von Rissen durchzogenes Leichentuch, das sich über die zerstörte Stadt legt. Beeindruckend, aber auch umstritten.
    Jetzt geht es aber wirklich zum Hafen auf die Fähre.
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