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  • Day25

    Townsville - Magnetic Island

    February 22, 2020 in Australia ⋅ 🌧 28 °C

    Ein letztes Mal sitze ich im Bus Richtung Norden und verlasse gerade Townsville. Hier bin ich in der Nacht von Donnerstag auf Freitag angekommen und hatte nur Freitag einen vollen Tag hier. Grund meines Stops hier war das 8 km entfernte Magnetic Island, eine weitere Insel, die sehr schön sein sollte.
    Ich hatte mir hier noch einmal ein Einzelzimmer in einem Motel gegönnt und genoss erstmal eine ausgiebige Dusche und das große Bett nach der Zeit auf dem Boot. Und so richtig Lust gestern Morgen loszulaufen und mit der Fähre auf die Insel überzusetzen um dort wieder ordentlich schwitzige Kilometer zu machen, hatte ich nicht.
    Aber half ja alles nichts.. die Zeit ist begrenzt und ich bin ja nicht im Urlaub, sondern auf Reisen ☝🏻😄
    Also schwang ich meinen Hintern doch hoch und machte mich auf den Weg. Eher planlos kam ich an, organisierte mir eine Karte von der Insel und ließ mir noch zeigen wo man Koalas und Wallabys (kleine Kängurus) sehen kann. Dann marschierte ich einfach mal drauf los, genoss die Ruhe und das allein sein nach den Tagen in Gesellschaft und sehr schnell wurde mir klar, dass diese Insel wirklich wunderschön ist. Saftige grüne Pflanzen und immer wieder Löcher durch die man auf Strände und das weite Meer schauen konnte.
    Irgendwann kam ich dann an der Stelle an, an der sich die Wallabys aufhalten sollten. Auf dem Weg traf ich noch einen Schnorchler, der mir erklärte, dass ich wohl eher keine sehen werde, da es tagsüber zu heiß für die Tiere ist und ich zur Dämmerung wiederkommen soll. Ich ließ mich aber nicht von meinem Ziel abbringen und so wartete doch tatsächlich ein zutraulicher kleiner Kandidat auf mich, der sich eine Ewigkeit filmen und fotografieren ließ.
    Anschließend entschied ich mich, ein Stück weiter mit dem Bus der Insel zu fahren zum Wanderweg, auf dem man die Koalas sehen sollte.
    Der Schweiß lief und der Kopf war zu den Baumkronen gerichtet um ja keinen Koala zu verpassen. Tiere entdeckte ich zwar nicht, dafür eine grandiose Landschaft und geile Aussicht.
    Ganz oben beim Aussichtspunkt der Insel angekommen traf ich ein französisches Pärchen, die mich fragten ob ich die Koalas gesehen hätte. Da ich verneinte, boten sie mir an, den Rückweg gemeinsam zu gehen um mir welche zu zeigen. Das nahm ich natürlich gerne an und neben mir gesellten sich noch zwei Spanier zu unserer „Koala-Spotting-Tour“.
    Und tatsächlich saßen dort Koalas in den Bäumen. Zugegebener Maßen allerdings einige Meter abseits des Pfades und zu Beginn des Wanderweges stand noch ein Hinweis dass man den Pfad nicht verlassen solle & als deutsche Beamtin hält man sich selbstverständlich daran ☝🏻
    Wie auch immer... die Koalas waren in greifbarer Nähe ganz tief in den Bäumen und es war unglaublich. Die Spanier drehten ein bisschen frei, hielten eine Frucht zu essen hin, fassten ihn an schrien wild herum. Ich war da schon etwas zurückhaltender, aber für einen kurzen Moment habe ich das Fell dann auch mal berührt 😍
    Nach einer ausgiebigen Foto- und Videosession verließ ich dann den Wanderweg wieder und nahm den Bus in Richtung Strand wo man einen superschönen Sonnenuntergang sehen können sollte.
    Mein Abendessen genoss ich in der Dämmerung, da es sich dann aber zuzog (und vielleicht auch meine Geduld nicht reichte), nahm ich doch vor dem Sonnenuntergang einen Bus zurück zur Fähre und marschierte ganz überwältigt und glücklich, mich morgens aufgerafft zu haben, wieder zum Motel.

    Heute regnete es dann fast die ganze Zeit bis zu meiner Abfahrt um 14:30 Uhr. Eine trockene Stunde konnte ich aber für einen Spaziergang an der Promenade erhaschen.
    Die restliche Zeit saß ich auf der Veranda des Motels und buchte die letzten Touren.
    Während eines starken Schauers kam dann eine Gruppe dunkelhäutiger Menschen auf mich zu und stellten sich unter. Eine der Frauen fragte mich nach meinem Namen und gab mir die Hand. Ich hatte ähnliche Leute schon einige Male hier in Townsville gesehen und fragte mich ob es wohl Flüchtlinge sind, die in Australien gelandet sind.
    Sehr schnell kamen dann die Eigentümer des Motels raus und schauten skeptisch und signalisierten mir, dass ich rein kommen könne, was ich dann auch tat. Nach einem kurzen Gespräch wusste ich dann, dass ich soeben einer Aborigine-Frau die Hand geschüttelt hatte.
    Während unseres Gesprächs erschien dann eine alte Dame im Office und die Eigentümerin erklärte mir, dass es ihre Mutter sei, die während des Weltkriegs aus Deutschland geflüchtet und in Australien gelandet sei und nun mit knapp 93 Jahren stark dement sei. Trotzdem wechselte Gertrud, die zwar kein Deutsch mehr konnte, aber der man ihren deutschen Akzent deutlich anhörte, ein paar Worte mit mir. War ganz besonders irgendwie.
    Zu guter Letzt bot mir dann die Inhaberin des Motels an, mich zur Bushaltestelle zu fahren, was ich bei starkem Regen dankend annahm.
    So ein kurzer Aufenthalt und so viel erlebt.... 🥰

    In 5,5 Stunden werde ich voraussichtlich Cairns und damit meinen vorletzten Stop (😱) erreichen.
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