Neujahr 2026
January 1 in France ⋅ ☀️ 10 °C
Heute wird erst mal ausgeschlafen. Frühstück gibt's im Hotel bis 11 Uhr, also kein Grund zur Eile. Als wir kurz vor 10 Uhr im Frühstücksraum eintreffen, herrscht dort gähnende Leere. Sind wir etwa die letzten? Nein, eher die ersten, denn so nach und nach füllt sich die Hütte, und als wir fertig sind und gehen, ist es brechend voll. Schämt Euch, Ihr Langschläfer 😂!
Heute an Neujahr hat fast alles geschlossen in Nizza. Also, was tun? Wir versuchen es bei der russisch-orthodoxen Kirche und haben Glück. Die Kirche wurde 1856 von den zahlreichen russischen aristokratischen Gästen, die gern in Nizzas überwinterten, in Auftrag gegeben und ist die größte russisch-orthodoxe Kirche außerhalb Russlands.
Anschließend wandern wir zum Stadtwäldchen, dem Parc Honoré d'Estienne d'Orves. Das 15 ha große Areal liegt auf einem Hügel; hier stehen viele uralte knorrige Olivenbäume, ein Exemplar soll über tausend Jahre alt sein. Von ganz oben hat man einen schönen Blick auf das Meer, und die Nizza anfliegenden Flugzeuge scheinen zum Greifen nah. Wir dösen ein bisschen in der Sonne und wollen anschließend runter zur Meerespromenade. Am liebsten natürlich nicht denselben Weg zurück, sondern gleich direkt runter. Schließlich können wir von hier das Meer ja schon. Leider ist der Park aber komplett eingezäunt. Es erwacht unser Abenteuergeist. Mit pfadfinderischem Instinkt finden wir einen Trampelpfad, der uns in die richtige Richtung nach unten führt... und dann vor einem verschlossenen Eisentor endet. Also den ganzen Weg wieder hoch und zurück? Wir doch nicht! Nachdem wir allerdings die Option Rüberklettern aus Altersgründen schnell verworfen haben, heißt es "finde die Lücke im Zaun". Wir werden sogar relativ schnell fündig und stehen bald innerlich triumphierend auf der richtigen Seite vom Tor auf einer kleinen Wohngebietsstraße. Wir gehen in Serpentinen abwärts durch die sehr gepflegte Anlage mit zahlreichen Apartmenthäusern, eingebettet in weitläufige und gepflegte Grünanlagen. Und stehen nach 15 Minuten vor dem nächsten Tor, dem Eingangstor zur Anlage, gesichert wie Fort Knox! Hier lässt sich nichts mehr umgehen oder eine Lücke finden! Also doch zurück auf Anfang, wieder hoch zum Tor und diesmal "ausbrechen"? Wir greifen auf die altbewährte Mr. Bean-Methode zurück. Es dauert auch keine 5 Minuten und ein Auto will die Anlage verlassen, öffnet mittels Fernbedienung das Tor ... und draußen sind wir! Nun ist es nicht mehr weit bis zur Promenade des Anglais. Inzwischen ist ein tüchtiger Wind aufgekommen und es ist richtig Brandung. Die Möwen müssen sich heute den Luftraum überm Meer vor Nizza nicht nur mit den Flugzeugen, sondern auch mit Kitern und Lenkdrachen teilen. Auch Steinmännchenbauen ist bei dem Wind eine echte Herausforderung, obwohl an Baumaterial kein Mangel herrscht. Aber für den ersten Tag des Jahres waren es auch genug Abenteuer, also ab ins Hotel!Read more





