• Hadrianopolis in Albanien

    May 18, 2025 in Albania ☀️ 18 °C

    Unweit der Strasse von Gjirokastra nach Saranda, verborgen in der weiten Dropull-Ebene, liegen die Ruinen von Hadrianopolis, einer antiken Stadt, die Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr. gründete. Sie ersetzte vermutlich das ältere Antigoneia, das durch ein Erdbeben zerstört worden war, und diente als regionales Zentrum römischer Verwaltung und Kultur in der Provinz Epirus nova.

    Das Herzstück der Ausgrabung ist das halb restaurierte Amphitheater, in dem einst mehrere Tausend Zuschauer dramatische Darbietungen, Reden oder rituelle Spiele verfolgten. Ringsum zeugen Mauerreste, Fundamente und verstreute Säulen von einer untergegangenen urbanen Struktur, die einst Thermen, Foren und Tempel beherbergte.

    Die Lage der Stadt – zwischen Bergen und Flussläufen, eingebettet in fruchtbares Land – wirkt wie eine bewusste Komposition römischer Stadtplanung mit der albanischen Natur. Heute herrscht hier Stille. Nur der Wind und gelegentlich das Rascheln von Eidechsen begleiten den Spaziergang durch die Ruinen, über die der Zahn der Zeit ebenso hinweggegangen ist wie das Interesse früherer Jahrhunderte.

    Hadrianopolis ist ein stilles Monument römischer Macht, zugleich aber auch ein poetischer Ort des Übergangs – zwischen Antike und Gegenwart, Stein und Erinnerung.

    Hinweis für Reisende:
    Die Stätte liegt etwas abseits und ist über einen Feldweg erreichbar. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert. Tafeln vor Ort geben erste Hinweise zur Geschichte, ein Besuch mit historischem Hintergrundwissen jedoch vertieft das Erlebnis erheblich.

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