• Porto Palermo

    May 22, 2025 in Albania ☀️ 21 °C

    An der kurvenreichen Küstenstrasse SH8, eingebettet zwischen den Dörfern Himarë und Qeparo, öffnet sich eine Bucht, die zu den eindrucksvollsten Orten der albanischen Riviera zählt: Porto Palermo. Umgeben von steilen Hängen, duftender Macchia und türkisblauem Meer, ist dieser Ort zugleich landschaftlich reizvoll und geschichtlich bedeutsam.

    Ein Ort, an dem das Meer atmet

    Porto Palermo ist mehr als ein landschaftliches Idyll – es ist ein stiller Ort, an dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint. Die kleine Halbinsel, die sich in die Bucht erstreckt, ist über einen schmalen Damm erreichbar. Sie wirkt wie eine natürliche Bühne, auf der sich über Jahrhunderte verschiedenste Geschichten abgespielt haben.

    Die Festung des Ali Pascha

    Im Zentrum der Halbinsel erhebt sich eine massige, dreieckige Festung mit runden Bastionen – ein Werk des berühmten osmanischen Statthalters Ali Pascha von Tepelena, der Anfang des 19. Jahrhunderts von hier aus sein Machtgebiet am Ionischen Meer absicherte. Der Bau könnte auf eine ältere venezianische Anlage zurückgehen, doch Ali Paschas Einfluss ist hier deutlich spürbar.

    Einst bot er die Festung sogar der britischen Marine an – ein Zeichen ihrer strategischen Lage. Heute lässt sich das Innere besichtigen: dicke Mauern, ein Innenhof, alte Lagerräume – alles atmet Geschichte.

    Ein geheimes Kapitel des Kalten Krieges

    Am nördlichen Ende der Bucht verbirgt sich ein fast surrealer Kontrast zur antiken Stille: ein gewaltiger U-Boot-Bunker, tief in den Fels geschlagen. In den 1960er-Jahren unter Enver Hoxha mit chinesischer Hilfe begonnen, sollte er der albanischen Marine im Falle eines Angriffs Schutz bieten. Über 650 Meter lang, bietet der Tunnel Platz für mehrere sowjetische U-Boote. Heute ist er ungenutzt – doch sein düsterer Eingang erzählt von einer Ära der Isolation und Angst.
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