Tag 54, 153 Km/9998 Km
22. oktober 2024, Senegal ⋅ ☀️ 36 °C
Es geht am Vormittag mit dem Speedboot zurück zum Auto, welches noch genauso da steht, wie ich es vor 2 Tagen hinterlassen habe. Im Anschluss fahren wir weiter nach Fadiouth. Fadiouth ist eine Insel, welche vor vielen Jahren dadurch entstanden ist, dass Muschelfischer die Muschelschalen immer und immer wieder in das flache Meer gekippt haben. Mittlerweile ist die Insel bewohnt und bebaut, angeblich hat die Insel mit den 9000 Einwohnern die größte Population pro Quadratmeter auf der Welt. Auf den Muschelschalen alleine durch die Gassen zu laufen fühlt sich komisch an, viel komischer als alleine im Slum von Saint-Louis zu sein. Wir werden von allen Seiten angesprochen und lange angestarrt, entscheiden uns nach einer dreiviertel Stunde auch aufgrund der Atmosphäre den Ort wieder zu verlassen. Es geht weiter bis in die Stadt Foundiougne kurz vor der Grenze nach Gambia. Den Grenzübertritt schaffen wir zeitlich nicht mehr, also fahren wir auf den einzigen Stellplatz weit und breit, auf dem es erlaubt ist zu campen. Ein Bungalowhotel im Stadtzentrum. Schon bei der Anfahrt ist es den drei im Schatten sitzenden Damen zu viel, das Tor für uns zu öffnen. In Zeitlupe trottet schließlich eine der Drei heran und lässt uns einfahren. Ich stelle das Fahrzeug auf einen Platz, der mir zugewiesen wird, das Gras ist schon monatelang nicht mehr gemäht worden. Der Stellplatz soll 15€ für die Nacht kosten. Ich frage schließlich nach einer Toilette, worauf eine der Damen mit uns kommt und eines der Bungalows öffnet. Schimmelgeruch schlägt uns entgegen, als die Tür geöffnet wird. Die eigentlichen Toiletten für Leute die Campen möchten sind schon lange verwahrlost und nicht mehr in Betrieb, erklärt uns die Frau, welche wartet, bis wir mit dem Toilettengang fertig sind. Sie schließt hinter uns ab, genug Toilette für heute. Wenn einer nochmal muss, sollen wir sie nochmals nach dem Schlüssel fragen. "Und nachts?" Sie zuckt die Schultern, lacht und geht ohne zu antworten auf ihren Stuhl zurück. Als ich dann auch noch von Moskitos attackiert werde und 6 Stiche innerhalb der ersten 10 Minuten bekomme reicht es mir. Ich packe ein und wir verlassen diesen Ort, für mich persönlich in allen Punkten der schlechteste Stellplatz der Reise.
Nur wohin jetzt? Rund einen Kilometer weiter gibt es ein Eisentor. Der Ort ist in keiner mir bekannten App als Schlafplatz gekennzeichnet. Ich steige aus den Auto und gehe auf den Hof. Im Schatten liegen zwei Männer, die laut nach "Rose" rufen, als ich eintrete. Besagte Rose, um die 60 Jahre alt und mit kurzen Rastalocken kommt schließlich aus ihrem Haus heraus. Sie begrüßt mich freundlich. Ich frage sie, ob wir für eine Nacht auf ihrem Hof übernachten dürfen. Natürlich, das dürfen wir, kostet aber 4.50€. Wir können ihre Toilette vor dem Haus benutzen, diese müsste erst sauber gemacht werden. Sie ruft über den Hof nach ihrer Tochter, die schnell die Toilette sauber machen soll. Ich plaudere kurz mit den beiden Herren, Omar, der Mann von Rose und Paul, sein Onkel; frage nach einem Supermarkt. Paul geht mit mir um mir den Weg zu zeigen. Im "Supermarkt", eher ein winziger Shop mit rund 50 Artikeln, fragt der Verkäufer Paul zunächst, wer ich bin. "Unser Gast, schläft bei Rose." Ich werde als Kunde somit akzeptiert und darf Zwiebeln und Wasser kaufen. Im Laufe des Abends kommen immer wieder Leute auf den Hof, die Rose oder ihren Mann Omar kennen. Einen der Besucher höre ich zu Omar sagen: "Da sind Fremde bei euch im Hof. Die kommen bestimmt aus Mauretanien." - stimmt im Grunde tatsächlich!
Der Abend verläuft authentisch und entspannt und am Ende sind wir mehr als froh, den Stellplatz noch einmal gegen dieses Kleinod getauscht zu haben. Ich bereite alles für den Grenzübertritt nach Gambia morgen vor. Gambia hat die Eigenart, eine "Anti-Drogen-Polizei" an den Grenzen installiert zu haben. Was vielleicht einst gut gemeint war, bedeutet für Reisende, dass jegliche Medizin, die verschreibungspflichtig ist von den Beamten als 'Droge' eingestuft wird. Natürlich drückt man für einige Euro gerne ein Auge zu. Um diese Masche zu umgehen und kein illegales Schmiergeld zahlen zu müssen, verstecke ich noch am Abend alles an Medikamenten in eines der Geheimfächer. Ob das am Ende reicht wird sich dann morgen zeigen.Læs mere















Rejsende...meine Daumen sind gedrückt!!
Na dann wollen wir mal hoffen dass Sie das Auto nicht filzen !!! [Uwe]
Rejsende
Super.. Kann man noch Details erkennen?