• Tag 113, 0 Km/15445 Km

    December 20, 2024 in Ghana ⋅ ☀️ 31 °C

    Ich treffe erneut Paul, der mich am Morgen in dem Stadtteil Jamestown bringt. Einer der größten Slums Afrikas ist in Accra und Jamestown gehört dazu, ist aber aufgrund der Geschichte und des Hafens touristisch interessant. Paul ist ein angenehmer und guter Guide, macht auch faire Preise, wird jedoch - sobald er in ein Auto einsteigt - zur Furie. Wie auch schon die letzten Tage geht es pöbelnd und schimpfend durch den dichten Verkehr von Accra. An einer Stelle werden zwei Spuren zu Einer und weder Paul noch der Fahrer auf der anderen Spur wollen nachgeben also kommt es wie es kommen muss und beide fahren sich gegenseitig ins Auto. Paul ist außer sich, steigt wutentbrannt aus dem Auto. Auch der andere Kerl ist auf 180 - "Are you trying to kill us???" - "How can you drive like that???" Brüllt man sich gegenseitig einige Minuten um die Ohren bis beide schließlich fertig geschimpft haben, einsteigen und jeder seines Weges geht. In Jamestown angekommen brauchen wir wieder einen lokalen Guide und ich frage mich zuerst wieso, werde später aber froh sein ihn dabei zu haben. Wir besichtigen den Fischereihafen, den alten Leuchtturm, das Fort. Im Kerker des Forts wurden früher Sklaven wochenlang gefangengehalten um deren Gesundheit und deren Wille zu brechen, bevor es auf die Schiffe nach Amerika ging. Die Luft im Kerker ist extrem heiß und feucht und das obwohl hier nur 3 Personen und keine 300 stehen, unvorstellbar was hier vor einigen hundert Jahren abgegangen sein muss. Anschließend laufen wir eine Runde durch die kleinen Seitenstraßen in Jamestown, wo an einer Stelle ein kleiner PKW wendet, offenbar nicht richtig schaut und dabei einen Rollerfahrer fast anfährt. Eigentlich ist nichts passiert aber der Mob des Stadtviertels mischt sich sofort ein, beschimpft den Fahrer der jetzt aussteigt und zurückschimpft. Die Stimmung ist extrem gereizt und die ersten fangen an gegen das Auto zu treten und zu schlagen. Der Griff der Fahrertür fliegt weg, schließlich auch der Spiegel. Der lokale Führer geht dazwischen, schlichtet schließlich und unter lautem Schimpfen fährt der Fahrer schließlich weiter. Unglaublich, wie schnell solche Situationen eskalieren können, ohne dass wirklich etwas passiert ist. Gut ist es dann, die richtigen Leute an den richtigen Stellen dabei zu haben.Read more