Tag 118, 207 Km/16015 Km
December 25, 2024 in Ghana ⋅ ☀️ 30 °C
Am Morgen fahren wir zurück in Richtung Elfenbeinküste, Ziel ist erneut der Strand mit dem kleinen Restaurant von Paul. Im Westen Ghanas gibt es noch einiges zu entdecken und somit muss ich mich leider wieder auf die von der Qualität wirklich unterirdische Straße begeben. Es bestand die Hoffnung, dass es aufgrund der Feiertage weniger Verkehr geben könnte, doch dem ist leider nicht so. LKW und Schlaglöcher geben sich die Klinke in die Hand.
Auf halber Strecke zweigt in Richtung Meer eine Offroadpiste ab, die zum südlichsten Punkt Westafrikas führt. Die Piste ist im Vergleich zum Highway ein Genuss zu fahren, die Lehmstraße führt durch tiefe Schlammlöcher entlang von scheinbar unendlichen Kautschukplantagen bis in ein kleines Dorf. Hier gibt es einen Leuchtturm und einen schönen Blick auf die Küste, eine tolle Abwechslung zu den vielen Stunden auf der staubigen Highway-Straße. Heiner wird durch die Offroadpiste am Ende des Tages mal wieder vollkommen eingesaut sein.
Als wir am Nachmittag endlich bei Paul angekommen sind, kommen nach rund zwei Stunden zwei Autos auf den Strand gefahren. Soweit nichts ungewöhnliches, Paul betreibt schließlich ein Restaurant. Einer der Männer spricht mich kurze Zeit später an, fragt zunächst oberflächlich was ich für ein Auto fahre und ob das Hubdach etwa ein Lautsprecher ist. Schließlich zeigt er mir seinen Ausweis, der ihm um den Hals baumelt, auf dem Secret Service Ghana steht. Er wäre von der Geheimpolizei und sorgt dafür, dass kein Tourist ohne seinen Willen für irgendwas Geld bezahlen muss. Wow, das hört sich ja toll an, denke ich noch, bis er mir schließlich sagt, ich solle zu meinem Auto gehen und das Geld holen, was ich dabei habe. Er möchte sich davon einen schönen Abend machen. Ich frage noch zweimal nach, was er meint und denke erst, ich hätte ihn falsch verstanden, doch das habe ich nicht. Als ich ihm schließlich beim dritten Versuch deutlich zu verstehen gebe, dass ich kein Geld dabei habe, bietet er mir an, mir etwas zu trinken auszugeben. Während ich mir sein komisches Angebot anhöre und schließlich entschieden ablehne, übergibt sich einer seiner Gefolgsleute 10 Meter weiter neben meinem Auto. Die Herrschaften setzen sich schließlich, teilen sich eine Flasche Rum und eine Flasche Orangensaft und ziehen kurze Zeit später weiter. Nüchtern ist sicherlich keiner mehr, aber vier betrunkene Männer vom Secret Service werden bestimmt auch nicht von der Polizei angehalten. Somit endet der Tag mal wieder mit einer Situation, von der ich nicht weiß, was ich davon halten soll.Read more

















