Tag 141, 52 Km/18224 Km
17 Januari 2025, Benin ⋅ ☀️ 32 °C
Ich fahre am Morgen in die größte Stadt Benins, nach Cotonou. Auch wenn nicht die Hauptstadt, ist Cotonou als wirtschaftliches Zentrum die wichtigste Stadt des Landes. Zuerst geht es mal wieder in die Werkstatt. Nachdem der Ansaugtrakt vom eingedrungenen Sand bereits von mir gereinigt wurde, möchte ich einen Ölwechsel machen lassen. Also geht es in eine kleine Hinterhofwerkstatt in einem der Vororte von Cotonou. Der Ölwechsel kostet 7€, vier Herren arbeiten zeitgleich am Ölwechsel. Einer ist zuständig, die Ablassschraube herauszuschrauben, einer ist für das Wiedereinschrauben zuständig, der Dritte kippt das Öl rein, der vierte guckt zu. Leider finde ich im Öl Sand und kleine Steinchen, kein gutes Zeichen. Die Steinchen sind immerhin so groß, dass ich eigentlich der Ansicht bin, dass diese in der Größe unmöglich am Kolbenring im Motor vorbeigekommen sein können. Ein Stein in der Größe im Brennraum hätte den Kolben zerrissen. Bleibt also eigentlich nur der Turbo oder die Rücklaufleitung vom Zylinderkopf. Noch macht Heiner alles was er soll, kein Leistungsverlust, keine ungewöhnlichen Geräusche. Also bleibt mir aktuell nichts anderes übrig, als mit einem unguten Gefühl weiter nach Nigeria zu fahren, auch wenn ich weiß, welches schwierige Stück mir die nächsten 5000 Kilometer bevorsteht. Sicherheitshalber einen neuen Turbo zu kaufen und dabeizuhaben wäre sicherlich nicht das Schlechteste, laut Werkstatt ist es jedoch unmöglich hier einen aufzutreiben.
Ich fahre weiter zum Super U, dem größten Supermarkt den ich auf der ganzen Reise bisher gesehen habe. Hier gibt es alles (außer einen neuen Turbo), sogar Motoröl in allen Spezifikationen und Qualitäten. Also kaufe ich direkt noch einmal neues Öl, sicher ist sicher. Außerdem fülle ich an Lebensmitteln alles auf was geht. Der Einkauf kostet über 300€. Auf dem Parkplatz treffe ich zufällig eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft. Sie empfiehlt mir, Benin zeitnah zu verlassen, für kommende Woche sind große Demonstrationen im Stadtzentrum angekündigt, die Botschaft wappnet sich für alle Eventualitäten, man rechnet mit zivilem Ungehorsam. Mein Plan, erst am Ende nächster Woche nach Nigeria zu reisen muss somit noch einmal geändert werden, ich fahre früher rüber.
Ich suche mir einen Platz zum Übernachten im Stadtzentrum, wie üblich nicht einfach. Es gibt ein Hostel mit kleinem Innenhof, hier kann ich die Nacht bleiben. Kein schöner Platz und direkt an der Straße, aber für eine Nacht wird es gehen. Zu Fuß mache ich mich auf zur Amazonenstatue, komme auf dem Weg an einer Eisdiele vorbei. Also gibt es mal wieder drei Kugeln, die alle anders aussehen aber eigentlich alle genau gleich schmecken. Um mal 15 Minuten runterzukommen eignet sich die Eisdiele allemal. Auch wenn der weitere Fußweg zur Statue aufgrund des fehlenden Bürgersteiges und des dichten Verkehrs unentspannt ist, werde ich wenigstens auf den insgesamt 45 Minuten kein einziges Mal angesprochen. Solch eine Strecke zu Fuß zu laufen wäre beispielsweise in Ghana oder der Elfenbeinküste unvorstellbar gewesen. Insgesamt ist Benin im Hinblick auf das Ansprechen vollkommen anders als die anderen Ländern zuvor. So gut wie nie möchte jemand Geld für irgendetwas haben, was ich als sehr angenehm empfinde.
Am Nachmittag widme ich mich noch einmal dem Auto, öffne nochmal den Motor und bin eigentlich der Meinung, dass ich unbedingt einen neuen Ölfilter brauche. Die Aufgabe für Morgen lautet also: Ölfilter für den Defender TD5 Baujahr 2006 irgendwo in Cotonou auftreiben.Baca lagi










