Tag 191, 290 Km/24698 Km
8. marts 2025, Angola ⋅ ☁️ 29 °C
Mit dem ersten Sonnenstrahl geht es los. Bis zur Grenzstadt Matadi sind es über 100 Kilometer, Matadi ist bekannt für einen Stau, der sich täglich quer durch die Stadt zieht und eigentlich alles lahmlegt. Die Stadt zu durchqueren dauert ungefähr einen Tag, also wollen wir so früh wie möglich ankommen, in der Hoffnung, dass der Stau am frühen Morgen noch nicht allzu groß ist. Von Boma schnell nach Matadi zu fahren ist eigentlich möglich, die Straße ist gut, es gibt jedoch viele Polizeikontrollen, jede einzelne hält uns an, jede einzelne prüft eine gefühlte Ewigkeit die Dokumente. Wir kommen erst nach über zwei Stunden Fahrzeit in Matadi an, viel zu spät um staufrei durchzukommen. Es gibt hier eine imposante Brücke über den Kongo die direkt ins Stadtzentrum von Matadi führt. Der letzte richtige Meilenstein vor Kapstadt, den Kongo nun endlich zu überqueren ist geschafft. Hinter der Brücke soll es noch 1.4 Kilometer geradeaus gehen, bevor die Straße zur Grenze abzweigt. Einen solchen Stau, ein solches Chaos wie auf diesem kurzen Stück habe ich bislang in Afrika noch nicht gesehen. Die Straße ist eigentlich viel zu schmal für die großen LKW, oft muss eine Seite die andere passieren lassen. Darunter mischen sich tausende Motorräder, Fußgänger und eigentlich alles sonst was fahren kann. In beide Richtungen gibt es einen unglaublichen Stau, für die 1400 Meter brauchen wir mehr als zwei Stunden. Die Polizei versucht den Verkehr zu regeln, die Beamten sind aber machtlos. An der einzigen Tankstelle seit dem Grenzübertritt herrscht natürlich auch das Chaos, keine Chance für mich heute hier noch dranzukommen. Ich verabschiede mich von meinen Reisebegleitung, die weiter nach Kinshasa fahren, ich biege alleine rechts nach Ango-Ango, der Grenzstadt ab. LKW blockieren die Fahrbahn, die Straße hat tiefe Löcher, es dauert nochmal eine weitere Stunde für die letzten vier Kilometer in der DR Kongo.
An der Grenze ist man freundlich, es gibt Helfer die unentgeltlich alle Formalitäten erledigen. Ich habe keine Kopien mehr vom Reisepass, also muss ich einen Dollar zahlen um den Kopierer nutzen zu dürfen. Nach rund einer Stunde reise ich nun endlich nach Angola ein.
Die DR Kongo wird mir als das schlechteste Land in Erinnerung bleiben, in dem ich jemals gewesen bin. Vielleicht gibt es irgendwo bessere Orte in diesem großen, chaotischen Staat, wer weiß. Falls es sie gibt, werden diese Orte in meinem Leben vermutlich an mir vorbei gehen.
Mit der Einreise nach Angola verlasse ich das letzte französisch-sprechende Land auf meiner Reise. Gleichzeitig verlasse ich Zentralafrika, bin schon bald in der Touristenregion des südlichen Afrikas. Alle planbaren Hürden dieser Reise liegen jetzt hinter mir. Mit Grenzübertritt wird mir bewusst, dass es sehr wahrscheinlich klappen wird, mit dem Auto in Südafrika anzukommen. Selbst ein Motor- oder Getriebeschaden wären jetzt hier vermutlich wieder reparabel.
Die Straße bis zum Tagesziel, der Stadt M'Banza Kongo wechselt zwischen gut und schlecht, Wald gibt es fast keinen mehr. Es fängt an zu regnen, der Boden wird weich, ist aber eigentlich auch egal. Ich muss dringend tanken, fahre mit dem letzten Tropfen in die Stadt, vielleicht sind noch 150 Milliliter im Tank. Dann kommt, was ich schon ahne. An der einzigen Tankstelle in M'Banza Kongo ist die Schlange rund 400-500 Fahrzeuge lang. Die Schmuggler kaufen den Sprit im gesamten Norden Angolas leer. Ich fahre bis vorne hin, vier Security mit Schlagstöcken sorgen am Kopf der Warteschlange für Ordnung. Ich frage höflich, ob man mich irgendwie vorlassen könnte. Immer wieder sagen mir die Security, ich muss mich hinten anstellen. Zu meiner Überraschung und sehr zum Unmut aller hier seit Stunden, vielleicht Tagen Wartenden lässt man mich plötzlich dann doch vor, ich hab nur noch rund 10 Fahrzeuge vor mir. Während die Masse hinter mir tobt, einzelne zu meinem Auto kommen und mir die Meinung auf portugiesisch geigen, erheben die Security hinter mir zum ersten Mal die Schlagstöcke in Richtung einzelner richtig aufgebrachter Motorradfahrer. Nach rund einer Stunde tanke ich 65 Liter für insgesamt 1.50 €. Eine komische Art von Marktwirtschaft, man könnte durch höhere Preise eigentlich ganz leicht den Schmuggel eindämmen.
Es ist bereits früher Abend, ich fahre zu einem geöffneten, jedoch verlassenen Hotel in der Stadt. Kakerlaken laufen die Zimmerwände hoch, als man mir das Zimmer präsentiert. Es gibt kein Strom, kein heißes Wasser. Wie gut, dass ich im Auto schlafen und diesen Tag nach 12 Stunden endlich beschließen kann.Læs mere





















RejsendeWieso wolltest du vorgelassen werden? Wäre es nicht fair wie die anderen zu warten bis man dran ist? 🤔