• Tag 238, 50 Km/32978 Km

    April 24, 2025 in Namibia ⋅ ☁️ 28 °C

    Es geht einen weiteren Tag in den Nationalpark, leider habe ich heute kein Glück. Ich fahre alle Pisten ab, frage die wenigen mir entgegenkommenden Fahrer der Safarifahrzeuge ob sie Tiere gesehen haben, aber bis auf einzelne Antilopen versteckt sich alles. Es ist am Nachmittag also an der Zeit, das Gefährt und somit von der Straße aufs Wasser zu wechseln. In der dreistündigen Bootstour mit Kapitän Willi sind Getränke mit inbegriffen. In der riesigen Kühlbox die Willi aufs Boot schleppt gibt es genau zwei Getränkesorten: Wasser und Bier. Für jeden Geschmack ist also etwas dabei, wir können dann los!
    Wir starten mit dem Boot und suchen hauptsächlich Hippos, die im flachen Wasser im Uferbereich umhertreiben. Willi erzählt mir während der Fahrt, dass gestern ein weiteres Boot mit drei Touristen von einem Hippo angegriffen wurde. Die Drei plus der Kapitän mussten ans Ufer schwimmen, während das Hippo das Boot versenkt hat. Vielleicht nur ein Märchen, um nicht allzu nah ans Ufer heranfahren zu müssen, vielleicht auch nicht. Hippos sind nach Moskitos auf dem zweiten Platz der gefährlichsten Tiere Afrikas.
    Auch wenn es mehrere Hippos zu sehen gibt, die alle nicht in Stimmung sind das Boot mit Willi und mir darauf zu versenken, laufen ihnen die Kormorane heute den Rang ab. Tausende sitzen auf den Bäumen in Ufernähe und brüten. Viele Kormorane sind schon geschlüpft und strecken die braunen Hälse aus den Nestern. Der Gestank in Ufernähe ist unerträglich.
    Rund um die Bäume sitzen Krokodile und Warane am Ufer oder treiben im Wasser. Durch das Chaos im Baum fallen immer mal wieder Tiere aus den Nestern, so prompt auch heute. Ein Jungtier fällt wie ein Stein ins Wasser, versucht noch panisch ans Ufer zu schwimmen, wird aber Sekunden später unter Wasser gezogen. Die Natur kann grausam sein.
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