• Tag 303, 68 Km/44900 Km

    28. Juni 2025 in Südafrika ⋅ ☀️ 12 °C

    Ich koche am Morgen Kaffee, eigentlich alles wie immer. Das Gas für den Kocher wird noch bis zum Ende der Reise reichen, da bin ich ziemlich sicher. Voraussetzung dafür ist, am Kocher nicht nur die Flamme auszuschalten, sondern auch das Gas abzudrehen. 302 Tage ist mir das gelungen, heute verflüchtigt sich das letzte Kilo Gas dann ungenutzt in die Berge des Nationalparks. Ich muss also unbedingt irgendwo eine neue Gasflasche oder neues Gas auftreiben, also fahre ich am Vormittag ins nächste Dorf. 750 Einwohner, eine Tankstelle, ein Supermarkt, ein Gemischtwarenhandel. Sollte es kein Gas geben, muss ich entweder Brennholz kaufen oder mindestens 3 Tage Salat und Brot essen. Hinter der Theke zwei ältere Herrschaften, der Mann mit weißem langen Bart und genauso langen Haaren studiert lange die europäische Gasflasche und sagt mir dann, er könne irgendwie einen Adapter basteln und Gas in die Flasche füllen. "Kostet aber 100 Rand für die Füllung" ... 5€. 20 Minuten bastelt er aus alten Metallteilen die im Hof rumfliegen und Dichtband einen Adapter, der vom südafrikanischen Gewinde auf die europäische Gasflasche passt. Ich kann's kaum glauben, dass ihm das am Ende tatsächlich gelingt.
    Auch wenn der Nationalpark noch weitere reizvolle Wanderungen im Repertoire hätte, möchte ich heute keine Strecke laufen die länger als mein Auto ist. Also fahre ich die Panorama-Straße die mitten durch den Nationalpark führt. Die Straße führt steil entlang der hohen Berge, führt durch braunes Gras, auf dem Gnus grasen. Man spürt und sieht die Drakensberge, mein Ziel für morgen und immerhin das höchste Gebirge im südlichen Afrika.
    Seit einigen Tagen funktioniert die Handbremse am Defender nicht mehr und bei jedem Fotostopp an den steilen Hängen an der Straße habe ich Angst, dass das Fahrzeug trotz eingelegtem Gang losrollen könnte. Also mache ich am Nachmittag das, was seit Wochen überfällig ist: ich ziehe die Bremsbeläge der Handbremse nach.
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