Der letzte Tag, 48474 Km
July 30, 2025 in South Africa ⋅ 🌬 16 °C
Ohne Auto bin ich den ganzen Tag damit beschäftigt, für die Rückreise zu packen und die letzte Andenken und Souvenirs zu besorgen. Mit vollem Koffer geht es am Abend mit dem Uber schließlich zum Flughafen, der Griff vom hart verhandelten Koffer reißt schon ab, bevor ich überhaupt am Flughafen ankomme. Nach 335 Tagen endet nun die Reise von Deutschland nach Südafrika. Ambivalent schreit ein Teil von mir 'na endlich', ein anderer 'wie schade'. Die Zeit in Afrika war herausfordernd, hat mir an vielen Tagen einiges abverlangt. Es gab Tage, da war ich mental am Boden und Tage, da hat mich die Schönheit der besuchten Orte überwältigt. Es gab Tage mit Heimweh und Tage, da wollte ich das die Reise niemals endet. Ich bin durch Wüsten, durch Regenwald und durch Millionenstädte gefahren, habe viel Armut aber auch viele sehr glückliche und freundliche Menschen gesehen. Es gab löchrige, ausgewaschene Straßen und nagelneue Highways, volle Innenstädte und menschenleere Gegenden. Ich bin durch Rebellengebiete gefahren, wurde von bewaffneten Banditen und korrupten Polizisten angehalten, bin festgenommen und verhört worden. Es gab Tage, an denen ich keinen Fisch mit Reis mehr sehen konnte und Tage, da habe ich irgendwo überraschend Hamburger oder Pizza gefunden. Ich musste zweimal ins Krankenhaus, hatte Malaria und Typhus und hatte Tage, da wollte das Auto auf einmal nicht mehr. Ich habe Menschen gesehen die gerade ausgeraubt und überfallen wurden und andere, die tot auf der Straße gelegen haben. Es war wochenlang eiskalt und monatelang schwül, so dass man es nachts ohne Ventilator eigentlich nicht ausgehalten hat. Ich bin durch alle Klimazonen gefahren, die die Welt so zu bieten hat, manchmal gab es alle an nur einem einzigen Tag. Ich habe Elefanten, Gorillas und grüne Baumschlangen gesehen, musste mit dichtem Verkehr und selbstmörderischen Fahrern von Sammelbussen zurechtkommen. Kein einziges Mal habe ich bei den rund 1100 Polizeikontrollen der Korruption nachgegeben und hatte keinen einzigen Unfall, hab mich aus den mannigfaltigen Versuchen mich übers Ohr zu hauen herausgewunden. Vielleicht hatte Transafrika mehr zu bieten, als man in einem ganzen Leben in Europa erleben kann.
Am Ende bin ich auf mich selber stolz, es ganz alleine bis zum südlichsten Punkt Afrikas geschafft zu haben, wenn auch der Weg hierher die mit Abstand größte Herausforderung meines Lebens war. Vom ersten Schritt der jahrelangen Vorbereitung bis zum heutigen Tag war es ein ordentliches Stück Arbeit, heute endet alles.
Zwangsläufig endet auch die tägliche Berichterstattung.
Zum Ende bedanke mich für die vielen lustigen, motivierenden, aufmunternden Kommentare, die ich bewusst unbeantwortet gelassen habe.Read more


TravelerDein Vater ist wahnsinnig stolz auf dich. Habe so mache Nächte wach gelegen. Jetzt kommt der Jung endlich nach Hause .
TravelerUnd unbekannterweise bedanke ich mich bei dir für deine tägliche so interessante Berichterstattung (auf die man ja schon fast gewartet hat am Abend) und verneige mich gleichzeitig vor deinem Mut und deiner Coolness , so eine herausfordernde Reise zu starten und zu Ende zu bringen! Herzliche Grüße und Danke sagt Steffi aus Dresden
Traveler👍