• Tag 88 - Kiwiernte im Flutlicht

    April 10 in New Zealand ⋅ ☁️ 17 °C

    In der Nacht hat der Regen endlich wieder aufgehört und die Hoffnung auf Arbeit ist damit gestiegen. Von sechs Uhr weg bekamen wir alle paar Stunden ein Update. Die Zeit daher genutzt um Apfelmus zu kochen und die inoffizielle Nationalfrucht Neuseelands "Feijoas = brasilianische Guave oder auch Ananas-Guave" zu probieren. Der Geschmack ist interessant und gut, erinnert mich aber eher an eine Mischung aus Birne-Kiwi-Zitrone. Traditionell werden die Feijoas in der Mitte halbiert und ausgesaugt, was dank der eher schleimigen Konsistenz überraschend gut funktioniert hat.

    Um 12.30 Uhr konnte dann tatsächlich mit der Kiwiernte losgelegt werden 🥳 Heute gab's zum zweiten Mal grüne Kiwis - sie wachsen deutlich unübersichtlicher kreuz und quer, sind kleiner und durch den Pelz "staubiger" zu ernten. Zudem bringen sie weniger Geld ein, da sie auch im Verkauf günstiger sind... Mir wären also die großen Goldkiwis lieber, aber alles besser als keine Arbeit! Besonderheit heute: Flutlicht brocken. Durch die Zeitumstellung an Ostern wird es jetzt schon gegen 18 Uhr dunkel und unter den Kiwistauden noch eher. Also kamen dann, nach einem wunderschönen Sonnenuntergang, kleine tragbare Strahler zum Einsatz - eine ganz besondere Stimmung, die wir hoffentlich noch häufiger haben werden - richtig romandisch 🕯️

    Über die Regenzeit hinweg haben wir drei Teammitglieder verloren - zwei wurden heute direkt wieder neu nach besetzt. Man merkte allen die Motivation an und die Leistung war recht gut. Ich habe zwei Teamkameradinnen gefunden, mit denen ich entspannt und schön systematisch arbeiten kann ohne jemals darüber gesprochen zu haben - Marie aus Frankreich und Myriam aus Luxemburg. Nach den Tagen mit kaum Bewegung merkt man den halben Tag Arbeit jetzt wieder umso mehr - alles tut wieder weh und meldet sich, aber nicht so schlimm, wie am Anfang.
    Read more