Seoul: Iss’ gut!
April 21 in South Korea ⋅ ☁️ 11 °C
Etwas über Korea und das Essen habe ich heute auch noch gelernt. Südkorea war 1953 nach dem Korea-Krieg das zweitärmste Land der Welt nach Somalia. Die Menschen hatten nichts, hungerten. Die Gesundheit litt genauso wie die Seele. Diese Erfahrung hat die heutigen Senioren geprägt. Sie taten alles, damit ihre Kinder es besser haben und vermittelten ihnen auch die Wertschätzung für ihr Essen. Deshalb ist den Südkoreanerinnen und Koreanern das Essen so wichtig.
Wenn wir uns begrüssen, sagen wir: «Hoi, wie geht’s?» oder «Tschüss, bis bald». Hier sagen sie: «Hallo, hast Du gut gegessen?» oder «Tschüss, iss’ gut!». Gefühlt alle zehn Metern kann man essen. Günstig oder teuer – aber immer frisch gekocht und fein. Das Essen bietet von Fleisch über Meeresfrüchte, Nudeln, Suppen, Früchte oder Süssigkeiten in allen Variationen alles, was das Herz begehrt. Zu den meisten Gerichten gibt es kostenlose kalte Beilagen, meistens fermentierten Kimchi und eingelegtes Gemüse.
Heute Abend hatte ich mein letztes Abendessen hier in Seoul. Ich war todmüde, weil heute schon um 4:30 Uhr der Wecker geklingelt hatte für meinen DMZ-Ausflug. Da ich noch packen muss für meine Weiterreise morgen nach Suncheon, ging ich nur kurz um die Ecke in ein Lokal, das mir mein Tourguide empfohlen hatte. Es war sehr einfach, sehr fein und recht speziell.
Das Restaurant bietet sechs Gerichte zur Auswahl, man bestellt und bezahlt beim Eingang. Geht an den Platz, isst und kann dann verschwinden. Dabei muss man aufpassen, nicht vom Roboter-Trolley gerammt zu werden, der das gebrauchte Geschirr zur Küche fährt.
Übrigens: Ich wurde an ein Einzel-Plätzchen geschickt. Diese gibt es oft in Restaurants, denn die KoreanerInnen essen viel auswärts, auch alleine. Gedeckt ist selten. In der Regel hat es eine Schublade unter dem Tisch mit Essstäbchen, Löffeln und Servietten drin. Grössere Lätze hängen auch irgendwo und man darf sich bedienen. Kaltes Wasser steht kostenlos bereit. Diese unkomplizierte Effizienz finde ich super.Read more






TravelerLustig, in Bangkok haben uns unsere Freunde etwas ähnliches erzählt. Die Thais essen ja auch nur 1 Mal am Tag und zwar immer 😂. Und sie fragen zur Begrüssung, ob man schon gegessen hat. Ich finde das irgendwie sympathisch, gäu Silvie 🤪🤩
TravelerLiebe Corinne. Liebe geht durch den Magen. Das sehe ich genau gleich!
TravelerFantastic idea. Wait till you see Japan, they even have baskets on the floor so you don't have to put anything onto a dirty/probably clean floor. They just think of everything. So simple but yet soooo good.