• León, letzter Tag

    March 24, 2024 in Nicaragua ⋅ ⛅ 27 °C

    Mal wieder ein Tag, der früh begann. Kurz nach 6:00 Uhr klingelte der Wecker. Unser Ziel war es, eine Stunde später beim Frühstück (das für ein Hotel sehr enttäuschend war) zu sitzen und wiederum ne Stunde später zu einer Osterprozession zu gehen. Im Internet stand, dass eine stattfinden soll.
    Wie so häufig, waren wir um 8:00 Uhr natürlich noch nicht fertig. Ein bisschen später ging’s dann los.
    Schon auf dem Weg zur Basilika von León dachten wir, dass wahrscheinlich nicht viel los ist. Die Straßen waren wie leergefegt. Wir hatten auch gehört, dass alle Osterfeierlichkeiten sehr klein sein werden und nur in den Kirchen stattfinden. So war es dann leider auch.
    Wir sind dann zu der Kirche (die in einem indigenen Viertel liegt) gelaufen, die wir gestern aus Zeitgründen nicht mehr besucht hatten. Auf dem Weg dorthin oder auch im Viertel selbst, wie bisher fast überall, ganz nette Menschen, die grüßen, winken oder einfach lächeln, wenn sie uns sehen. Als wir auf dem Rückweg waren, sahen wir einen nackten Mann auf dem Fußweg sitzen. Es war ein sehr skurriler Anblick.
    Fast beim Museum angekommen, sind wir auf eine kleine Stärkung in ein Café.
    Nun begann ein gefühlter Marathon durch das Museum. Es war unglaublich groß und von jeder Kunstrichtung was dabei. Nicht nur Künstler/innen aus Lateinamerika, auch aus Europa und den USA sind dort vertreten. Ich glaube, wir waren 1,5-2 Stunden im Museum unterwegs. Völlig geschafft sind wir ins Hotel zurück.
    Ausruhen konnten wir uns aber nicht. Wir mussten erstmal planen, wo wir die nächsten Nächte bleiben. Die Stadt stand schon fest, die Übernachtungen fehlten noch. Viel Auswahl gibt es in Esteli nicht. Als wir eine Unterkunft gefunden hatten und auch schon eine Anfrage an den Vermieter bzgl. den Bussen (ob morgen überhaupt Busse fahren) gestellt hatten, lasen wir im Reiseführer, dass nur sehr früh Busse nach Esteli starten (zwischen 5:00 und 7:00 Uhr). Vorsichtshalber fragten wir noch an der Hotelrezeption nach den Abfahrtszeiten. Aber unser lieber Mitarbeiter von gestern wollte oder konnte uns nicht helfen. Er machte auch keine Anstalten uns irgendwelche Infos zu geben. So blieb und nichts anderes übrig, als zum Busbahnhof zu laufen. Das Terminal liegt ca. 2 km außerhalb der Stadt, in einem nicht so schönen Viertel. Zwischendurch war es dann doch ein bisschen komisch, in den Gassen unterwegs zu sein. Vor allem die letzten paar 100 Meter… am Busbahnhof angekommen fragten wir uns durch. Von „ich hab keine Ahnung“ bis „nur vormittags“ hin zu „7:00, 9:00, 13:00 Uhr und später“, war mehr oder weniger alles dabei. Viel schlauer waren wir jetzt auch nicht. Zurück zum Hotel haben wir dann ein Taxi genommen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Zimmer und der Buchung unserer Unterkunft, ging’s nochmal los zum Parque Central. Dort gönnten wir uns ein typisches Eis aus León, ein Raspido. Das ist gehobeltes Wassereis, bei dem man entscheiden kann, was man gerne drauf hätte. Wählen kann man zwischen: einer dickflüssigen Milch und/oder Fruchtsirup, Marshmallow, Streusel, Kekse und Früchte. Nachdem wir keine Ahnung hatten, bestellten wir natürlich mit allem. Wir waren schon ein wenig skeptisch, ob das schmecken kann. Wir wurden nicht enttäuscht. Es war zwar sehr süß, aber lecker. Wir hatten noch gar nicht probiert, da wurden wir von einem Schuhputzer angesprochen. Er erzählte uns etwas über die Stadt, bisschen was privates und über seinen Job. Er selbst trug keine Schuhe.
    Recht schnell wurde uns klar, wie diese Unterhaltung enden wird. Und da war sie dann auch schon, die Frage nach Geld. Wir gaben ihm 40 C$. Aber sein Redebedarf war immer noch nicht gestillt. Als unser Eis alle war, sind wir gegangen. Eigentlich wollten wir in Ruhe unser Eis essen und dabei Leute beobachten…
    Bevor wir ins Hotel sind, haben wir uns noch kurz auf eine Bank gesetzt.
    Zum Essen wollten wir in eine kleine Bar nicht weit vom Hotel gehen. Leider hatte diese geschlossen, so sind wir dann in einer Pizzeria gelandet.
    Eigentlich stand noch packen auf dem Programm, aber das haben wir irgendwie nicht mehr geschafft.

    Morgen heißt es wieder früh aufstehen, packen und hoffen, dass wir einen Bus nach Esteli bekommen…
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