T 4 - Leben entlang der Great East Route
6 maggio 2025, Zambia ⋅ 🌬 17 °C
S‘ ist Mittwoch, 07.05., halb zwölf! Sitze in der Bar im Wildlife Camp am Luangwa Fluß. Im Fluß viele Hippos und Krokos. Am Ufer alle Arten von Antilopen und Vögeln. Rund 500 m von hier wurde vorgestern ein Hippo von Löwen gerissen. Der Kadaver liegt am Ufer und Geier erledigen ihre Arbeit als „Tatortreiniger“.
Auf der anderen Flußseite liegt der South Luangwa Nationalpark. Gestern Mittag kamen wir hier an. Von unserer Anreise erzähle ich in diesem Footprint.
Die Anreise! T 4! The Great East Route! So heisst die Straße, die von Lusaka in Richtung Osten führt. Hunderte von Kilometern durch den Alltag der Sambier.
Wir verließen das Pioneer Camp, Lusaka, am frühen Morgen. Die Straße war gut und der Verkehr mäßig. Ausserhalb Lusakas‘ ist eine Lkw-Waage installiert. Alle Fahrzeuge über 6,5 to müssen rausfahren und sich wiegen lassen. Die übrigen Fahrzeuge -wir- fahren über eine Umfahrung, auf der eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 45 km/h gilt.
Auf halber Strecke sah ich Polizisten stehen. Ich bin nicht 45 gefahren. Ja! Aber auch nicht wirklich schneller. Schon von weitem sah ich, dass einer der Polizisten den Arm hob. Da wir das einzige Fahrzeug waren, war klar: Der meint uns! Bis dato hatten wir schon einige Polizeikontrollen hinter uns gebracht. Alles easy, alle freundlich. Es wurden unsere Papiere kontrolliert und gut.
Aber heute stand da einer mit Radarpistole. „Au Backe!“ dachte ich, „das wird heute anders laufen.“ Mit ernstem Gesichtsausdruck und bestimmender Miene wies ein zweiter Polizist auf ein Polizeiauto, das am Straßenrand stand. Besetzt mit 1 Polizisten. Er „lud mich ein“, mich neben ihn zu setzen. Er zeigte mir kein Beweisfoto o.ä. sondern sagte lediglich, dass wie zu schnell waren. Anfangs schien er alles ordnungsgemäß machen zu wollen. Er fing an den Strafzettel zu schreiben. Die Summe war 800 Kwatschas (Sambische Währung). Plötzlich hielt er inne und meinte „plus 700“. Ich hatte keine 1.500 Kwatschas. Ich meinte: „How about Dollars?“. „100 USD“ war seine Antwort. Unverschämtheit! Aber was hätten wir tun sollen/können? Also 100 USD bezahlt. Ich wagte es nach einer Quittung zu fragen. Falsche Frage. Es folgte eine Belehrung über das rechtmäßige Verhalten im Straßenverkehr. Das war‘s!
Was ist das? Bestechung? Korruption? Erpressung? Uns egal, Hauptsache weg!
Nun ja, was bleibt von diesem Erlebnis? Das „gute“ Gefühl einer sambischen Polizistenfamilie den Lebensmitteleinkauf zu erleichtern. Und die Gewissheit, dass sich eine gute Tat immer positiv auf einen gesicherten Platz im Paradies auswirkt! 😁
Weiter ging‘s auf der T4, durch das Leben der Einheimischen. Wie schon auf der M 9, wird alles entlang der Straße verkauft und alles transportiert.
Eines viel mir auf. Die Sambier per se schauen eher stoisch oder verdrießlich. Ein offenes, freundliches Gesicht zeigten nur die kleinen Kinder. Die lachten und winkten. Der Rest? Stoisch, zuweilen apathisch, verdrießlich. Auf jeden Fall eine freundliche, offene Ausstrahlung ist den Sambiern nicht in die Wiege gelegt. Aber wehe man grüßt sie oder fängt ein Gespräch an, dann „reißt“ das schwarze Gesicht zu einem breiten Lächeln auf und weiße Zähne mit blitzenden Augen strahlen einen an.
Das Durchschnittsalter liegt in Sambia bei 17 Jahren!!! Das zeigt sich auch im Straßenbild. Alles Jung! Und fast alles wird von jungen Sambiern erledigt. Und von den Frauen. Die Frauen sind das Rückgrat des Landes, der Familie, der Wirtschaft. Die Männer? Na ja, vergessen‘ wir‘s!
Die Fotos zeigen Menschen, die wir für den Bruchteil einer Sekunde in ihrem Leben begleiten durften.Leggi altro



















