• Kaiser-Sonne-Alltagsleben

    1. juni 2025, Tanzania ⋅ ☀️ 27 °C

    Dienstagmorgen, 10.20 Uhr, Frühstückspause an Afrikas zweithöchsten Wasserfällen, den Kalambo Falls. Sambia!
    Sambia?! Die interessierte LeserIn fragt sich: „Häh, der ist doch in Tansania?!“
    Richtig, werte Leserinnen und Leser und die, die‘s noch werden wollen.
    Gestern Tansania, heute Sambia.
    Heute morgen in Tansania aufgewacht und den Grenzübertritt gewagt.

    Udo und ich sind um 7 Uhr losgefahren. Ein wunderbarer Tag kündigte sich mit der aufgehenden Sonne an. Klare, frische Luft. Strahlend blauer Himmel. Ein perfekter Tag für die „Blackbox“ Grenzübertritt. Wie wird‘s laufen? Problemlos oder viel Hektik, Bürokratie und/oder Korrumption?

    Die Antwort auf diese Frage kommt später.
    Erst erzähle ich von unserem gestrigen Tag.

    Die Lakeshore Lodge verabschiedete sich mit einem fantastischen Frühstück. Zuerst ein Glas mit Obst (Banane, Melone, Ananas), dann ein Smoothie und anschließend ein Spanish Omelett (mit Gemüse). Abgerundet mit hausgemachtem Sauerteigbrot und ebenfalls hausgemachter Marmelade. 5* auf der ganzen Linie.
    Den Bauch gut gefüllt -überfüllt-, ging‘s in Richtung Tagesziel Liemba Beach Lodge am Südende des Tangsnjikasees.
    Die Liemba Beach Lodge liegt in der Gemeinde Kasanga, welcher wiederum zur glorreichen kaiserlichen Kolonialzeit Sitz der Bismarksburg und Heimathafen der gewaltigen Süßwassermarine Wilhelms des Zweiten war.
    Und, für Paul Graetz Fans, ein echter Echtpunkt!! Will heißen, Paul Graetz hat hier tatsächlich seinen Allerwertesten in die afrikanische Luft gehalten.
    Am wichtigsten: Hier hat er sein Auto vom Schiff genommen und wieder den afrikanischen Boden berührt. Von hier aus ging‘s zu Lande weiter. In Fankreisen ist so ein Punkt als „EPGEP“ benannt: EchterPaulGraetzEchtPunkt.

    Die Fahrt nach Kasanga/Bismarksburg war wieder mal ein Querschnitt des tansanischen Lebens und Handels. So auch die Straßenoberflächen. Glücklicherweise überwog der Anteil guter Teerstraße.
    Unser Landy fand als erstes seinen Weg in die Liemba Beach Lodge.
    Oha! Das wird spannend! So waren unsere Gedanken als wir durch das „Tor“ zur runtergekommenen Lodge fuhren. Tatsächlich war sie nicht wirklich in Betrieb. Alles war mehr kaputt/verwahrlost als ganz. Der Empfang durch Oskar, der Inhaber, wer überaus herzlich. Er stellte sich mit ein paar deutschen Worten vor: „Ich heiße Oskar. Oskar Lafontaine.“ Ich wollte mich als „Sarah Wagenknecht“ vorstellen, aber hab es mir dann doch verkniffen.
    Für unsere Bodenzelte Platz zu finden ist immer leicht, für die Autos mit Dachzelt war das Finden und Einparken durchaus Adrenalin treibend. Die Stimmung war leicht gereizt. Ein paar laute Worte fielen, aber schlussendlich waren alle an einem guten Platz. Eng, aber nicht gestapelt.
    Oskar und Carsten legten sich in‘s Zeug, denn es stand die Erkundung historischer Stätten an.
    Niemand wollte mehr sein Auto bewegen. Zu Fuß stand außer Frage. Die Lösung: Ein Schiff wird kommen. Perfekt!
    Und so fuhren Interessierte am Spätnachmittag mit einem echten lokalen Boot an einen echten Paul Graetz Echtpunkt!
    Die Bismarksburg und der Hafen liegen mittlerweile in einem Militärgebiet. Und wie immer: „Strictly No Photo!“. Und wie immer: Carsten machte es möglich. Zusammen mit dem Hafenmeister durften wir die Ruine der Bismarksburg besichtigen. Ein Hauch von kaiserlichem Atem wehte durch die Ritzen der Steine und durch die Halme des Schilfes. Jeder Backstein erzählte vom kolonialen Stolz der Kaiserzeit. Von heute aus betrachtet muss man schon den Kopf schütteln ob des Aufwandes und der Kosten, nur um im afrikanischen Busch die kaiserliche Flagge zu hissen. Aber so war‘s zu damaligen Zeit.
    Und wir (ich) profitieren davon, in dem wir Fotos machen können und ich über kolonial-kaiserliche Zeit lästern darf. Auf neudeutsch: Eine Win-Win-Situation.
    Am Spätnachmittag ging‘s zurück ins Camp, wo ein letzter Abend in Tansania auf uns wartete.

    Wir war Tansania für mich?
    Insgesamt 21 Tage waren wir in diesem Land. Wir haben viel gesehen und sehr viel erlebt. Die Mega-City Dar Es Salaam mit dem chaotischen Verkehr. Die halsbrecherischen Fahrten und Überholmanöver auf den Landstraßen. Das absolute Highlight Serengeti&Ngorogoro.
    Und natürlich: Die Menschen. Die Menschen wie wir sie erleben und sehen durften.
    Es sind immer die Menschen, die Urlaube speziell machen. Es sind die Geschichten, die man austauscht. Die Erlebnisse die man zusammen erlebt. Und das Lachen, welches man empfängt und welches man -hoffentlich- aussendet. All diese Dinge, Geschichten, Erlebnisse und Lachen waren toll.
    Ein echtes Erlebnis!

    Jetzt, Sambia! 🇿🇲

    Wie die zweithöchsten Fälle Afrikas aussehen und was Sambia mit und macht… …später 😊

    ……ohhhh, jetzt hab‘ ich den heutigen Grenzübertritt vergessen. Ich kann nur sagen: Smoothie-Soft. Kein Problem auf keiner Seite. Die Büros der Beamten atmeten den Hauch der zerbröselnden Unendlichkeit. Der Service und die Freundlichkeit absolut in Ordnung. Keine Korruption. 👍
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